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Wie Firmen Leiharbeit und Werkverträge zum Kosten-Sparen nutzen

Kosten-Sparen durch Leiharbeit und Werkverträge

02.04.2012, 14:50 Uhr | AFP

Eine Umfrage der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) zeigt, dass in der Ernährungsindustrie Arbeitskräfte zunehmend mit einem sogenannten Werkvertrag beschäftigt sind. Neben der Zeitarbeit hat die Wirtschaft in Werkverträgen offenbar einen weiteren Weg entdeckt, Personalkosten zu sparen.

Leiharbeit:

Bei der Zeitarbeit oder auch Leiharbeit beschäftigen Unternehmen Arbeitskräfte nicht selbst, sondern leihen sich diese bei spezialisierten Drittfirmen gegen Gebühr aus. Mittlerweile arbeiten in Deutschland über 900.000 Menschen in der Zeitarbeit. Seit der weitgehenden Liberalisierung der sogenannten Arbeitnehmerüberlassung im Jahr 2003 ist die Leiharbeit in Deutschland massiv gewachsen. Seitdem können Leiharbeitsfirmen Zeitarbeiter auch unbegrenzt an Unternehmen ausleihen. Eigentlich aber soll Leiharbeit nur dazu dienen, dass Unternehmen kurzfristig auf Auftragsspitzen reagieren können.

Gewerkschaften kritisieren, dass Zeitarbeit zunehmend Stammbelegschaften in Unternehmen verdrängt. Studienergebnisse zeigen zudem, das Leiharbeiter deutlich schlechter bezahlt werden als reguläre Mitarbeiter. Für die Leiharbeitsbranche gilt ein Mindestlohn. Zudem haben Betriebsräte in den Betrieben, die sich Arbeitskräfte ausleihen, gewisse Mitbestimmungsrechte in Sachen Zeitarbeit.

Werkverträge

Mit sogenannten Werkverträgen lagern Unternehmen Tätigkeiten an andere Unternehmen oder selbständige Einzelpersonen aus. Die Bezeichnung "Werkvertrag" kommt daher, dass sich der Auftragnehmer gegenüber dem Auftraggeber verpflichtet eine bestimmte Arbeit oder Dienstleistung - ein Werk also - zu bestimmten Bedingungen zu verrichten. Ein Beispiel hierfür wären etwa Putzarbeiten, die ein Unternehmen im Auftrag eines anderen erledigt. Die Gewerkschaft NGG kritisiert, dass Unternehmen zunehmend Werkverträge mit Drittfirmen abschließen, um dadurch Kosten zu drücken.

Für den Auftraggeber liegt der Vorteil bei der Vergabe von Werkverträgen darin, dass er für die Erledigung der Arbeit selbst keine Beschäftigten einstellen muss, sondern die Tätigkeit für ihn nur noch als Kostenblock existiert. Gewerkschaftsvertreter kritisieren, dass es sich bei Werksverträgen oft nur um "Scheinwerkverträge" handelt und häufig verdeckte Leiharbeit vorliegt. Dies kann etwa der Fall sein, wenn Mitarbeiter des Werkvertragsnehmers Aufgaben direkt auf Weisung des Auftraggebers erledigen. Im Gegensatz zur Leiharbeit gelten bei Werkverträgen Tarifvertragsbestimmungen nicht.

Ratgeber - Leiharbeit: Glück oder Unglück für Arbeitslose?

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