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DB-Ersatzfahrplan und Entschädigung: Das müssen Sie zum Bahnstreik wissen

Fahrgastrechte  

Was Sie beim Bahn-Streik wissen sollten

06.11.2014, 07:33 Uhr | AFP, t-online.de

DB-Ersatzfahrplan und Entschädigung: Das müssen Sie zum Bahnstreik wissen. Wegen des erneuten Lokführerstreiks müssen Bahn-Kunden mit Zugausfällen und Chaos rechnen (Quelle: dpa)

Wegen des erneuten Lokführerstreiks müssen Bahn-Kunden mit Zugausfällen und Chaos rechnen (Quelle: dpa)

Nach der erneuten Streik-Ankündigung der Lokführergewerkschaft GDL ist klar: Kunden der Bahn müssen sich ganze vier Tage auf Chaos einstellen - so lange wie nie zuvor. Im Personenverkehr wird von Donnerstagfrüh ab 2 Uhr bis Montagmorgen um 4 Uhr gestreikt - Zugausfälle und Verspätungen sind programmiert. Hier erfahren Sie, wie Sie dennoch an Ihr Ziel zu kommen, mit welchen Entschädigungen Sie rechnen oder wie Sie bereits gekaufte Tickets stornieren können.

Betroffen sind ab Donnerstag alle Regional- und Fernzüge, ebenso die S-Bahnen der Deutschen Bahn. Andauern werden die Behinderungen voraussichtlich nicht nur bis zum Streikende Montagfrüh um 2 Uhr. Denn bis sich der Verkehr vollumfänglich wieder eingependelt hat, ist wohl mit Auswirkungen bis zum Berufsverkehr zu rechen.

Infos über Ausfälle und Verspätungen

Für Ihre Kunden schaltet die Bahn zusätzlich zur allgemeinen, gebührenpflichtigen Servicenummer 0180-6996633 unter der Telefonnummer 08000-996633 eine kostenlose Hotline. Außerdem können sich Bahnreisende auf der Internetseite unter www.bahn.de informieren.

Dort wie auch über die Smartphone-App DB Navigator ist bereits jetzt der Ersatzfahrplan für den ersten Streiktag am Donnerstag einsehbar. Der Ersatzfahrplan für Freitag soll laut Bahn ab Mittwochabend um 18 Uhr abrufbar sein. Grundsätzlich sollen die Ersatzfahrpläne für die Streiktage anderthalb bis zwei Tage vorher veröffentlicht werden.

Wie es heißt, sollen trotz Streiks im Fernverkehr rund 30 Prozent der Züge fahren. Hingegen hängt das Angebot im Nahverkehr von der jeweiligen Region ab. So sollen in Westdeutschland 30 bis 40 Prozent der Regionalexpress-Züge und Regiobahnen rollen, während dies im Osten nur 15 bis 30 Prozent sind.

Trotz Streik ans Ziel

Bereits bei vorherigen Streiks hat die Bahn Ersatz-Verbindungen auf "Basis der aktuellen Verkehrslage" berechnet. Diese kann sich jedoch jederzeit ändern. Reisende sollten sich deshalb zusätzlich kurz vor der geplanten Abfahrt nochmals informieren, ob ihr Zug auch wirklich fährt.

Wer trotz streikbedingter Ausfälle an sein Ziel gelangen will, darf auch den nächst höherwertigen Zug nutzen. In dem Fall werde der Bahn zufolge bei zuggebundenen Tickets die Bindung aufgehoben. Ausgenommen davon seien jedoch regionale Angebote mit "erheblich ermäßigtem Fahrpreis".

Entschädigung ja, aber wie viel?

Bei Verspätungen oder Zugausfällen steht den Bahn-Kunden grundsätzlich eine Entschädigung zu. Kommt ein Fahrgast mindestens eine Stunde zu spät am Ziel an, muss die Bahn ihm 25 Prozent des Fahrpreises erstatten. Bei zwei Stunden Verspätung sind es 50 Prozent. Der Aufpreis für den ICE-Sprinter wird schon ab 30 Minuten Verspätung erstattet.

