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Reallöhne sind seit 2000 um 1,8 Prozent gesunken

Einkommen  

Reallöhne sind seit 2000 um 1,8 Prozent gesunken

12.02.2013, 17:26 Uhr | dpa, t-online.de

Reallöhne sind seit 2000 um 1,8 Prozent gesunken. Bei den Löhnen steht im Vergleich zur Jahrtausendwende ein Minus (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei den Löhnen steht im Vergleich zur Jahrtausendwende ein Minus (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Für die gleiche Arbeit gibt es heute weniger Geld als noch im Jahr 2000, zumindest im Durchschnitt. Die Reallöhne, also die Einkommen nach Abzug der Preissteigerung, sind seit der Jahrtausendwende um 1,8 Prozent gesunken. Das zeigt eine Berechnung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI), das zur gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gehört. Es gibt noch einen zweiten Trend: Unternehmensgewinne und Einkommen aus Vermögen sind kräftig gestiegen.

Letztere erhöhten sich trotz eines Einbruchs 2009 wegen der Wirtschaftskrise zwischen 2000 und 2012 nominal um 50 Prozent, während die Arbeitnehmerentgelte nur um 24 Prozent wuchsen. Preisbereinigt hätte der Lohnanstieg der vergangenen drei Jahre die erheblichen Verluste in den Jahren zuvor noch nicht ausgleichen können, hieß es. Aber der Rückstand sei kleiner geworden. 2009 hätten die realen Bruttolöhne noch um 4,6 Prozent niedriger gelegen als im Jahr 2000.

Tariflöhne sind um 6,9 Prozent gestiegen

Nicht gesunken, sondern real um 6,9 Prozent gestiegen sind die Tariflöhne. Das zeigt laut Reinhard Bispinck vom WSI, "dass das Tarifsystem in der vergangenen Dekade mehr denn je das Rückgrat der Lohnentwicklung in Deutschland war". Allerdings hätten Tariflöhne als Teil des Bruttoeinkommens in dieser Zeit auch an Bedeutung verloren, da die Tarifbindung sank.

2013 wachsen die Löhne wohl stärker als die Inflation

Vor wenigen Tagen hatte das Statistische Bundesamt mitgeteilt, dass nach ersten vorläufigen Berechnungen die Bruttolohnzuwächse im vergangenen Jahr um 0,6 Punkte über der Inflationsrate von 2,0 Prozente gelegen hätten. Damit lag der Lohnzuwachs zum dritten Mal in Folge über der durchschnittlichen Preissteigerungsrate. Für das laufende Jahr haben die führenden Forschungsinstitute mit einem Plus von rund drei Prozent eine ähnliche Lohnentwicklung prognostiziert.

Institut wirbt für Steigerung der Kaufkraft

Gleichwohl, so das WSI, bleibe die Schere zwischen Löhnen einerseits und Gewinn- und Vermögenseinkommen weit geöffnet. Das sei schlecht für die Entwicklung in Deutschland und Europa. "Wir sehen derzeit deutlich, wie wichtig eine solide Binnennachfrage für unsere wirtschaftliche Stabilität ist. Eine deutliche Stärkung der Massenkaufkraft durch höhere Löhne ist dafür unverzichtbar", sagte Bispinck laut einer Pressemitteilung.

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