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Amazon setzt Mitarbeiter mit Überwachung unter Druck

Neue Streiks vor Ostern  

Amazon setzt Mitarbeiter mit "Inaktivitätsprotokollen" unter Druck

13.03.2015, 16:09 Uhr | dpa, t-online.de

Amazon setzt Mitarbeiter mit Überwachung unter Druck. Mitarbeiter von Amazon arbeitet mit Handscanner im Lager. (Quelle: imago/ Sascha Ditscher)

Mitarbeiter von Amazon arbeitet mit Handscanner im Lager. (Quelle: imago/ Sascha Ditscher)

Kurz vor Ostern nimmt die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di den Arbeitskampf mit dem Online-Händler Amazon wieder auf. Zum Auftakt sollen Mitarbeiter des Amazon-Versandzentrums in Leipzig die Arbeit niederlegen. Unterdessen wurde bekannt, dass das Unternehmen nun verstärkt gegen Mitarbeiter vorgehe, die sich bei Ver.di organisierten und an den Streiks teilnehmen. Stefan Najda, bei Ver.di zuständig für den Versand- und Onlinehandel, sagte der "Welt", Amazon-Mitarbeiter würden mit "Inaktivitätsprotokollen" unter Druck gesetzt.

Amazon-Mitarbeiter im Lager tragen einen Handscanner mit sich herum, über den die Vorgesetzten ihre Tätigkeiten genau nachverfolgen können. Vorgesetzte lesen offenbar diese Scanner gezielt aus und werfen den Mitarbeitern anschließend vor, dass sie minutenlang im Gespräche mit anderen und damit "inaktiv" gewesen seien, schreibt "Die Welt". Vermehrt seien sie zu Gesprächen gebeten worden, in denen ihnen diese "Inaktivität" vorgeworfen wurde.

Einschüchterungsversuche durch Amazon

Der Mitarbeiter habe "seine arbeitsvertragliche Pflicht zur Erbringung der Arbeitsleistung verletzt", steht in dem Schreiben, das der "Welt" vorliegt und das Ver.di zufolge einem Amazon-Mitarbeiter vorgelegt worden ist (siehe Tweet).

"Die Unterbrechung der Arbeit hätte in diesen Fällen (teilweise eine Unterbrechung von einer Minute) jeweils dem Manager angezeigt werden müssen", heißt es in dem Protokoll. "Amazon will die gewerkschaftsnahen Mitarbeiter auf diesem Wege einschüchtern", sagt Najda der "Welt".

Unternehmen beteuert respektvollen Umgang mit Amazon

Das Unternehmen beteuerte auf Anfrage, es könne zu diesen Vorwürfen nichts sagen, weil der genaue Standort nicht genannt werde. Ver.di zufolge sei dies jedoch ein Massenphänomen, das sich nicht auf einen Standort beschränke, schreibt die Zeitung. "Wir wissen davon nichts", zitiert das Blatt die Amazon-Sprecherin. Das Unternehmen lege großen Wert auf den respektvollen Umgang mit seinen Mitarbeitern.

Die Mitarbeiter kämpfen seit rund zwei Jahren für einen Tarifvertrag. Nun gibt es einen neuen Ausstand. "Mit einem Streik am Freitag bei Amazon in Leipzig werden wir pünktlich zu Beginn der Buchmesse eine neue Streikwelle starten, die das Ostergeschäft von Amazon beeinträchtigen wird", sagte Najda. Ab nächster Woche würden die Streiks dann vor Ostern wellenartig an anderen Standorten weitergehen.

Waren sollen pünktlich ankommen

Ver.di will Amazon dazu bewegen, einen Tarifvertrag abzuschließen, der sich nach den Konditionen des Versand- und Einzelhandels richtet. Der deutsche Ableger des US-Konzerns lehnt dies bisher strikt ab. Vor Weihnachten hatte es ausgedehnte Streiks an mehreren Amazon-Standorten gegeben. Im Leipziger Versandzentrum war zuletzt Mitte Januar gestreikt worden.

Amazon reagierte gelassen. "Wir sagen unseren Kunden zu, dass ihre Waren pünktlich ankommen werden", sagte Sprecherin Anette Nachbar der "Welt".

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