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Mindestlohn für Zeitarbeiter in Reichweite

Mindestlohn für Zeitarbeiter in Reichweite

04.10.2010, 11:37 Uhr | dpa, dpa, t-online.de

Mindestlohn für Zeitarbeiter in Reichweite. Zeitarbeiter können möglicherweise bald mit einem Mindestlohn rechnen (Foto: imago)

Zeitarbeiter können möglicherweise bald mit einem Mindestlohn rechnen (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Ein Mindestlohn für Leiharbeiter rückt in greifbare Nähe. Der Weg dazu könnte eine Tarifvereinbarung sein, die die Christlichen Gewerkschaften mit zwei Verbänden der Zeitarbeitsbranche verhandelt haben. Leiharbeiter sollen demnach vom 1. Mai 2011 im Westen 7,79 Euro pro Stunde, im Osten 6,89 Euro bekommen.

Diese Zahlen nannte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Mittelständischer Sozialdienstleister (AMP), Thomas Hetz, und bestätigte damit grundsätzlich Informationen der "Passauer Neuen Presse" (PNP).

Gewerkschaften unterbieten sich nicht mehr

Mit der Vereinbarung, die noch nicht von allen Beteiligten unterschrieben ist, wäre die Tarifkonkurrenz zu den von der DGB-Tarifgemeinschaft mit zwei anderen Arbeitgeberverbänden der Zeitarbeit ausgehandelten Löhnen ad acta gelegt. Beide Tarifwerke sind dem Vernehmen nach identisch. Bislang hatten die Christlichen Gewerkschaften die DGB-Tarife immer unterboten.

Nach Angaben von Hetz sollen die Tarife nach dem Willen der Tarifparteien stufenweise weiter angehoben werden: Zum 1. November 2010 auf 7,89 bzw. 7,01 Euro (West/Ost), ein Jahr später dann auf 8,19 und 7,50 Euro. Der AMP-Manager betonte, Abschläge während einer Einarbeitungszeit seien nicht vorgesehen.

Zeitarbeit boomt

Derzeit sind mehr als 800.000 Beschäftigte in Zeitarbeit. Die Branche boomt, seit sich die Wirtschaft nach der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder erholt.

Der Generalsekretär des Christlichen Gewerkschaftsbundes (CGB), Gunter Smits, forderte die Politik in der "PNP" auf, die Zeitarbeit ins Arbeitnehmerentsendegesetz aufzunehmen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die vereinbarten Mindestlöhne für allgemeinverbindlich für die gesamte Branche erklärt werden können. Die Bundesregierung hatte dies bislang wegen der konkurrierenden Tarifverträge abgelehnt.

Gewerkschaften sagen billiger Leiharbeit den Kampf an

Dumpinglöhne für Zeitarbeiter sollen nach dem Willen von Gewerkschaften der Vergangenheit angehören. "Das Geschäftsmodell der billigen Leiharbeit neigt sich dem Ende zu", sagte IG-Metall-Vize Detlef Wetzel. Verdi-Vorstandsmitglied Margret Mönig-Raane sagte der "Süddeutschen Zeitung", sie gehe fest davon aus, dass die Behandlung von Leiharbeitern künftig in Tarifverhandlungen immer Teil der Forderungen sein werde.

Arbeitgeber und IG Metall hatten sich auf 3,6 Prozent mehr Lohn und Gehalt für die 85.000 Beschäftigten der Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen geeinigt. Außerdem verständigten sie sich auf den Grundsatz "gleiche Arbeit - gleiches Geld" für die etwa 3000 Leiharbeiter in der Stahlbranche.

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