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Bahnstreik läuft: Deutsche Bahn hilft Streikopfern nur mangelhaft

Lokführerstreik hat begonnen  

Bahn-Hilfe für Streikopfer mangelhaft

18.10.2014, 09:51 Uhr | dpa, je

Bahnstreik läuft: Deutsche Bahn hilft Streikopfern nur mangelhaft. Nix geht mehr: Solche Folgen hat der Lokführerstreik nicht überall: Die Bahn will 30 Prozent der Verbindungen fahren lassen (Quelle: dpa)

Nix geht mehr: Solche Folgen hat der Lokführerstreik nicht überall: Die Bahn will 30 Prozent der Verbindungen fahren lassen (Quelle: dpa)

Die Lokführer-Gewerkschaft GDL hat am frühen Samstagmorgen ihren zweitägigen Streik im Personenverkehr der Bahn begonnen. Die Möglichkeiten, sich umfassend darüber zu informieren, ob ein gewünschter Zug fährt oder nicht, sind allerdings sehr beschränkt. Der von der Deutschen Bahn zur Verfügung gestellten Online-Link ist zumindest nicht sehr hilfreich.

Der Link führt auf die gewohnte Live-Auskunft der Bahn (für mobile Nutzer gibt es einen extra Link). Dort gibt es keinerlei Hinweise auf die besondere Situation eines Streiks; nach einer Sucheingabe geben lediglich gelbe Buttons in der letzten Spalte des Suchergebnisses einen Hinweis darauf, dass es schwierig werden könnte. Einen verklausulierten Erklärtext bekommt man nur, wenn man mit der Maus über den Button geht: "Es liegen derzeit nicht für alle Verbindungsabschnitte ausreichende Informationen vor."

Wenn eine Verbindung angeblich geht, gibt ein grüner Button folgenden Hinweis, der als schlechter Scherz verstanden werden könnte: "Direktverbindung bzw. alle Anschlüsse werden vsl. erreicht." Auf www.bahn.de/aktuell ist nur ein sehr allgemeiner Hinweis auf den Streik zu finden.

Hilfreicher ist womöglich die Telefonnummer, unter der man die Bahn kostenlos anrufen kann: 08000/99 66 33. Wenn die Leitungen nicht überlastet sein werden. Die letzte Möglichkeit sich zu informieren ist, wie früher, der Gang zum Bahnhof.

Screenshot von der Live-Auskunft der Deutschen Bahn: Die Hinweise auf konkrete Folgen des Streiks sind dürftigScreenshot von der Live-Auskunft der Deutschen Bahn: Die Hinweise auf konkrete Folgen des Streiks sind dürftig

30 Prozent sollen fahren

"Betroffen ist der Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr", sagte eine Bahn-Sprecherin am frühen Samstagmorgen in Berlin. Der Ausstand trifft nicht nur Wochenendpendler, sondern auch viele Urlaubsreisende, weil in neun Bundesländern Schulferien beginnen oder enden. Auch Fußballfans müssen mit Schwieigkeiten rechnen; die Bahn hatte gestern alle Sonderzüge zu den Bundesligaspielen gestrichen.

Wenige Stunden nach Beginn des bundesweiten Streiks fuhren nach Angaben der Deutschen Bahn immerhin rund 30 Prozent der Fernzüge. Wie das Unternehmen mitteilte, lief der Notverkehr auch bei Regional- und S-Bahnen gut an. Der Güterverkehr sei jedoch stark eingeschränkt. Ziel sei es, mit dem Ersatzfahrplan mindestens ein Drittel der Züge auf die Schiene zu bringen. Für gestrandete Reisende stellte die Bahn eigenen Angaben zufolge Hotelzüge in Hamburg, Berlin, Frankfurt und München bereit.

GDL lehnt neues Angebot ab

Am Freitag hatte die Bahn ein neues Tarifangebot vorgelegt - ohne Erfolg. Das Unternehmen bat seine Fahrgäste, sich auf der Bahn-Internetseite über die Ersatzfahrpläne zu informieren. Die GDL will mit dem Ausstand den Bahnverkehr in ganz Deutschland lahmlegen und so den Druck auf die Unternehmensleitung erhöhen. Der Güterverkehr wird bereits seit Freitagnachmittag bestreikt. Der gesamte Streik soll erst am Montagmorgen um 4 Uhr enden, hieß es von der Gewerkschaft.

Die GDL fordert fünf Prozent mehr Lohn und eine kürzere Arbeitszeit. Außerdem strebt sie die Federführung bei Tarifverhandlungen auch für Zugbegleiter und andere Bahnmitarbeiter an, die bislang von der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten werden.

"Völlig verantwortungslos"

Bahn-Vorstand Ulrich Weber kritisierte den Streikaufruf der Lokführergewerkschaft scharf. "So kurzfristig und in dieser Dimension sind die Streiks völlig verantwortungslos und an der Grenze zur Irrationalität", sagte der Manager der "Bild"-Zeitung. Weber bemängelte, dass sich die Gewerkschaft trotz des jüngsten Tarifangebots "keinen Millimeter" bewege.

Der Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser, kritisiert die GDL ebenfalls hart. Er sagte dem Blatt: "Das ist eine riesengroße Verantwortungslosigkeit der GDL. Wenn die Kunden wegbleiben und die Ware nicht ankommt, weil die Bahn nicht fährt, ist das eine absolute Katastrophe für unsere Unternehmen und Beschäftigten."

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

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