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Managergehälter: Schweizer gegen Begrenzung - Deutsche dafür

Volksentscheid  

Schweizer gegen Begrenzung von Managergehältern - Deutsche dafür

24.11.2013, 14:22 Uhr | dpa, t-online.de

Managergehälter: Schweizer gegen Begrenzung - Deutsche dafür. Volksentscheid: Mehrheit der Schweizer gegen 1:12-Gehaltsdeckel für Manager (Quelle: dpa)

Volksentscheid: Mehrheit der Schweizer gegen Gehaltsdeckel für Manager (Quelle: dpa)

Millionengehälter für Spitzen-Manager sorgen immer wieder für Aufregung. In der Bundesrepublik kassieren sie einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zufolge 54-mal so viel wie ein durchschnittlicher Angestellter eines DAX-Konzerns. Es überrascht kaum, dass fast drei Viertel der Deutschen für eine Beschneidung der Gehälter von Top-Managern sind. Bei unseren eidgenössischen Nachbarn stimmte eine Mehrheit jedoch heute gegen eine Gehaltsbremse für Top-Verdiener.

Zwei Drittel gegen den Vorstoß

Die Schweizer haben eine Begrenzung von Managergehältern abgelehnt. Die sogenannte 1:12-Initiative der Jungsozialisten sei bei der entsprechenden Volksabstimmung eindeutig durchgefallen, erklärte ein Sprecher des Meinungsforschungsinstituts gfs.bern im Fernsehen. Hochrechnungen nach Auszählung von gut der Hälfte der Stimmbezirke zeigten, dass der Vorstoß auf 66 Prozent Ablehnung gestoßen sei. Eigentlich sollten Managervergütungen auf das maximal Zwölffache des jeweils tiefsten Lohns im selben Unternehmen beschränkt werden.

Der Präsident des Schweizer Arbeitgeberverbandes, Hanspeter Vogt, begrüßte die Entscheidung der Eidgenossen. Sie habe sich bereits abgezeichnet, nachdem die Unternehmen in einem "sachlichen Abstimmungskampf" die Folgen einer 1:12-Deckelung für den Wirtschaftsstandort Schweiz deutlich gemacht hätten.

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"Angst-Kampagne" soll Schuld sein

Juso-Präsident David Roth erklärte im Fernsehen: "Wir sind enttäuscht von diesem Resultat." Er warf den Gegnern der Initiative vor, das "Nein" mit einer Kampagne der Angstmacherei durchgesetzt zu haben. Die Wirtschaftsverbände hatten erklärt, im Falle einer Annahme der Initiative könnten sich große Konzerne aus der Schweiz zurückziehen, was zu erheblichen Arbeitsplatzverlusten führen würde.

Deutsche wollen Manager-Gehälter begrenzen

In Deutschland sieht die Volksmehrheit offenbar anders aus. In einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK antworteten 73,3 Prozent der Befragten auf die Frage, ob sie für eine solche Begrenzungs-Regelung seien, zustimmend. Nur gut 21 Prozent waren dagegen. "Die hohe Zustimmung zieht sich - wenn auch in Variationen - durch alle Bevölkerungsgruppen und sozialen Schichten", schreibt die "Welt am Sonntag". Für die Untersuchung sind nach Angaben der Zeitung 994 Personen von der GfK befragt worden.

Angemessene Höhe für Topmanager nicht klar

National und International ist schon oft über eine Begrenzung der Spitzenverdienste diskutiert worden. Vorschläge reichen von freiwilligen Kürzungen über konzerninterne Selbstverpflichtungen bis zu allgemeinen, gesetzlichen Obergrenzen.

In Berlin sprach sich die Regierungskommission für gute Unternehmensführung ("Corporate Governance") für eine Deckelung der Vorstandsgehälter in börsennotierten Firmen aus. Bereits seit 2006 müssen viele Unternehmen offenlegen, wie viel ihre Topmanager verdienen. 2009 beschloss der Bundestag ein "Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung". Darin wurde allerdings nicht beziffert, welche Höhe angemessen ist.

Union und SPD einigen sich auf strengere Regeln

In den laufenden Koalitionsverhandlungen haben sich Union und SPD ebenfalls auf strengere gesetzliche Regeln für Managergehälter geeinigt. Der Aufsichtsrat jedes börsennotierten Unternehmens müsse künftig prozentual festlegen, um wie viel höher der Verdienst jedes Vorstandsmitglieds gegenüber dem durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommen der Firma maximal sein darf, berichtete die "Bild am Sonntag". Damit würden sich Union und SPD mit Empfehlungen an die Wirtschaft sowie freiwilligen Regeln nicht zufriedengeben.

EU will Gesetzesinitiative

Auch auf europäischer Ebene wird über eine Regelung diskutiert. Vertreter des Europaparlaments und der EU-Länder einigten sich bereits auf eine Kappung bisheriger Riesen-Boni an Top-Banker. Die Zahlungen dürfen nun nicht mehr höher sein als das Grundgehalt. Nur in Ausnahmefällen können Banken ihren Top-Leuten eine Prämie in doppelter Höhe des Grundgehalts zahlen. Eine absolute Grenze für Boni ist nicht vorgesehen.


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