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Playmobil: Hersteller verklagt Betriebsrat wegen Hitzepausen

Wegen Hitzepausen  

Playmobil-Hersteller verklagt Betriebsrat

03.09.2018, 20:02 Uhr | sm, dpa

Playmobil: Hersteller verklagt Betriebsrat wegen Hitzepausen. Playmobil-Produktion: In einer Produktionshalle der Firma Geobra Brandstätter in Dietenhofen werden Playmobil-Spielwaren hergestellt. (Quelle: dpa/David Ebener)

Playmobil-Produktion: In einer Produktionshalle der Firma Geobra Brandstätter in Dietenhofen werden Playmobil-Spielwaren hergestellt. (Quelle: David Ebener/dpa)

Hitze kann zu Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit führen. Um das zu vermeiden, hat der Arbeitgeber für eine angemessene Raumtemperatur zu sorgen – ob durch eine Klimaanlage oder gesonderte Hitzepausen. Letzere hatte der Betriebsrat ausgerufen und steht nun vor Gericht.

Der Playmobil-Hersteller Geobra Brandstätter streitet sich bald vor Gericht mit Betriebsratsmitgliedern wegen Hitzepausen. Das fränkische Unternehmen hat einen Antrag gegen acht Betriebsratsmitglieder vor dem Arbeitsgericht Nürnberg eingereicht, wie eine Gerichtssprecherin bestätigt.

Der Vorwurf: Die Betriebsratsmitglieder sollen eigenmächtig – ohne Beschluss des Gremiums – mündlich und schriftlich wegen der großen Hitze in diesem Sommer zu zehnminütigen Arbeitsunterbrechungen aufgerufen haben.

Will Playmobil Betriebsrat austauschen?

Dies sei eine so schwerwiegende Verletzung von gesetzlichen Pflichten sowie des Betriebsverfassungsgesetzes, dass ein Ausschluss der Mitglieder aus dem Betriebsrat gerechtfertigt sei, so der Playmobil-Hersteller.

Begründet wird dies mit vorangegangenen Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichtes. Demnach sei ein Ausschluss aus dem Betriebsrat gerechtfertigt, wenn durch das Verhalten der Mitglieder die Funktionsfähigkeit des Betriebsrats ernstlich bedroht sei oder lahmgelegt werde, so die Gerichtssprecherin. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" über den Streit berichtet.

Gewerkschaft: Vorwürfe nicht nachvollziehbar

Weder das Unternehmen noch die Gewerkschaft IG Metall, der die betroffenen Betriebsräte angehören, wollten sich zu dem laufenden Verfahren äußern. Der IG-Metall-Bevollmächtigte Klaus-Dieter Winnerlein sagte lediglich: "Wir können das nicht nachvollziehen." Die Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage. Ein Sprecher von Geobra Brandstätter betonte, das Unternehmen habe wegen der großen Hitze frühzeitig zahlreiche Maßnahmen ergriffen – etwa Lüftungssysteme verändert und Wasserspender aufgestellt.


Verwendete Quellen:
  • dpa

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