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Männer verdienen rund 4,40 Euro mehr pro Stunde

Equal Pay Day  

Männer verdienen durchschnittlich über 20 Prozent mehr als Frauen

15.03.2018, 14:27 Uhr | dpa, AFP, t-online.de

Männer verdienen rund 4,40 Euro mehr pro Stunde. Equal Pay Day (Quelle: Getty Images/Mukhina1)

Equal Pay Day: Noch immer ist der Verdienstunterschied in Deutschland groß. (Quelle: Mukhina1/Getty Images)

Viele Frauen verdienen weniger Geld als Männer, oft sogar für die gleiche Arbeit. Wie groß das Gefälle ist, woher die Unterschiede kommen und was Frauen dagegen tun können.

Um die ungleiche Gehaltsverteilung zwischen Männern und Frauen zu beenden, gibt es neue Gesetze und mit dem Equal Pay Day am 18. März auch einen eigenen Aktionstag. Und doch bleibt Frauen, die Ungerechtigkeiten aufdecken wollen, oft nur der gezielte Tabubruch: "Ans Ziel kommen wir nur, wenn wir über Geld sprechen, auch wenn das noch immer verpönt ist", sagt Henrike von Platen, Gründerin der Unternehmensberatung Fair Pay Innovation Lab (FPI).

Entgelttransparenzgesetz könnte helfen – teilweise

Über Geld sprechen vor allem in Deutschland nur wenige. Dieses Tabu sorgt jedoch dafür, dass sich die Lohnlücke nicht schließt, sagt von Platen. Denn wenn eine Arbeitnehmerin nicht weiß, ob sie ungerecht behandelt wird, kann sie auch nicht dagegen vorgehen. "Das kann auch heißen, dass Frauen ihre männlichen Kollegen in der Mittagspause ganz konkret fragen, was sie verdienen."

Für einige Berufstätige gibt es zur Lösung dieses Problems ein neues Gesetz: das Entgelttransparenzgesetz. Seit Anfang des Jahres können Arbeitnehmerinnen – und Arbeitnehmer – offiziell nachfragen, was die Kollegen des anderen Geschlechts verdienen. Das Gesetz gilt allerdings nur für Unternehmen mit mindestens 200 Mitarbeitern und nur dann, wenn es mindestens sechs Kollegen des jeweils anderen Geschlechts mit dem gleichen Job gibt. In diesem Fall erhalten Arbeitnehmer die Gehälter der Kollegen nur im Mittelwert. Nicht jede Ungerechtigkeit wird damit sichtbar.

Trotzdem rät von Platen, den Auskunftsanspruch zu nutzen – als Frau und als Mann. Denn auch wenn das dem oder der Einzelnen nicht deutlich weiterhilft, werden so wenigstens die Verantwortlichen in den Unternehmen gezwungen, sich die Zahlen anzuschauen, so die Finanzexpertin. "Die Gehälter schwarz auf weiß zu sehen, kann einen augenöffnenden Effekt haben."

Einzelne Kollegen gezielt nach ihrem Gehalt zu fragen, ist oft die bessere Variante. Denn so erfährt der Arbeitnehmer nicht nur Mittelwerte, sondern konkrete Zahlen. Das gibt ihm eine bessere Grundlage für die nächsten Gehaltsverhandlungen und verdeutlicht ihm die Verhandlungsspielräume. Frauen seien bei Gehaltsgesprächen, laut von Platen, nicht benachteiligt. Bei  transparenten Gehältern erzielen Frauen teilweise bessere Verhandlungsergebnisse, erklärt sie. Dabei müssen die Arbeitnehmerinnen jedoch darauf achten, nicht wie Männer zu verhandeln. Dies würde zickig und nicht kämpferisch wirken, erklärt von Platen.

Bei Lohnungerechtigkeit nicht gleich vor Gericht gehen 

Was sollten Frauen also tun, wenn sie tatsächlich schlechter bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen? Dann gibt es die Möglichkeit, vor Gericht zu ziehen. "Ich plädiere beim Verdacht auf Lohnungerechtigkeit immer dafür, erst das Gespräch zu suchen – und nicht gleich die juristische Keule zu schwingen", sagt von Platen. "Am besten gelingt das Gespräch, wenn es nicht gleich in die Konfrontation geht."

Denn viele Unternehmen stünden noch ganz am Anfang, wenn es um den transparenten Umgang mit Gehältern geht, sagt von Platen. Schneller würde es ihrer Meinung nach gehen, wenn für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Bewerbungen die Transparenz des Arbeitgebers ebenfalls ein Faktor sein würde. "Das Geld spielt leider oft nur eine untergeordnete Rolle."

21 Prozent Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen

Auch die neusten Zahlen des Statistischen Bundesamtes bestätigen, dass der Unterschied beim Verdienst von Männern und Frauen sich im vergangenen Jahr nicht verändert hat. Wie die Behörde mitteilt, lag der unbereinigte Gender Pay Gap – also das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen – wie im Vorjahr bei 21 Prozent. Frauen verdienten 2017 im Durchschnitt brutto 16,59 Euro pro Stunde, Männer hingegen 21,00 Euro.

Deutliche Unterschiede gibt es nach wie vor zwischen Ost und West: Während der Verdienstunterschied im früheren Bundesgebiet bei 22 Prozent liegt, ist er in den ostdeutschen Ländern mit sieben Prozent deutlich niedriger. Im Westen ging der Wert 2017 gegenüber dem Vorjahr leicht um einen Prozentpunkt zurück, im Osten blieb er unverändert.

Unterschiede vor allem aufgrund der Berufswahl

Rund drei Viertel dieses Verdienstunterschiedes lassen sich den Statistikern zufolge durch unterschiedliche Branchen und Berufe erklären, in denen Frauen und Männer tätig sind, sowie durch "ungleich verteilte Arbeitsplatzanforderungen hinsichtlich Führung und Qualifikation". Zudem seien Frauen häufiger als Männer teilzeit- oder geringfügig beschäftigt.

Werden Frauen und Männer mit ähnlicher Qualifikation und Tätigkeit verglichen, ist der Lohnunterschied niedriger. Dieser bereinigte Gender Pay Gap wird allerdings nur alle vier Jahre erhoben. Im Jahr 2014 lag diese Lücke bei sechs Prozent. 2010 betrug der Unterschied sieben Prozent und 2006 acht Prozent.

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • AFP

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