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GDL entscheidet: Bahnstreik noch diese Woche

"Ganz Deutschland betroffen"  

GDL-Spitze beschließt Bahnstreik

19.04.2015, 14:16 Uhr | dpa, rtr

GDL entscheidet: Bahnstreik noch diese Woche. Die GDL will wieder streiken. (Quelle: dpa)

Ein erneuter Streik der Lokführergewerkschaft GDL steht kurz bevor. (Quelle: dpa)

Viermal hat die Lokführergewerkschaft GDL im vergangenen Jahr durch Streiks den Bahnverkehr in Deutschland lahmgelegt. Jetzt geht der Arbeitskampf offenbar in eine neue Runde: Nach den gescheiterten Tarifgesprächen hat die Spitze der GDL nun offiziell beschlossen, erneut zu streiken. Bahnfahrer müssen sich in der neuen Woche wieder auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen.

"Es wird ganz Deutschland betroffen sein", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. Wann und wie lange die Deutsche Bahn bestreikt wird, verriet der Sprecher nicht. Dies werde die GDL "rechtzeitig" mitteilen. Bislang waren das 24 Stunden vor Beginn eines Ausstands. Der neue Streik ist den Angaben zufolge vom dreiköpfigen geschäftsführenden GDL-Vorstand um Gewerkschaftschef Claus Weselsky beschlossen worden.

Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche. Zudem strebt sie für ihre sämtlichen Mitglieder im Zugpersonal eigene Tarifverträge an.

"GDL setzt eigene Erfolge aufs Spiel"

Die Deutsche Bahn rief ihrerseits die GDL auf, die Verhandlungen fortzusetzen. "Ich fordere die GDL-Spitze auf, sofort an den Verhandlungstisch zurückzukehren und dort mit Augenmaß und Vernunft zu einem Abschluss zu kommen", sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber der "Bild am Sonntag".

Kein Verständnis zeigte der Bahn-Manager für den bisherigen Verhandlungskurs der Lokführergewerkschaft. "Der Kurs der GDL-Spitze ist völlig unverständlich. Wir waren zu keinem Zeitpunkt so nah dran. Ich verstehe nicht, warum die GDL ihre eigenen Erfolge jetzt aufs Spiel setzt."

Weselsky dagegen bezichtigte Weber im "Deutschlandfunk" der Lüge. Hintergrund sind Aussagen Webers, man sei in den Verhandlungen weitergekommen und "einen Meter vor der Ziellinie". Dazu sagte der Gewerkschaftschef: "Der Mann lügt an der Stelle." Der Bahnvorstand wolle kein Ergebnis erzielen. "Er streikt bei den Verhandlungen, und deswegen streikt das Zugpersonal mit aller Voraussicht nächste Woche wieder, um seine Rechte durchzusetzen". Prompt reagierte eine Bahnsprecherin: "Die GDL sollte dringend zu den Fakten und zur Sachlichkeit zurückkehren."

Die Gewerkschaft hat in dem Konflikt um die Arbeitsbedingungen des Zugpersonals im vergangenen Jahr bereits viermal ihre Mitglieder zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen und den Bahnverkehr in Deutschland in großen Teilen lahmgelegt. Erst im Februar hatte die GDL einen weiteren Streik angekündigt. Er sollte bis zu 100 Stunden dauern und wurde nach Zugeständnissen der Bahn wieder abgeblasen. Anschließend waren beide Seiten wieder in die Tarifgespräche eingestiegen.

Weselsky: Bahn spielt auf Zeit

GDL-Chef Weselsky moniert, die Bahn spiele auf Zeit. Denn im Sommer könnten die Karten neu gemischt werden, wenn das von der Bundesregierung geplante Gesetz zur Tarifeinheit in Kraft tritt und pro Betrieb nur noch eine Gewerkschaft den maßgeblichen Tarifvertrag abschließen kann. Die GDL hat dagegen bereits Verfassungsbeschwerde angekündigt und der Bahn immer wieder Verzögerungstaktik vorgeworfen.

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