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Deutsche Bank forciert Anhebung der Boni für Top-Manager

Mehr Geld für Top-Manager  

Deutsche Bank forciert Anhebung der Boni

10.04.2014, 17:41 Uhr | dpa

Deutsche Bank forciert Anhebung der Boni für Top-Manager. Die Co-Chefs der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen (l.) und Anshu Jain (Quelle: imago images/Hannelore Förster)

Die Co-Chefs der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen (l.) und Anshu Jain (Quelle: Hannelore Förster/imago images)

Die Top-Manager der Deutschen Bank verdienen künftig womöglich noch üppiger. Um die neuen rechtlichen Vorgaben zur Begrenzung von Bonuszahlungen voll auszuschöpfen, lässt das Geldhaus seine Aktionäre über eine höhere Obergrenze für Boni abstimmen. Gleichzeitig betont die Bank, dass es dabei nur um mehr Flexibilität gehe und nicht um eine automatisch höhere Vergütung.

Bei der Hauptversammlung am 22. Mai sollen die Aktionäre darüber entscheiden, ob die Bank die Obergrenze für die variablen Gehaltsbestandteile für die Beschäftigten verdoppelt, wie aus der nun veröffentlichten Einladung für das Aktionärstreffen hervorgeht.

Boni maximal so hoch wie Grundgehälter

Folge der Neuregelung seien nicht automatisch höhere Bonuszahlungen, sagte ein Sprecher der Bank. Das Geldhaus wolle sich angesichts der neuen Regeln der Europäischen Union lediglich mehr Flexibilität verschaffen.

Die Regeln schreiben Banken vor, dass Boni für einen Mitarbeiter von diesem Jahr an maximal so hoch sein dürfen wie dessen Grundgehalt. Dieses Verhältnis darf erhöht werden, wenn die Hauptversammlung einer Bank dies ausdrücklich beschließt. Dann dürfen Boni maximal doppelt so hoch sein wie die Grundgehälter.

Alternative: Erhöhung der Fixgehälter

Die Zustimmung der Aktionäre zur Anhebung des Bonus-Deckels gilt als Formsache. Auch der Gesamtbetriebsratsvorsitzende und Aufsichtsratsvize der Deutschen Bank, Alfred Herling, rechnet mit einem positiven Votum der Hauptversammlung zu der 2:1-Regelung: "Das ist ein vernünftiger Vorschlag, um die Fixkosten der Bank im Griff zu behalten", sagte Herling. Das sei auch im Sinne der Investoren.

Sollte die Bank mit ihrem Vorschlag bei den Aktionären dennoch nicht durchkommen, gibt es nach Informationen der Zeitung "Die Welt" bereits einen Plan B. Dieser sehe vor, die Grundgehälter der Vorstände um mehr als ein Drittel anzuheben, wenn im Gegenzug der bisherige Bonus sinkt.

Konkret würde das bedeuten, dass die Manager in schlechten Jahren deutlich mehr verdienen als bislang. Für das vergangene Jahr kassierten die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen insgesamt jeweils rund 7,5 Millionen Euro, davon 2,3 Millionen Euro als Grundgehalt und den Rest als erfolgsabhängige Boni. Bei den übrigen Vorstandsmitgliedern war der Bonusanteil an der Gesamtvergütung noch höher.

Boni sehr umstritten

Mit der neuen Bonusgrenze will die Politik Banker zu vorsichtigerem Verhalten bringen. Boni gelten als Mitauslöser der Finanzkrise, weil sie Banker zu hohen Risiken verleiteten. Die Deutsche Bank hat ihr Vergütungssystem zuletzt bereits verändert. So wird ein Großteil der Boni nicht mehr sofort, sondern erst mit einigen Jahren Verzögerung ausgezahlt. Das soll den Anreiz für nur kurzfristig erfolgreiche, waghalsige Geschäfte nehmen.

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