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Deutsche Bank plant wohl Nullrunde für Mitarbeiter

Deutsche Bank plant wohl Nullrunde für Mitarbeiter

30.01.2013, 15:35 Uhr | dpa-AFX, dapd, t-online.de

Deutsche Bank plant wohl Nullrunde für Mitarbeiter. Der rigorose Sparkurs bei der Deutschen Bank trifft Zehntausende von Mitarbeitern (Quelle: dapd)

Der rigorose Sparkurs bei der Deutschen Bank trifft Zehntausende von Mitarbeitern (Quelle: dapd)

Zahlreiche Mitarbeiter der Deutschen Bank müssen sich laut Medienberichten in diesem Jahr auf eine Nullrunde einstellen. Alle außertariflich bezahlten Angestellten würden die übliche Gehaltserhöhung nicht bekommen, berichteten das "Wall Street Journal Deutschland" und die "Süddeutsche Zeitung". Dies betreffe 25.000 Mitarbeiter in Deutschland und damit jeden zweiten im Heimatland des Kreditinstituts. Der deutsche Branchenprimus spart demnach an allen möglichen Stellen. So soll es etwa bei Besprechungen keinen Kaffee mehr geben.

Rotstift auch bei Boni angesetzt

Nach Informationen aus Betriebsratskreisen bekommen schätzungsweise 12.000 bis 15.000 außertarifliche Beschäftigte hierzulande das Sparprogramm zu spüren - in der Regel Mitarbeiter mit besonderen Aufgaben oder in Leitungsfunktionen. Insgesamt beschäftigt das größte Geldhaus der Bundesrepublik nach den letzten veröffentlichten Zahlen im Inland gut 47.000 Vollzeitkräfte.

Der Gesamtbetriebsrat soll sich vehement gegen die Einsparungen wehren: Für außertarifliche Mitarbeiter, die nur knapp über Tarif bezahlt würden, bedeute die Regelung Reallohnverluste. Auch die Boni für das Jahr 2012 seien deutlich niedriger ausgefallen, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa von Insidern: "Die Bonustöpfe sind im Schnitt um etwa acht bis zehn Prozent verkleinert worden."

Sparkurs soll miese Bilanz ausgleichen

Ein Deutsche-Bank-Sprecher wollte die Nullrunden-Pläne nicht bestätigen und sagte, dass die außertariflichen Gehälter "in jedem Einzelfall" geklärt würden. Sparpläne werden möglicherweise auch ein Thema auf der Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bank am Donnerstag in Frankfurt sein. Erstmals werden die beiden Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und Jürgen Fitschen die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr präsentieren.

Experten rechnen mit enttäuschenden Daten. Für das vierte Quartal 2012 erwarten sie sogar einen Verlust. Für das Gesamtjahr 2012 wird nach aktuellen Schätzungen mit einem Überschuss von rund 2,5 Milliarden Euro gerechnet - nach 4,1 Milliarden Euro im Jahr 2011.

Die Bank selbst hatte bereits im Dezember eine Gewinnwarnung für die Monate Oktober bis Dezember herausgegeben. Zahlreiche Probleme belasteten die Bilanz wie der Abbau von Risiken, die Restrukturierung und die Integration der Postbank.

Jobabbau seit Sommer 2012

Die Führung des Kreditinstituts hatte bereits angekündigt, die jährlichen Kosten bis 2015 um 4,5 Milliarden Euro zu senken. Seit Sommer 2012 baut der Konzern 1900 Stellen ab, vor allem im Investmentbanking und im Ausland. In den kommenden Monaten drohen weitere Sonderbelastungen, nicht nur wegen der Affäre um manipulierte Zinssätze (Libor, Euribor) und dem Vorwurf des Umsatzsteuerbetrugs.

Es steht auch noch die Schadenersatzzahlung an die Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch aus. Nachdem das Oberlandesgericht München die Deutsche Bank im Dezember bereits verurteilt hat, muss es in den kommenden Monaten noch die Höhe festlegen.

Kirch-Rechtsstreit könnte teuer werden

Beide Parteien können dazu noch bis Donnerstag Gutachter vorschlagen. Auf die Bank könnte eine Milliardensumme zukommen. Mitarbeiter unkten im Übrigen bereits, wie viele Kaffees man wegen der möglichen Kosten für den Kirch-Rechtsstreit nicht trinken könne, hieß es.

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