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Inflation ließ Reallöhne 2011 langsamer steigen

Inflation ließ Reallöhne 2011 langsamer steigen

06.02.2012, 14:06 Uhr | AFP, AFP, t-online.de

Inflation ließ Reallöhne 2011 langsamer steigen. Die Inflation hat die Reallöhne 2011 stärker geschmälert als 2010 (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Inflation hat die Reallöhne 2011 stärker geschmälert als 2010 (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Inflation hat im vergangenen Jahr einen Großteil der Lohnerhöhungen sofort wieder aufgefressen. Zwar stiegen die Nominallöhne gegenüber 2010 um 3,3 Prozent. Weil aber auch die Preise gleichzeitig um 2,3 Prozent kletterten, blieb nur ein um 1,0 Prozent höherer Reallohn übrig. 2010 hatte die Reallohn-Steigerung noch 1,5 Prozent betragen. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Vor allem der weitere Abbau der Kurzarbeit, höhere Tarifabschlüsse und Sonderzahlungen führten dazu, dass die Nominallöhne im vergangenen Jahr kräftig anstiegen. Laut Statistik lagen sie im ersten und im zweiten Quartal 2011 sogar um knapp über vier Prozent höher als 2010. Im dritten Quartal stiegen sie noch um 3,0 Prozent, im vierten Quartal dann lediglich um 2,1 Prozent.

Sinkende Reallöhne im vierten Quartal

In den letzten drei Monaten des Jahres reichte dieser Zuwachs der Nominallöhne nicht mehr aus, um den hohen Anstieg der Preise auszugleichen: Im vierten Quartal sanken die Reallöhne laut Statistik um 0,2 Prozent. Die Inflationsrate lag im vergangenen Jahr in allen vier Quartalen über zwei Prozent, die Verbraucher mussten vor allem für Benzin und Diesel sowie Öl und Gas zum Heizen deutlich mehr zahlen.

In den vergangenen zehn Jahren waren die Verbraucherpreise deutlich stärker als die Nettolöhne und -gehälter gestiegen, wie das Statistische Bundesamt im Dezember zum zehnten Jahrestag der Einführung des Euro mitgeteilt hatte. Die Inflationsrate von Januar 2002 bis November 2011 betrug demnach 17 Prozent, der Anstieg der Löhne und Gehälter nur 11,2 Prozent. Im Jahr 2008 etwa stiegen die Reallöhne nur um 0,5 Prozent, im Krisenjahr 2009 sanken sie um 0,4 Prozent.

Gewerkschaften wollen bis zu sieben Prozent rausholen

In diesem Jahr wollen die Gewerkschaften für die Arbeitnehmer mehr herausholen: Sie haben Lohnforderungen von fünf bis sieben Prozent angekündigt. Verhandlungen stehen im öffentlichen Dienst, in der Metall- und Elektroindustrie, im Bankgewerbe, in der chemischen Industrie, in der Textil- und Bekleidungsindustrie, im Kfz-Gewerbe und im Hotel- und Gaststättengewerbe an. Die Ausgangssituation sei aber «ungünstiger als im Vorjahr», erklärte jüngst die Hans-Böckler-Stiftung, denn es werde allgemein mit einer Stagnation der wirtschaftlichen Entwicklung gerechnet.

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