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Lufthansa streikt: Live-Auskunft über betroffene Flüge

Live-Auskunft der Lufthansa  

Hier erfahren Sie, ob Ihr Flug gestrichen wurde

21.10.2014, 07:37 Uhr | AFP, t-online.de, dpa, rtr

Lufthansa streikt: Live-Auskunft über betroffene Flüge. Neuer Pilotenstreik legt Flugbetrieb der Lufthansa lahm (Quelle: dpa)

Neuer Pilotenstreik legt Flugbetrieb der Lufthansa lahm (Quelle: dpa)

Nachdem die Piloten der Lufthansa ihren Streik nun auch auf Langstrecken-Flüge ausgeweitet haben, müssen noch mehr Passagiere mit Flugausfällen rechnen. Auf der Internetseite der Airline können sich deren Kunden darüber informieren, ob ihr Flug von dem Streik betroffen ist. Hier geht es zu der Live-Auskunft der Lufthansa.

Die zweite Streikankündigung der Gewerkschaft Cockpit, von Dienstagmorgen an auch auf Langstreckenflügen in den Ausstand zu treten, sei überraschend gewesen, heißt es in einer Mitteilung der Lufthansa. Ungeachtet dieser "neuen Information" wolle man aber den Sonderflugplan für Dienstag wie geplant bis zum Montagmittag veröffentlichen, hieß es.

Germanwings diesmal nicht betroffen

Cockpit hatte am Montagmorgen angekündigt, ab Dienstag von 6.00 Uhr bis kurz vor Mitternacht auch Langstrecken-Verbindungen der Lufthansa zu bestreiken - zusätzlich zu dem Streik auf der Kurz- und Mittelstrecke ab Montag, 13.00 Uhr bis Dienstag kurz vor Mitternacht.

Betroffen vom Arbeitskampf auf der Langstrecke werden alle Flüge mit Flugzeugen vom Typ Airbus A380, A340 und A330 sowie Boeing 747 deutschlandweit, erklärte Cockpit. Bei Kurz- und Mittelstrecken würden Maschinen der Airbus-A320-Familie sowie vom Typ Boeing 737 und Embraer bestreikt. Von den Ausständen nicht betroffen sind Verbindungen der zur Lufthansa Group gehörenden Airlines Germanwings, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Swiss und Air Dolomiti.

Hier erfahren Sie, wie Sie sich als Lufthansa-Kunde im Fall des Piloten-Streiks verhalten sollten

Bis zu der Ausdehnung der Arbeitsniederlegung auf Langstreckenflüge war die Airline davon ausgegangen, dass von insgesamt 2150 betroffenen Flügen voraussichtlich zwei Drittel ausfallen. Rund ein Drittel - also gut 700 Flüge - könne der Konzern mit Hilfe von freiwilligen Piloten und anderen Airlines sicherstellen, hieß es. Insgesamt seien von dem Streik auf Kurz- und Mittelstrecken über 200.000 Passagiere betroffen, von denen voraussichtlich mehr als 70.000 ans Ziel gebracht werden könnten. Wie viele Flüge von dem Streik auf der Langstrecke am Dienstag Mitternacht betroffen sind, konnte ein Lufthansa-Sprecher zunächst nicht beziffern.

Keine Entschädigung bei höherer Gewalt

Kunden, deren Flug streikbedingt gestrichen wird, können kostenfrei umbuchen oder stornieren. Tickets für innerdeutsche Flüge können in eine Bahnfahrkare umgewandelt werden. Jedoch steht Fluggästen bei Ausfällen oder größeren Verspätungen wegen eines Pilotenstreiks keine Ausgleichszahlung zu. Denn ein Streik gilt nach derzeitiger Rechtsprechung als höhere Gewalt. In diesem Fall ist die Airline laut dem Bundesgerichtshof von der Zahlungspflicht entbunden. Das, obwohl Passagieren bei einem Flugausfall oder einer Verspätung von mehr als drei Stunden im Normalfall durchaus eine Entschädigung zusteht.

