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Mindestlohn kann laut "Kontraste"-Bericht unterlaufen werden

"Kontraste"-Bericht  

Mindestlohn kann unterlaufen werden

06.06.2014, 11:35 Uhr | t-online.de

Mindestlohn kann laut "Kontraste"-Bericht unterlaufen werden. Zeitungsausträger könnten zu denjenigen gehören, die auch 2015 nicht auf den Mindestlohn kommen (Quelle: dpa)

Zeitungsausträger könnten zu denjenigen gehören, die auch 2015 nicht auf den Mindestlohn kommen (Quelle: dpa)

Einige geringverdienende Angestellte in Deutschland freuen sich möglicherweise zu Unrecht auf den geplanten Mindestlohn von 8,50 Euro. Das ARD-Magazin "Kontraste" berichtete in seiner Sendung am Donnerstagabend, der Mindestlohn könne unterlaufen werden. Es sei im Gesetz von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) vorgesehen, dass Arbeitgeber auch weiter nach Leistung bezahlen können - nämlich in Form von Stücklöhnen. Bei Zeitungsausträgern etwa könne das bedeuten, dass nur die Schnellsten auch wirklich auf 8,50 Euro pro Stunde kommen.

Das Magazin begleitete einen Zusteller, der pro Zeitung 9 Cent und pro Prospekt 3 Cent bekommt, dazu etwas Kilometergeld fürs Auto. Der Mann komme damit auf einen Stundenlohn von knapp vier Euro, hieß es. Daran dürfte sich auch im nächsten Jahr nicht viel ändern, wenn eigentlich der Mindestlohn greifen soll.

Die Verlage wollten den Zustellern nämlich vorschreiben, wie viele Zeitungen pro Stunde sie verteilen müssen. Falls es in der Realität länger dauere, sei das Pech für den Arbeitnehmer und unbezahlte Arbeitszeit. Man habe eine "praktikable Umrechnung von Stück- und Stundenlöhnen" vorgenommen, teilte etwa das Zustellunternehmen des Verlags "Neue Westfälische" in Bielefeld der ARD mit. Der Verlag gehöre mehrheitlich der Medienholding der SPD.

Stramme Vorgaben

Mit Computerprogrammen werde berechnet, dass der Zusteller mit 5 km/h unterwegs sein müsse. Für die erste Zeitung - den sogenannten Erstwurf - habe er 20 Sekunden Zeit, für jede weitere Zeitung 5 Sekunden. Ein Test ergab, dass selbst ein erfahrener Zusteller für eine mit 14 Minuten berechnete Strecke 30 Minuten brauchte. Bei einem zweiten Versuch brauchte ein anderer Zusteller eine Stunde und 38 Minuten für eine Strecke, die mit 48 Minuten vorausberechnet worden war.

Betriebsräte befürchteten, dass Arbeitgeber die Computerprogramme mit falschen Informationen fütterten und damit den Mindestlohn unterlaufen, hieß es. In der Sendung verteidigte Ministerin Nahles das Konzept des Stücklohns. Die "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" des Zolls solle sich jedoch darum kümmern, dass beim Umrechnen nicht betrogen werde. Die Zollgewerkschaft hält das den Angaben zufolge für unrealistisch. Schon jetzt brauche man bis zu 2500 Mitarbeiter zusätzlich - ohne diese Ausnahmetatbestände.

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