Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere > Löhne & Gehälter >

GDL kündigt neue Streiks an - ohne Datum

Lokführer versus Deutsche Bahn  

GDL kündigt neue Streiks an - ohne Datum

03.11.2014, 20:02 Uhr | rtr, AFP, t-online.de, dpa

GDL kündigt neue Streiks an - ohne Datum. Bahnkunden drohen neue Streiks - nur wann, das ist ungewiss (Quelle: dpa)

Bahnkunden drohen neue Streiks - nur wann, das ist ungewiss (Quelle: dpa)

Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) lässt die Bahnkunden weiter im Ungewissen. Nach dem Scheitern der Tarifgespräche mit der Deutschen Bahn (DB) stellte sie zwar weitere Streiks in Aussicht, aber ohne konkrete weitere Angaben. "Der erneute Vorlage eines Tarifdiktats der Deutschen Bahn provoziert weitere Arbeitskämpfe", erklärte die Gewerkschaft. "Die GDL wird darüber rechtzeitig informieren."

"Rechtzeitig" bedeutet nach den Erfahrungen der letzten Arbeitsniederlegungen etwa 24 Stunden vorher. Ziemlich sicher ist also, dass am Dienstag nicht gestreikt wird. Der letzte Streik vor rund zwei Wochen hatte 50 Stunden gedauert. Die Gewerkschaft hat ihre Arbeitskämpfe im Zuge des Tarifkonflikts immer weiter ausgedehnt. Nun droht der längste Ausstand in der Geschichte der Deutschen Bahn.

Zuvor hatte die Bahn die GDL für das Scheitern der Gespräche verantwortlich gemacht. Sie habe einen ausgehandelten Entwurf eines Tarifvertrags, der auch ein Abkommen für Zugbegleiter umfasst hätte, kurzfristig wieder abgelehnt. Die Bahn hatte die GDL daher als unzuverlässigen Verhandlungspartner kritisiert.

Die GDL-Spitze habe die Gespräche "kurz vor Unterzeichnung einer Lösung völlig überraschend" platzen lassen, hieß es. GDL und DB trafen sich laut Bahn in den vergangenen Tagen drei Mal. In den insgesamt mehr als zehnstündigen Gesprächen sei gemeinsam ein neues Verfahren entwickelt worden. Dadurch sollte die GDL einen eigenständigen Tarifvertrag für Zugbegleiter erhalten. Gleichzeitig sollte die Regelung demnach vermeiden, dass es für diese Berufsgruppe künftig zwei unterschiedliche Tarifverträge gibt.

"Rolle rückwärts" der GDL

Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Lohn im Jahr bei kürzeren Arbeitszeiten. Kern des Konflikts ist aber, dass die Gewerkschaft dies nicht mehr allein für die 20.000 Lokführer fordert, sondern auch für rund 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer. Bislang werden die Zugbegleiter von der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten. Auf Wunsch der GDL sei der Vorschlag aufgenommen worden, dass GDL und EVG künftig parallel mit der Bahn verhandeln, und zwar zur selben Zeit am selben Ort.

Das Ergebnis der Gespräche war laut Unternehmen der Entwurf eines Tarifvertrages. Er sollte am Sonntagabend in Berlin abschließend beraten und vereinbart werden. Noch am Sonntagmorgen habe es "keinerlei Zweifel" an einer greifbar nahen Lösung gegeben. Am Abend sei dann nach einer Sitzung der GDL-Tarifkommission "die Rolle rückwärts" gekommen. "Eine gute Zukunftslösung ist erneut an reinen Machtfragen gescheitert. So verhält sich kein verlässlicher Verhandlungspartner", kritisierte DB-Personalvorstand Ulrich Weber.

Kritik an Vorgehen der GDL

Zuletzt hatten die Lokführer vom 17. bis 20. Oktober insgesamt 50 Stunden lang gestreikt - ausgerechnet am Wochenende und zum Start der Herbstferien in vielen Bundesländern. Das Vorgehen der GDL schadet nach Ansicht von IG-Metall-Chef Detlef Wetzel den Gewerkschaften insgesamt. "Zuständigkeit zu reklamieren, obwohl einem die Mitglieder fehlen - das ist der Tod der Gewerkschaftsbewegung", sagte Wetzel dem "Spiegel".

Er halte es für legitim, dass die GDL für Lokführer zuständig sei, weil sie dort die Mehrheit habe. "Aber wie die GDL in anderen Bereichen nicht die Mehrheit zu haben und sich trotzdem für zuständig zu erklären, das ist undemokratisch", so der IG-Metall-Vorsitzende.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Die neuesten Technik-Trends: Mieten ist das neue Kaufen
OTTO NOW entdecken
Anzeige
Sichern Sie sich 40% Rabatt auf den nächsten Möbeleinkauf
bei der Jubiläumsaktion auf XXXLutz
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere > Löhne & Gehälter

shopping-portal