Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere > Löhne & Gehälter >

Aufschwung: Bosch zieht Lohnerhöhung vor

Aufschwung: Bosch zieht Lohnerhöhung vor

27.10.2010, 09:33 Uhr | dpa, dpa, t-online.de

In der Krise mussten sie Zugeständnisse machen, jetzt sollen die Mitarbeiter von Bosch für ihre Unterstützung belohnt werden: Der größte europäische Autozulieferer will die für das nächste Jahr vorgesehene Lohnerhöhung von 2,7 Prozent um zwei Monate auf Februar vorziehen. Das kündigte Bosch-Chef Franz Fehrenbach an. Davon profitieren die rund 85.000 Tarif-Mitarbeiter an den deutschen Standorten.

"Das gebietet uns jetzt die Fairness, da die Konjunktur erfreulich schnell wieder anzieht", sagte Fehrenbach dem "Handelsblatt". Konzernbetriebsratschef Alfred Löckle teilte mit: "Wir haben in der Krise die Tariferhöhung nach hinten verschoben. Wenn nun die Lage wieder gut ist, gilt selbstverständlich auch der umgekehrte Weg."

Flexible Regelungen im Tarifvertrag ausgenutzt

Die erste Stufe der Tariferhöhung von 2,1 Prozent hatte Bosch um fünf Monate nach hinten verschoben, sie galt vom 1. Oktober 2009 an. Damit hatten die Schwaben - wie mehrere andere Unternehmen - die Flexibilitätsklauseln im Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie genutzt. "Nachdem sich die wirtschaftliche Erholung schneller als erwartet vollzogen hat, werden wir die flexiblen Komponenten des Tarifvertrags erneut nutzen - nun zugunsten unserer Mitarbeiter", sagte Personalchef Wolfgang Malchow.

Die Bosch-Mitarbeiter hatten außerdem durch eine Kürzung von Sonderzahlungen dazu beigetragen, die Kosten der Kurzarbeit zu senken. Dadurch konnte das Unternehmen die Maßnahme verlängern und so die Stammbelegschaft trotz eines deutlichen Rückgangs der Geschäfte bei mehr als 110.000 Mitarbeitern in Deutschland halten. Bosch hatte während der Krise für bis zu 65.000 Mitarbeiter in Deutschland die Arbeitszeit verkürzt, Ende September waren von der Maßnahme noch rund 4300 Beschäftigte betroffen.

"Die Belegschaft stand hinter diesem Kurs und bewies eine große Solidarität, in der Krise füreinander einzustehen", sagte Löckle. Der Konzernbetriebsratschef will sich auch für eine Arbeits- und Erfolgsprämie für das laufende Jahr einsetzten.

Starkes Umsatzplus in Aussicht

Das Unternehmen hatte zuletzt für 2010 ein Umsatzplus von 20 Prozent auf gut 46 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Auch beim Ergebnis erwartet Bosch wieder schwarze Zahlen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen erstmals in der Nachkriegsgeschichte einen Milliardenverlust eingefahren.

Am vergangenen Freitag hatte Daimler-Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm für seine Belegschaft ebenfalls gefordert, die Tariferhöhung um zwei Monate vorzuziehen. Ähnliche Aufrufe gibt es dem "Handelsblatt"-Bericht zufolge auch von Belegschaften anderer deutscher Großkonzerne, etwa bei Siemens. Arbeitgebervertreter hatten zuletzt noch höhere Löhne wegen des Aufschwungs abgelehnt.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Sie können alles tragen, wenn Sie Sie sind
MY TRUE ME - Mode ab Größe 44
Anzeige
Jetzt bei der Telekom: Surfen mit bis zu 50 MBit/s!
z. B. mit MagentaZuhause M
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere > Löhne & Gehälter

shopping-portal