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DGB-Chef Hoffmann entsetzt über Kurs der GDL

Langer Bahnstreik droht  

Kritik und Unterstützung nach neuer GDL-Streikdrohung

04.11.2014, 10:21 Uhr | rtr , AFP , t-online.de , dpa

DGB-Chef Hoffmann entsetzt über Kurs der GDL. GDL-Chef Claus Weselsky kürzlich im Hauptbahnhof von Leipzig (Quelle: dpa)

GDL-Chef Claus Weselsky kürzlich im Hauptbahnhof von Leipzig (Quelle: dpa)

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) will erneut streiken, lässt aber weiterhin offen, wann mit neuen Streiks bei der Bahn zu rechnen ist. Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky versprach, die Fahrgäste würden so rechtzeitig informiert, dass sie bei Zugausfällen noch Alternativen finden könnten. Unterdessen trifft das Verhalten der GDL und ihres Chefs auf immer heftigere Kritik, sogar aus den eigenen Reihen. Es gibt jedoch auch Unterstützer.

DGB-Chef Reiner Hoffmann ist "entsetzt" über den Chef von Lokführergewerkschaft und hat das Verhalten der GDL scharf kritisiert. "Wir setzen uns dafür ein, gemeinsam im Rahmen einer Tarifgemeinschaft zu vernünftigen Lösungen zu kommen", sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann im ARD-"Morgenmagazin". "Das hat Herr Weselsky leider zu meinem Entsetzen abgelehnt". Die konfrontative Linie der GDL sehe er "sehr skeptisch".

Wenig Verständnis der Fahrgäste

Nach Darstellung der Deutschen Bahn war am Wochenende eine Einigung im Tarifstreit in greifbare Nähe gerückt, die GDL habe die Gespräche dann aber doch platzen lassen. Die Lokführergewerkschaft teilte hingegen mit, die Bahn habe versucht, der Gewerkschaft "die Nichtzuständigkeit für einen Teil ihrer Mitglieder" und einen Verzicht auf das Streikrecht zu diktieren. Die Bahn verlange, dass die GDL ihre Koalitionsfreiheit abgebe und "für einen Teil unserer Mitglieder das Streikrecht an den Nagel hängt", sagte Weselsky im ZDF.

In einem Interview im "Deutschlandfunk" sprach er von einer "Hetzkampagne", die gegen die Gewerkschaft und ihn stattfinde. "Das, was hier als Medienkampagne gemacht worden ist, ist schlimm genug, weil wir mit unseren rechtmäßigen Streikmaßnahmen in die Nähe von Terroristen gestellt worden sind. Und das haben weder Lokführer noch Zugbegleiter verdient", sagte Weselsky.

"Und was die interne Kritik betrifft, da sage ich einfach: Ich habe einen einstimmigen Beschluss des Hauptvorstandes und der Tarifkommission. Und die standen nicht unter Drogen", so der GDL-Chef in den ARD-"Tagesthemen".

Fahrgastverband: "GDL sägt am eigenen Ast"

Auch der Fahrgastverband "Pro Bahn" hat die Lokführer-Gewerkschaft GDL wegen ihrer erneuten Streikandrohung massiv kritisiert. "Die Fahrgäste haben immer weniger Verständnis für die Lokführer", sagte "Pro Bahn"-Sprecher Gerd Aschoff der "Rheinischen Post". Vor allem Berufstätige spürten die Folgen unmittelbar, wenn sie nicht oder verspätet zu wichtigen Terminen kämen.

Zudem schädigten die Streiks die Bahn auch langfristig, weil ein Teil der Fahrgäste, die wegen der Zugausfälle auf Fernbusse umsteigen müssten, als Kunden dauerhaft verloren ginge. Auch im Güterverkehr drohe ein dauerhafter Umsatzverlust, weil die Logistik-Branche ihre auf Lkw umgestellten Transporte nicht so einfach wieder ändern werde. "Die GDL sägt am eigenen Ast", sagte Aschoff.

Unterstützung vom Beamtenbund

Der Deutsche Beamtenbund (DBB) sicherte der GDL unterdessen seine Unterstützung zu. Angesichts dessen, was die Bahn als Tarifvertrag vorgeschlagen habe, sei die fehlende Unterschrift nachvollziehbar, sagte DBB-Vorsitzende Klaus Dauderstädt der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Bahn fordere faktisch eine Art Unterwerfungserklärung von der GDL. Daher sehe er keinen Grund "weshalb wir als Dachverband die in der Satzung vorgesehene finanzielle Streikunterstützung für die GDL infrage stellen sollten".

Die GDL droht mit einem erneuten Bahnstreik. Bundesweit könnte schon bald der Reise- und Güterverkehr zu großen Teilen lahmgelegt werden. Der längste Arbeitskampf fand 2007 mit 62 Stunden statt. Diesmal könnte der Ausstand über 91 Stunden gehen.

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