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Niedriglohn: In Deutschland arbeitet fast ein Viertel als Billigkraft

Fast ein Viertel der Beschäftigten bekommt nur Niedriglohn

10.06.2013, 10:57 Uhr | t-online.de

Niedriglohn: In Deutschland arbeitet fast ein Viertel als Billigkraft. Fast ein Viertel der Beschäftigten bekommt nur Niedriglohn (Quelle: dpa)

Trübe Aussichten: In vielen Branchen bekommen deutsche Beschäftigte nur einen Niedriglohn (Quelle: dpa)

Die deutsche Politik freut sich an glänzenden Beschäftigungszahlen, schafft es aber nicht, für mehr Lohngleichheit zu sorgen. Das liegt einer Studie zufolge vor allem am ausgedehnten Niedriglohnsektor: Fast ein Viertel der hierzulande Beschäftigten arbeitet unter Billigbedingungen. Das berichtet der "Spiegel" und beruft sich auf eine Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung.

Stabile Zahlen sind schlechte Nachricht

Auf den ersten Blick scheint das IMK, eingegliedert in die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung, eine positive Nachricht zu vermelden, schreibt das Magazin. Denn seit 2005 hat sich die Einkommensschere in Deutschland nicht weiter verschärft. Mit Blick auf die Arbeitslosenquote müsste den Forschern zufolge aber eine deutliche Angleichung festzustellen sein.

Denn wenn mehr Menschen bezahlte Beschäftigung finden, müsste sich die Einkommensschere ein Stück schließen. Waren es 2005 noch 4,9 Millionen Arbeitslose, lag die Zahl im vergangenen Jahr um zwei Millionen Jobsuchende niedriger. Zu erwarten gewesen wäre laut IMK also "ein deutlich sichtbarer Rückgang" bei den Lohndifferenzen.

"Wirtschaftlich und sozial hochproblematisch"

Wesentlich schuld daran ist offenbar der Niedriglohnsektor hierzulande, der siebtgrößte in der EU. 22,2 Prozent der Beschäftigten verdienen weniger als zwei Drittel des mittleren Stundenlohns: Im Westen knapp elf Euro, im Osten 8,30 Euro.

Zudem ist der Niedriglohnsektor laut Arbeitsagentur von 1999 bis ins Jahr 2010 - mit nur einer einzigen Ausnahme im Krisenjahr 2009 - kontinuierlich gewachsen. Das Fazit der Forscher zu diesen Entwicklungen: "Deutschland hat in den letzten beiden Jahrzehnten ein Maß an Ungleichheit erreicht, das sowohl sozial als auch wirtschaftlich hoch problematisch ist."

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