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Diakonie soll Zeitarbeiter zu Billiglöhnen beschäftigen

Diakonie soll Zeitarbeiter zu Billiglöhnen beschäftigen

21.01.2011, 16:05 Uhr | bv, t-online.de

Diakonie soll Zeitarbeiter zu Billiglöhnen beschäftigen. Lohndumping in der Diakonie?  (Foto: imago)

Lohndumping in der Diakonie? (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Pflegeeinrichtungen der Diakonie sollen laut Recherchen des Magazins "Stern" die Löhne von zehntausenden Angestellten mit Dumpingmethoden drücken. Das Modell erinnere an das, das die Drogeriemarktkette Schlecker früher praktizierte: Die Beschäftigten werden unter anderem über eigene Zeitarbeitsfirmen zu niedrigeren Löhnen als üblich eingestellt.

Die Diakonie, der Wohlfahrtsverband der evangelischen Kirche, hat dazu die unternehmenseigene Leiharbeitsfirma Dia Logistik gegründet. Vor allem bei qualifiziertem Pflegepersonal lasse sich kräftig sparen: So verdiene eine examinierte Altenpflegerin mit zwei Jahren Berufserfahrung bei der Diakonie 14,28 Euro pro Stunde. Bei der Leiharbeitsfirma seien es nur 10,16 Euro.

"Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und Nächstenliebe"

Geschäftsführer diakonischer Einrichtungen hätten zudem GmbHs gegründet, um gekündigte Beschäftigte zu schlechteren Konditionen wieder einstellen zu können, schreibt der "Stern".

Zu den Vorwürfen hieß es bei der Diakonie: "Alle diakonischen Einrichtungen müssen den Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und Nächstenliebe aushalten. Wenn eine Einrichtung ausschließlich finanzielle Gesichtspunkte in den Vordergrund stellt, handelt sie nicht mehr diakonisch."

Zehntausende Betroffene bei der Diakonie

Über die Zahl der Diakonie-Mitarbeiter, die vom Lohndumping betroffen sind, gibt es laut "Stern" unterschiedliche Angaben. Die Organisation hat insgesamt 435.000 festangestellte Mitarbeiter. Nach Angaben der Evangelischen Kirche sind davon acht Prozent (35.000) ausgelagert. Die Mitarbeitervertretung spricht dagegen von 75.000 Beschäftigten, die unter Lohndumping zu leiden hätten.

Die Diakonie ist das evangelische Gegenstück zur katholischen Caritas. Die 26 Diakonischen Werke in Deutschland handeln rechtlich selbstständig. Nach der Caritas ist die Diakonie der zweitgrößte private Arbeitgeber in Deutschland.

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