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Mindestlohn im Taxi-Gewerbe: Erste Unternehmen kündigen Fahrer

Verhandlungen gescheitert  

Mindestlohn kostet erste Taxifahrer den Job

23.09.2014, 06:57 Uhr | dpa-AFX

Mindestlohn im Taxi-Gewerbe: Erste Unternehmen kündigen Fahrer. Viele Taxifahrer fürchten Jobverlust durch Mindestlohn  (Quelle: dpa)

Viele Taxifahrer fürchten Jobverlust durch Mindestlohn (Quelle: dpa)

Wegen der bevorstehenden Einführung des Mindestlohns und der kräftig steigenden Kosten haben Taxi-unternehmen in Niedersachsen mit der Kündigung von Fahrern begonnen. "Es gibt Fälle von Verkleinerungen von Betrieben mit Kündigungen", sagte Gunther Zimmermann vom Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN). Bisher erhalten Taxifahrer keinen reinen Stundenlohn, sondern eine Umsatzbeteiligung.

"Welches Ausmaß das annehmen wird, wissen wir noch nicht." Allerdings ständen in Niedersachsen in der Taxibranche 5000 bis 7000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Am Arbeitsgericht in Hannover wird am Dienstag der Fall eines Unternehmens verhandelt, das vorsorglich bereits allen seinen 65 Fahrern gekündigt hat. Wie Radio Bremen jüngst berichtete, rechnet der Taxiruf in Bremen damit, dass jedes dritte Taxi-Unternehmen aufgibt. In der Stadt gibt es 550 Taxen mit rund 1600 Fahrern.

Fahrpreise sollen steigen

Der durchschnittliche Stundenlohn der rund 15.000 angestellten Fahrer liegt nach GVN-Angaben derzeit bei 5,50 bis 6,50 Euro. Nachdem Tarifverhandlungen für die Taxibranche mit der Gewerkschaft Ver.di zur stufenweisen Einführung des Mindestlohns gescheitert waren, steigt der Stundenlohn nun zum Jahreswechsel auf einen Schlag auf 8,50 Euro. Um die Mehrkosten aufzufangen, hat die Taxibranche daraufhin in vielen Städten eine Erhöhung der Fahrpreise um 25 Prozent beantragt.

"An Fahrpreiserhöhungen führt kein Weg vorbei", sagte Zimmermann. Gerade dies führe zumindest vorübergehend aber zu Auftragsverlusten. Deshalb wollten Unternehmen übergangsweise ihre Kapazitäten reduzieren, weshalb sie ihre Fahrermannschaft verkleinerten. Kosten ließen sich auch sparen, wenn am Ort nicht jedes Taxiunternehmen rund um die Uhr bereit stehe. Die Sorge dabei sei, dass Unternehmen die nachts die Wagen stehen ließen, auch tagsüber Kundschaft verlieren.

50.000 Jobs stehen auf dem Spiel

Vergangene Woche waren die Verhandlungen über den ersten bundesweiten Tarifvertrag der Taxibranche gescheitert. Ziel war es, die Einführung des allgemeinen Mindestlohns für die rund 200.000 Fahrer im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten zu verzögern, wie der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband BZP erklärt hatte. Die bei rund 6,50 Euro liegenden Stundenlöhne sollten nicht bereits zu Beginn kommenden Jahres auf 8,50 Euro erhöht werden, sondern in zwei Stufen bis spätestens 2017.

Ver.di habe auf der Einführung einer 40-Stunden-Woche und technischer Kontrollgeräte bestanden, erklärte der Arbeitgeberverband. "Statt einer schrittweisen Annäherung an den Mindestlohn, signalisiert Ver.di zwar in der reinen Lohnhöhe bis 2017 Zugeständnisse, gleichwohl werden Zusatzbelastungen ultimativ gefordert, die in Summe unsere Unternehmen bereits ab Januar 2015 deutlich über dem Mindestlohn belasten würden." Nun drohe der Wegfall von rund 50.000 Jobs.

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