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Streit um Job-Anforderung: Fehlende Sprachkenntnisse nicht automatisch Kündigungsgrund

Streit um Jobanforderung  

Fehlende Sprachkenntnisse nicht automatisch Kündigungsgrund

15.07.2019, 16:34 Uhr | dpa

Streit um Job-Anforderung: Fehlende Sprachkenntnisse nicht automatisch Kündigungsgrund. Mangelnde Sprachkenntnisse rechtfertigen nicht zwingend eine Kündigung.

Mangelnde Sprachkenntnisse rechtfertigen nicht zwingend eine Kündigung. Ist etwa die Geschäftssprache eine Betriebes Deutsch, reicht der Grund nicht aus. Foto: Patrick Pleul. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Ändern sich die Anforderungen eines Arbeitsverhältnisses im Laufe der Anstellung, können fehlende Fremdsprachkenntnisse eine personenbedingte Kündigung rechtfertigen.

Das gilt allerdings nur, wenn etwa gutes Englisch für die Tätigkeit zwingend erforderlich und nicht nur wünschenswert ist. Das geht aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln (Az.: 6 Sa 489/18) hervor, auf das der Bund-Verlag verweist.

Im konkreten Fall ging es um eine Buchhalterin in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Der Arbeitgeber kündigte der Frau, weil er sie in der Folge größerer Umstrukturierungen seiner Ansicht nach nicht mehr einsetzen konnte. Der Frau fehlten seiner Ansicht nach die für die Arbeit nötigen Englischkenntnisse in Wort und Schrift. Die zu erledigenden Aufgaben hätten sich zwar nicht geändert, aber die Anforderungen an die Stelle im Rahmen der Umstrukturierung.

Die Kündigung war nach Entscheidung der Richter unwirksam. Englischkenntnisse seien für das Arbeitsverhältnis nicht zwingend notwendig, da zum einen die Geschäftssprache des Betriebs nicht Englisch ist. Zum anderen habe die Frau jahrelang auf einer Stelle gearbeitet, für die im Anforderungsprofil gute Englischkenntnisse vorgeschrieben waren - und das bislang ohne nennenswerte Probleme.

Zudem ergebe sich auch aus dem Wunsch des Arbeitgebers, nur noch Mitarbeiter mit guten Englischkenntnissen zu beschäftigen, kein dringender betrieblicher Grund, der eine Kündigung rechtfertigt. Ein solcher Grund existiert nur, wenn eine Kündigung aufgrund der betrieblichen Lage unvermeidbar ist. In der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gebe es aber selbst nach der Umstrukturierung Buchhaltungsaufgaben, die ausschließlich die deutschen Tochtergesellschaften betreffen - und mit der die Buchhalterin betraut werden könne.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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