Maßgeblich für die Berechnung ist die Ankunftszeit am Zielort: Ist also ein erster Zug nur fünf Minuten verspätet und kommt ein Bahnkunde durch einen dann verpassten Anschlusszug über eine Stunde später am Zielort an, erhält er eine Entschädigung.

Wird im schlimmsten Fall eine Übernachtung nötig, muss die Bahn die Kosten für ein Hotelzimmer tragen. Bei einer zu erwartenden Verspätung von 20 Minuten am Zielbahnhof kann der Fahrgast einen anderen Zug nehmen - auch einen höherwertigen.

Vorsicht: Bagatellgrenze

Besitzer von Streckenzeitkarten erhalten bei Verspätungen von einer Stunde eine pauschale Entschädigung. Bei Zeitkarten im Nahverkehr gibt es in der zweiten Klasse 1,50 Euro. Im Fernverkehr werden pauschal fünf Euro gezahlt. Grundsätzlich werden bei Zeitkarten maximal 25 Prozent des Fahrkartenwertes erstattet.

Die Bahn zahlt Entschädigungen aber erst ab einer Bagatellgrenze von vier Euro. Bahn-Kunden mit Zeitkarten im Nahverkehr müssen also mindestens drei Verspätungen von mindestens 60 Minuten im Gültigkeitszeitraum der Fahrkarte einreichen, um eine Entschädigung zu erhalten.

Reiserücktritt und Fahrpreis-Erstattung

Zeichnet sich eine Verspätung von mehr als 60 Minuten ab, kann der Reisende auf die Fahrt verzichten und den kompletten Fahrpreis zurückverlangen. Ebenso kann er die Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt beginnen und dann auch eine andere Streckenführung wählen.

Wie kann ich eine Entschädigung beantragen?

Das Beschwerdeformular zum Erhalt einer Entschädigung ist in den Bahn-Servicezentren oder im Internet erhältlich (http://www.fahrgastrechte.info). Das Formular können Reisende in den Fahrkarten-Verkaufsstellen an den Bahnhöfen einreichen. Wer keine Bestätigung für die Verspätung hat, nur eine Kopie der Fahrkarte einreichen will oder etwa eine Zeitkarte besitzt, muss sich per Post an das Service-Center Fahrgastrechte wenden. Entschädigungen muss die Bahn auf Wunsch bar auszahlen, ansonsten als Gutschein oder per Überweisung.

Schlichtungsstelle vermittelt bei Streitfällen

Die Bahn muss Beschwerden von Fahrgästen nach spätestens einem Monat bearbeitet haben. Bei Streitfällen vermittelt die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr zwischen Kunden und Unternehmen. In mehreren Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen oder Berlin gibt es auch regionale Schlichtungsstellen.

Alternativen zur Bahn

Auch wer kein Auto hat, kann in vielen Fällen auch ohne die Bahn an sein Ziel kommen. So sind Eisenbahngesellschaften wie Veolia Verkehr oder Netinera mit seiner Tochter Metronom nicht von dem Streik betroffen, wie der "Spiegel" informiert. Daneben bieten sich Linienbusse, zahlreiche Fernbus-Gesellschaften oder Mitfahrgelegenheiten als Alternative an.

Müssen Schüler trotz Bahnstreik die Schule besuchen?

Generell gilt: Der Bahnstreik hebt die Schulpflicht nicht auf. Da es sich bei dem Ausstand um ein angekündigtes und damit planbares Ereignis handelt, müssen Schüler ganz normal in der Schule erscheinen, auch wenn sie für ihren Schulweg normalerweise die Bahn benutzen. Dennoch seien die Schulen sensibilisiert, wenn Schüler vereinzelt nicht zum Unterricht erscheinen, sagt Stefan Löwer vom Hessischen Kultusministerium. In Bayern zeigt man sich ebenfalls gelassen. "Die Schulpflicht bleibt bestehen und wird auch durch den Streik nicht ausgehebelt", so Jan-Alexander Liedtke vom Bayerischen Bildungsministerium. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit hätten gezeigt, dass es sich bei Schülern, die es nicht oder zu spät zum Unterricht schaffen, meist um Einzelfälle handele. Die Schulen würden hierauf mit Fingerspitzengefühl reagieren. Liedtke rät Eltern sich untereinander abzusprechen und für den Weg zur Schule Fahrgemeinschaften zu bilden.

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