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Birkenstock bezahlte Frauen schlechter als Männer

Keine Gleichberechtigung am Arbeitsplatz  

Birkenstock bezahlte Frauen schlechter als Männer

07.03.2015, 15:06 Uhr | t-online.de

Birkenstock bezahlte Frauen schlechter als Männer . Der Schuhhersteller Birkenstock hat über Jahre Frauen schlechter bezahlt als Männer. (Quelle: imago images)

Gegen den Schuhhersteller Birkenstock läuft eine Klagewelle - wegen ungleicher Löhne. (Quelle: imago images)

Der Schuhhersteller Birkenstock hat über Jahre Frauen schlechter bezahlt als Männer. Das berichtet "Spiegel Online". Nun laufen mehr als hundert Klagen gegen das bekannte Unternehmen.

Nach Informationen, die "Spiegel Online" vorliegen, erhielten weibliche Angestellte in den Produktionsstätten der Birkenstock-Gruppe noch bis zum Jahr 2013 gut einen Euro weniger Stundenlohn als ihre männlichen Kollegen. Herausbekommen haben viele Angestellte dies durch eine Betriebsversammlung im Herbst 2012.

Angeblich erhielten Frauen im Konzern im Jahr 2009 einen Stundenlohn von 8,54 Euro (Männer: 9,76 Euro), in den Jahren 2010 bis 2012 waren es 8,72 Euro (Männer: 9,86 Euro). Auch bei Sonderzahlungen hatten Frauen das Nachsehen: Da Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie eine Anwesenheitsprämie an den Stundenlohn gekoppelt waren, fielen die Beträge für Mitarbeiterinnen entsprechend niedriger aus.

Laut "Spiegel-Online" reichte eine Mitarbeiterin der damaligen Birkenstock-Tochter Fußbett Schuhproduktion Klage beim Koblenzer Landgericht ein, nachdem sie auf der Betriebsversammlung von der schlechteren Bezahlung für Mitarbeiterinnen erfahren hatte. Das Gericht gab ihr grundsätzlich Recht.

Gericht: "Eklatante Rechtswidrigkeit"

Für die Richter war unstrittig, dass der geringere Lohn nur mit dem Geschlecht der Frau zu erklären sei. Birkenstock wurde daraufhin im September 2013 zur Nachzahlung der Lohndifferenz von rund 7500 Euro an die Klagende verurteilt. Zudem erhielt die Mitarbeiterin eine finanzielle Entschädigung in Höhe von drei Bruttomonatsgehältern: etwa 3500 Euro.

Im vergangenen August bestätigte das Landesarbeitsgericht in Mainz diese Entscheidung: Die Benachteiligung von Mitarbeiterinnen sei vorsätzlich erfolgt und "eklatant rechtswidrig". Aus diesem Grund erhöhten die Richter auch die finanzielle Entschädigung auf 6000 Euro. Das Urteil ist einer der äußerst seltenen Fälle, in denen ein Arbeitgeber wegen Diskriminierung weiblicher Angestellter verurteilt wurde.

Birkenstock wiegelt ab - und zahlt

Wie "Spiegel Online" weiter berichtet, teilte Birkenstock auf Anfrage mit, die Lohnstrukturen seien historisch gewachsen. Jahrzehntelang hätten männliche Beschäftigte "körperlich anstrengendere Arbeiten ausgeführt und dafür im Gegenzug auch höhere Löhne" erhalten. Mittlerweile sei diese Argumentation jedoch hinfällig. Allen Mitarbeiterinnen von Birkenstock sei eine Ausgleichszahlung für die jahrelange Diskriminierung angeboten worden, sagte ein Sprecher

Klagewelle rollt

Das Urteil hat jedenfalls eine regelrechte Klagewelle ausgelöst. 103 Verfahren wegen Lohndiskriminierung sind laut "Spiegel Online" derzeit beim Arbeitsgericht in Koblenz anhängig. Die Klägerinnen sind allesamt Mitarbeiterinnen von Birkenstock oder verbundenen Tochterunternehmen. Sie fordern den bis 2013 zu Unrecht vorenthaltenen Lohn und machen zudem eine finanzielle Entschädigung aufgrund von Diskriminierung geltend.

Weltbekannt wurde die Marke mit ihren Orthopädiesandalen. Auch in Deutschland gilt Birkenstock als eine der beliebtesten Schuhmarken. Nun drohen dem Konzern Entschädigungs- und Ausgleichszahlungen in Millionenhöhe - und ein beschädigter Ruf.

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