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Gewerkschaften: Kaufkraftschub durch Mindestlohn

Gewerkschaften: Kaufkraftschub durch Mindestlohn

10.07.2013, 10:44 Uhr | dpa-AFX, dpa, t-online.de

Gewerkschaften: Kaufkraftschub durch Mindestlohn. Gewerkschaftsstudie: Ein allgemeiner Mindestlohn könnte einen Kaufkraftschub bewirken (Quelle: imago/Geisser)

Gewerkschaftsstudie: Ein allgemeiner Mindestlohn könnte einen Kaufkraftschub bewirken (Quelle: imago/Geisser)

Ein Mindestlohn könnte sich offenbar deutlich auf die Kaufkraft auswirken. Das legt eine Studie nahe, die die Gewerkschaften Ver.di und Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) vorgestellt haben. Ein allgemeiner Mindestlohn von 8,50 Euro würde demnach einen Kaufkraftzuwachs von 19,1 Milliarden Euro nach sich ziehen. Mehr als neun Millionen Beschäftigte würden davon profitieren.

"Der Mindestlohn ist damit ein eigenständiges Konjunkturprogramm, das über eine Stärkung der Binnenkaufkraft das derzeit eher mäßige Wirtschaftswachstum in der Bundesrepublik anschieben kann", sagte der NGG-Vorsitzende Franz-Josef Möllenberg. Vor dem Hintergrund der Euro-Krise und der Rezession in den südeuropäischen Krisenstaaten sei dies ein Beitrag zur Stabilisierung der Wirtschaft und entspreche den Forderungen aus Brüssel.

Ver.di kritisiert Lohnsubventionen

Für die stellvertretende Ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis trägt der gesetzliche Mindestlohn auch zu mehr Wettbewerbsgerechtigkeit bei. "Es ist ein Skandal, wenn Dumpinglohn-Firmen sich die Hungerlöhne für ihre Beschäftigten mit den Steuern derjenigen Unternehmer subventionieren lassen, die angemessene Löhne zahlen." Jährlich flössen mehr als zehn Milliarden Euro an ergänzendem Arbeitslosengeld II als Lohnsubvention.

Den Kaufkraftzuwachs durch einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn hatte das Eduard Pestel Institut für Systemforschung (Hannover) im Auftrag der beiden Gewerkschaften ermittelt. Auf Westdeutschland würden demnach 13,5 Milliarden Euro entfallen, auf Ostdeutschland 5,6 Milliarden Euro.

Hundt warnt erneut vor Mindestlohn

Die Arbeitgeber sind jedoch weiterhin gegen einen gesetzlichen Mindestlohn. Auf das Gewerkschaftsgutachten reagierte Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt mit einer erneuten Absage. "Insbesondere für Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose würde der Einstieg in Arbeit erheblich erschwert", sagte Hundt der "Passauer Neuen Presse".

Die schädlichen Folgen ließen sich in allen Ländern Europas beobachten, die einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn hätten. "Dort ist auch die Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit dramatisch höher als in Deutschland", sagte Hundt.

Endeffekt des Mindestlohns ungewiss

Vermutlich haben beide Seiten Recht. Einerseits würden Haushalte mit niedrigem Einkommen das zusätzliche Geld durch den Mindestlohn überwiegend für den Konsum und kaum für das Sparen verwenden. Andererseits würden bestimmte Jobs künftig nicht mehr angeboten, wenn sie mit mindestens 8,50 Euro entlohnt werden müssten. Die davon Betroffenen würden damit wieder komplett im Sozialsystem landen und hätten entsprechend weniger Einkommen zur Verfügung.

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