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Lufthansa-Streik betrifft am Freitag wieder Kurz- und Mittelstrecke

Cockpit lässt nicht locker  

Pilotenstreik bei Lufthansa geht auch am Freitag weiter

19.03.2015, 13:31 Uhr | dpa, AFP

Lufthansa-Streik betrifft am Freitag wieder Kurz- und Mittelstrecke. Verwaiste Lufthansa-Abfertigungsschalter: Pilotenstreik wird auf Freitag ausgedehnt. (Quelle: dpa)

Verwaiste Lufthansa-Abfertigungsschalter: Pilotenstreik wird auf Freitag ausgedehnt. (Quelle: dpa)

Die Piloten der Lufthansa werden nach dem Willen der Vereinigung Cockpit (VC) auch am Freitag weiterstreiken. Nachdem am Mittwoch rund 750 Verbindungen der Kurz- und Mittelstrecke ausfielen, werden am Donnerstag ausschließlich Langstreckenflüge bestreikt. Für Freitag kündigte die Gewerkschaft einen erneuten Ausstand bei Kurz- und Mittelstreckenflügen an. Flüge der Lufthansa-Töchter Germanwings und Eurowings seien nicht betroffen, hieß es in der Mitteilung.

Laut Lufthansa können am Donnerstag 43 der geplanten 85 Interkontinentalflüge aus Deutschland starten. Bei der ebenfalls bestreikten Frachttochter Lufthansa Cargo müsse kein einziger Flug ausfallen. Die Streikfolgen würden vor allem an den beiden Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München zu spüren sein. Auf der Lufthansa-Seite finden Passagiere eine Liste aller ausfallenden Flüge und auch den Status des eigenen Flugs.

Zwölfte Streikwelle

Die Piloten-Gewerkschaft VC hatte sich zu Beginn ihrer inzwischen zwölften Streikwelle innerhalb eines Jahres auf den Kurz- und Mittelstreckenverkehr konzentriert. Rund 80.000 Passagiere waren am Mittwoch von den Verspätungen und Ausfällen betroffen. Die Kunden mussten umgebucht werden oder konnten ihre Reisen erst gar nicht antreten. Viele hatten sich rechtzeitig informiert. An den Flughäfen hieß es, es sei alles ruhig verlaufen.

Der Kurz- und Mittelstreckenverkehr solle nun wieder normal laufen, erklärte die Lufthansa. Die Pilotengewerkschaft hatte in der Nacht auf Mittwoch den Druck noch erhöht und den Streik auf die Langstrecke ausgedehnt. "Natürlich macht das die Planungen noch einmal schwerer. Aber wir haben jetzt wirklich schon sehr viel Erfahrung mit Streiks und werden auch das bewältigen", erklärte eine Lufthansa-Sprecherin. Die VC schloss weitere Verschärfungen des Arbeitskampfes nicht aus. "Wir haben nicht das Gefühl, dass wir mit Samthandschuhen weiterkommen", sagte ein Sprecher. "Im Augenblick ist alles denkbar."

Der Konzern fordert Cockpit am Mittwochabend dazu auf, "konstruktiv am Verhandlungstisch Lösungen zu suchen", statt den Konflikt mit einem weiteren Streik zu eskalieren. Das Unternehmen werde alles tun, um die Auswirkungen des für Freitag angekündigten Ausstands "so gering wie möglich" zu halten. Die Aktien der Lufthansa zeigten sich zuletzt mit Gewinnen.

Frührenten der Piloten sind weiterhin Streitpunkt

Anlass für die neue Streikrunde ist das erneute Scheitern der Tarifgespräche zwischen Lufthansa und der Vereinigung Cockpit. Der größte Streitpunkt betrifft die Übergangsversorgung bis zur Rente der rund 5400 Piloten, die nach dem Konzerntarifvertrag bezahlt werden. Die Gewerkschaft sieht ihre Forderungen nicht erfüllt und verlangt, dass auch künftige Piloten in den Genuss von unternehmensfinanzierten Frührenten kommen.

"Es geht nicht um die Verhinderung strategischer Unternehmensentscheidungen, sondern um die Gestaltung der Tarifbedingungen der Piloten", sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg in der am Mittwochabend veröffentlichten Erklärung. "Wer jeden Tarifvertrag als Einschränkung unternehmerischer Freiheiten sieht, unterliegt einem Fehlverständnis, das den Abschluss neuer Vereinbarungen de facto unmöglich macht."

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