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Lufthansa-Streik am Montag: Das kommt auf die Passagiere zu

Ver.di will Lufthansa am Montag ganztägig bestreiken

19.04.2013, 14:42 Uhr | dpa-AFX, AFP, dpa, t-online.de

Lufthansa-Streik am Montag: Das kommt auf die Passagiere zu. Am Montag wollen Mitarbeiter vom Boden- und Kabinenpersonal die Arbeit niederlegen (Quelle: dpa)

Am Montag wollen Mitarbeiter vom Boden- und Kabinenpersonal die Arbeit niederlegen (Quelle: dpa)

Passagiere der Lufthansa müssen für den kommenden Montag mit massiven Verspätungen und Flugausfällen rechnen. Die Gewerkschaft Ver.di hat das Bodenpersonal der größten deutschen Fluggesellschaft zu ganztägigen und nahezu flächendeckenden Warnstreiks aufgerufen. Dadurch soll der Druck auf die laufenden Tarifverhandlungen erhöht werden. Lufthansa hat nun angekündigt, ihren Flugplan umzustellen. Zudem prüft sie rechtliche Schritte gegen Ver.di.

Welche Flüge ausfallen, stehe am Samstagabend fest, erklärte ein Unternehmenssprecher. Der Sonderflugplan erscheint dann auf der Lufthansa-Webseite. Passagiere innerdeutscher Flüge, die wegen eines Streiks am Boden bleiben, können ihr Flugticket in ein Bahnticket umwandeln. Sie dürften jedoch nicht einfach mit dem Flugticket in einen Zug steigen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Flugticket kann in Bahnkarte getauscht werden

Der Tausch funktioniere so: Passagiere wandeln ihr Flugticket in einen Reisegutschein um. Das könnten sie online unter "Meine Buchungen", an einem Lufthansa-Schalter oder an einem Check-in-Automaten am Flughafen. Nur mit dem Reisegutschein, auch Voucher genannt, dürften sie in einen Zug steigen, sagte der Bahn-Sprecher.

Passagiere, die es versäumt haben, einen Reisegutschein von Lufthansa zu holen, dürften sich auch auf eigene Faust am Bahnhof ein Zugticket kaufen. Die Airline erstatte den Preis des Bahntickets später, allerdings maximal in Höhe des Flugticketpreises, sagte der Lufthansa-Sprecher. Das Geld bekämen Passagiere über den Kundendialog auf der Internetseite der Lufthansa zurück. Er wies darauf hin, dass es in diesem Fall eine Weile dauern könne, bis der Gast sein Geld erhalte.

Beim ersten Warnstreik im März fielen 700 Flüge aus

Ver.di hat Mitarbeiter an den Flughäfen und Standorten Frankfurt, Hamburg, München, Stuttgart, Hannover, Düsseldorf, Köln und Norderstedt zum Arbeitskampf aufgerufen. In Norderstedt sitzt die Lufthansa-Tochter LRS (Lufthansa Revenue Services GmbH), die geschlossen werden soll. Die Warnstreiks würden mit Betriebsbeginn aufgenommen und dauerten an den meisten Standorten den ganzen Tag, teilte die Gewerkschaft mit. In Berlin werde voraussichtlich bis 14.30 Uhr gestreikt, in Nürnberg erfolgten Arbeitsniederlegungen während der Morgenstunden.

Der Ausstand ist bereits die zweite Welle von Arbeitsniederlegungen in dem Tarifkonflikt um Entgelte und Arbeitsbedingungen von rund 33.000 Lufthanseaten vor allem aus den Technik- und Serviceeinheiten. Am 21. März waren bei einem kürzeren Warnstreik 700 Flüge ausgefallen.

Lufthansa: Voll- statt Warnstreik

Die Lufthansa erwartet im Fall des Warnstreiks einen zweistelligen Millionenschaden. "Die Ankündigung ist wie ein Vollstreik zu bewerten. Die Grenzen eines Warnstreiks sind damit deutlich überschritten", sagte ein Lufthansa-Sprecher. Der ganztägige Ausstand sei vor allem vor dem Hintergrund völlig unverhältnismäßig, dass bereits vier weitere Verhandlungstage an zwei Doppelterminen vereinbart seien. Das Unternehmen prüfe rechtliche Schritte gegen die Gewerkschaft.

Ver.di-Verhandlungsführerin Christine Behle kritisierte erneut das am Mittwoch vorgelegte erste Angebot der Lufthansa. Es bedeute für die Beschäftigten mit Entgeltsteigerungen zwischen 0,4 und 0,6 Prozent im ersten Jahr deutliche Reallohnverluste und sei keinesfalls hinnehmbar.

Die Lufthansa selbst spricht von einem Angebot mit einer zweistufigen Gehaltserhöhung in Höhe von 1,7 Prozent für die Lufthansa AG, in Höhe von 2,1 Prozent für die Frachttochter Lufthansa Cargo und den IT-Dienstleister Lufthansa Systems und im Umfang von 2,3 Prozent für die Lufthansa Technik.

Ver.di spricht von "Erpressungssituation"

Behle, die designierte Vize-Vorsitzende des Lufthansa-Aufsichtsrats, verwies auf das Sparprogramm Score, in dessen Rahmen allein in Deutschland 2500 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. "Die Leute haben echte Angst um ihre Arbeitsplätze. Sie brauchen klare Aussagen, dass sie hier noch erwünscht sind", sagte die Gewerkschafterin. Es gebe eine große Empörung unter den Beschäftigten über die bestehende "Erpressungssituation".

Lufthansa hatte am Mittwoch auf die Ver.di-Forderung reagiert. Während die Gewerkschaft Jobgarantien und 5,2 Prozent mehr Geld verlangte, machte das Unternehmen ein nach Geschäftsfeldern modifiziertes und in Teilen erfolgsabhängiges Vergütungsangebot. Auch an ihren Forderungen nach längeren Arbeitszeiten und verschobenen Stufensteigerungen hält Lufthansa fest und würde im Gegenzug Jobgarantien geben. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 29./30. April geplant.

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