Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere >

Frauen in Führungspositionen: Deutschland hinkt hinterher

Letzter Platz im Ländervergleich  

Frauen in Führungspositionen: Deutschland hinkt hinterher

11.05.2018, 17:56 Uhr | dpa

Frauen in Führungspositionen: Deutschland hinkt hinterher. Frauen in Führungspositionen: So weiblich ist in Deutschland kaum eine Top-Etage. (Quelle: Getty Images/FangXiaNuo)

Frauen in Führungspositionen: So weiblich ist in Deutschland kaum eine Top-Etage. (Quelle: FangXiaNuo/Getty Images)

Die Top-Etage vieler deutscher Konzerne ist immer noch eine Männerdomäne. In anderen Ländern sitzen deutlich mehr Frauen im Vorstand – obwohl die Rahmenbedingungen nicht unbedingt besser sind.

Deutschlands Börsenschwergewichte hinken bei der Besetzung von Top-Posten mit Frauen einer Studie zufolge der Konkurrenz aus anderen Ländern hinterher. Bei einem Vergleich der jeweils 30 größten börsennotierten Unternehmen in Frankreich, Großbritannien, Polen, Schweden und den USA rangierte Deutschland auf dem letzten Rang, wie aus einer Untersuchung der Allbright Stiftung hervorgeht.

Nur zwölf Prozent der Vorstandsmitglieder der Dax-Konzerne weiblich

Lediglich gut zwölf Prozent der Vorstandsmitglieder der 30 Dax-Konzerne seien weiblich (Stand: 1. April 2018). Deutschland befinde sich damit auf einer Stufe wie Indien und die Türkei mit einem Frauen-Anteil von jeweils rund zehn Prozent in der Führungsetage.

In den USA und in Schweden ist der Anteil von Managerinnen im Vorstand den Angaben zufolge jeweils doppelt so hoch wie in Deutschland. Die Börsenschwergewichte in Großbritannien kommen auf gut 20 Prozent, in Polen sind es 15,5 Prozent und in Frankreich 14,5 Prozent, wie aus der Studie hervorgeht.

Unternehmen wie die US-Konzerne Apple, IBM und Coca-Cola oder Hennes & Mauritz in Schweden haben den Angaben zufolge zum Teil bereits deutlich mehr als 30 Prozent Frauen in der Top-Etage. Das gelte auch für L'Oréal und Danone in Frankreich, Unilever in Großbritannien oder Energa in Polen.

In Deutschland erreiche keines der großen Börsenunternehmen einen Frauenanteil von 30 Prozent in dem Führungsgremium. Deutschland sei zudem das einzige Land in dem Vergleich, in dem kein einziges Top-Unternehmen von einer Frau geführt werde.

Einstellung der Unternehmen laut Studie entscheidend

Zwar seien gute Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig für einen hohen Frauenanteil im Management. Wirklich entscheidend sei jedoch nicht das staatliche Krippenangebot, sondern die Einstellung der Unternehmen, hieß es in der Studie.

Die USA seien das Land mit den schlechtesten Rahmenbedingungen, dennoch nutzten die Unternehmen die weiblichen Ressourcen am konsequentesten. In schwedischen Konzernen habe es trotz bester Bedingungen erst dann mehr Managerinnen im Vorstand gegeben, als die Firmen die betriebswirtschaftliche Relevanz gemischter Unternehmensführung erkannt hätten.

"Diese Unternehmenspolitik ist nicht nur rückwärtsgewandt, auch unklug"

Das Festhalten am Gewohnten bremse nicht nur die Entwicklung des Frauenanteils in deutschen Konzernen. "Ein weiteres Zurückbleiben bei Diversität und Digitalisierung wäre mit Blick auf den internationalen Wettbewerb gefährlich", warnten die Geschäftsführer der Allbright Stiftung, Wiebke Ankersen und Christian Berg.

Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) kritisierte die Konzerne: "Diese Unternehmenspolitik ist nicht nur rückwärtsgewandt, sie ist auch unklug: Dass Unternehmen mit gemischten Teams in den Chefetagen erfolgreicher sind, ist wissenschaftlich belegt. Die Wirtschaft verschenkt das Potential top ausgebildeter und engagierter Frauen. Innovation in Deutschland ist nur möglich, wenn wir die Potenziale von Männern und Frauen voll nutzen."

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mahnte in einem Schlusswort zu dem Bericht: "Deutschland wird vor dem Hintergrund des fortschreitenden demografischen Wandels zunehmend darauf angewiesen sein, dass alle klugen Köpfe, ob männlich oder weiblich, ihr Potenzial entfalten können."

Die gemeinnützige deutsch-schwedische Allbright Stiftung setzt sich für mehr Frauen und Diversität in den Führungspositionen der Wirtschaft ein.

Verwendete Quellen:
  • dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team


Anzeige
49,95 €* im Tarif MagentaMobil L mit Top-Smartphone
zum Angebot von der Telekom
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018