Allerdings muss sich die Airline bei einem Pilotenstreik um die Passagiere am Flughafen kümmern. Wenn diese dort längere Zeit auf einen freien Platz in einer späteren Maschine warten müssen, stehen ihnen zum Beispiel Essen und Getränke zu. Meist erhalten sie Gutscheine, um sich am Flughafen versorgen zu können. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung in einem Hotel übernehmen. Den Transport vom Flughafen zum Hotel muss die Airline ebenfalls zahlen.

Deutschland zur "Stilstand-Nation" machen

Der Streik ist bereits der achte der Lufthansa-Piloten seit April. Auf Anfrage von t-online.de sagte Lufthansa-Sprecher Christian Gottschalk am Sonntag, dass die Vereinigung Cockpit mit dem erneuten Streik versuche, Deutschland zu einer "Stillstand-Nation" zu machen. Das könne sich eine Wirtschaftsnation wie Deutschland nicht leisten.

Umso dramatischer ist der neueste Streik der Piloten, weil am Montag in sieben Bundesländern der erste Tag der Herbstferien ist, in zwei weiteren dauern sie an. Bereits am Wochenende hatte ein Streik der Lokführer Reisende und Urlauber empfindlich getroffen.

Streit um Frührentenregelung

Cockpit forderte die Lufthansa in ihrer Erklärung auf, "ihre Blockadehaltung aufzugeben" und ihren "Beitrag zur Beilegung des Tarifkonflikts zu leisten". Die Gewerkschaft kämpft gegen die Pläne der Konzernleitung für eine Ausweitung der Billig-Ableger sowie für die Beibehaltung der Frührentenregelung für Piloten. Die Lufthansa sieht sich wegen der harten Konkurrenz nicht mehr in der Lage, die im Branchenvergleich großzügigen Vorruhestandsregeln zu finanzieren.

Den Vorschlag der Lufthansa, die Altersgrenze individuell anhand der Dienstjahre eines Piloten festzulegen, wies die Gewerkschaft zurück. Cockpit beklagte, die Fluggesellschaft habe die Kompromissvorschläge nicht aufgegriffen und mauere. Das Unternehmen müsse seine "Blockadehaltung" aufgeben.

Erst am vergangenen Donnerstag hatte das Lufthansa-Tochterunternehmen Germanwings im Zuge eines zwölfstündigen Streiks seiner Piloten zahlreiche Flüge, vor allem im Inland, gestrichen. 100 Flüge fielen aus, 13.000 Passagiere waren betroffen.

Drastische Einbußen wegen Streiks

Seit April mussten nach Angaben der Lufthansa wegen der Pilotenstreiks bereits mehr als eine halbe Million Passagiere von Lufthansa und Germanwings ihre Reisepläne ändern. Auch bei der Frachtsparte Lufthansa Cargo hatten die Piloten schon ihre Arbeit niedergelegt. In dem Tarifkonflikt zeichnete sich auch nach sieben Streikwellen keine Lösung ab.

Die Gewinneinbußen durch die Streiks summieren sich für die Lufthansa bislang auf mindestens 70 Millionen Euro. Dazu kämen noch 30 Millionen Euro für die jüngsten Ausstände am Montag und Dienstag, sagte Analyst Jochen Rothenbacher von der Equinet Bank.

Lokführer beenden Ausstand

Derweil haben die Lokführer der Deutschen Bahn ihren Streik vom Wochenende beendet. Nach ihrer bisher längsten Arbeitsniederlegung in diesem Jahr sollen die Züge bis zum Montagvormittag wieder im Normal-Takt rollen. Seit 4 Uhr seien die Züge wieder in Bewegung, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Bis etwa 9 Uhr könne es aber vereinzelt noch zu Verzögerungen und Ausfällen kommen.

Der Verkehr sei weitgehend normal in den Tag gestartet, kommentierte eine Bahn-Sprecherin. Sowohl im Fern- als auch im Regional- und S-Bahn-Verkehr habe es keine Hinweise auf größere Schwierigkeiten gegeben. Wie beim vergangenen Streik auch müssten Fahrgäste aber noch mit einzelnen "Wacklern" in den nächsten Stunden rechnen.

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