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Hans-Böckler-Stiftung: Kapitaleinkommen wachsen, Reallöhne schrumpfen

Kapitaleinkommen wachsen, Reallöhne schrumpfen

28.03.2012, 10:06 Uhr | t-online.de, t-online.de

Hans-Böckler-Stiftung: Kapitaleinkommen wachsen, Reallöhne schrumpfen. Das Realeinkommen ist in den letzten zehn Jahren gesunken (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Realeinkommen ist in den letzten zehn Jahren gesunken (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Beschäftigten in Deutschland haben zwischen den Jahren 2000 und 2011 reale Lohnverluste erlitten. Das teilte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung unter Verweis auf das WSI-Tarifarchiv mit. Nach Abzug der Inflation blieb demnach vom Bruttoeinkommen durchschnittlich 2,9 Prozent weniger übrig als zehn Jahre zuvor. Zwar seien die Reallöhne 2010 und 2011 um 1,0 beziehungsweise 1,1 Prozent gestiegen. Dies habe jedoch die Verluste, die von 2004 bis 2009 entstanden waren, nicht ausgleichen können.

Grafiken zur Entwicklung des Realeinkommens (Quelle: Hans-Böckler-Stiftung)Grafiken zur Entwicklung des Realeinkommens (Quelle: Hans-Böckler-Stiftung) Tariflöhne mit realem Zuwachs

Wer nach Tarif bezahlt wird oder Kapitaleinkommen erzielt, konnte demgegenüber aber Zuwächse verbuchen. So lagen die tariflichen Löhne und Gehälter 2011 real um 6,1 Prozent höher als im Jahr 2000. Bei den Kapitaleinkommen gab es - diesmal nominal - einen Zuwachs von knapp 50 Prozent, trotz des zwischenzeitlichen Rücksetzers durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Vergleichszahl bei den Arbeitseinkommen: sie legten im gleichen Zeitraum nominal um knapp 19 Prozent zu.

Niedriglohnsektor ist gewachsen

Zu den Arbeitseinkommen schrieb die Stiftung weiter, die schwache Entwicklung sei auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Deregulierung am Arbeitsmarkt zurückzuführen. Die Hartz-Reformen hätten Druck auf die Verdienste ausgeübt. Vor allem der Niedriglohn-Sektor sei gewachsen.

Für die Jahre 2000 bis 2009 stellten die Forscher eine starke negative Lohndrift fest. Das bedeutet, dass die allgemeinen Bruttolöhne immer stärker hinter den Tariflöhnen zurückblieben. Erst 2010 und 2011 habe sich dieser Trend wieder umgekehrt - seitdem wachsen real die Bruttolöhne, während die Tariflöhne sich etwas verringern.

Die Forscher ziehen daraus den Schluss, dass die Tariflöhne die Entwicklung der Realeinkommen in den vergangenen zehn Jahren gestützt haben. Diese Wirkung nehme aber mit zurückgehender Tarifbindung ab.

Hinweis: t-online.de bietet seinen Lesern zwei einfache Nutzungsmöglichkeiten des WSI-Tarifarchivs an. Unter Gehaltsumfrage können Sie selbst zu Ihrem Lohn oder Gehalt Angaben machen. Unter Gehaltsvergleich können Sie herausfinden, was vergleichbare Personen in Ihrem Beruf verdienen. Die Nutzung des WSI-Tarifarchivs erfolgt anonym und ist kostenlos.

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