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Ökonom kritisiert GDL: "Bahnstreik ist Gift für Standort Deutschland"

Ökonom kritisiert GDL  

"Streik ist Gift für den Standort Deutschland"

21.04.2015, 11:41 Uhr | t-online.de, dpa

Ökonom kritisiert GDL: "Bahnstreik ist Gift für Standort Deutschland". Der DIHK befürchtet Produktionsausfälle als Folge des Streiks im Güterverkehr. (Quelle: dpa)

Der DIHK befürchtet Produktionsausfälle als Folge des Streiks im Güterverkehr. (Quelle: dpa)

Nach der jüngsten Streik-Ankündigung der Lokführergewerkschaft GDL hagelt es harsche Kritik aus der Wirtschaft. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bezeichnete den Ausstand einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zufolge als "Gift für den Standort Deutschland".

Mit seiner Kritik richtet sich DIHK-Chefvolkswirt Alexander Schumann gegen die geplante Arbeitsniederlegung im Güterverkehr. Täglich würden eine Million Tonnen Güter per Bahn transportiert, erklärte er. Deshalb warnt der Ökonom vor Produktionsstörungen, die schon nach wenigen Tagen durch den Streik auftreten könnten.

"Auswirkungen so gering wie möglich halten"

Die GDL hatte angekündigt, dass die Lokführer von Dienstagnachmittag an bundesweit ihre Arbeit niederlegen werden. Am Dienstag um 15 Uhr beginnt der Streik zunächst im Güterverkehr und endet am Freitagmorgen um neun Uhr. Der Personenverkehr soll von Mittwochfrüh um 2 Uhr bis Donnerstag um 21 Uhr bestreikt werden. Zuletzt waren die Lokführer Anfang November in den Ausstand getreten.

Wie die Bahn mitteilte, stellt sich ihre Gütersparte angesichts der angekündigten 66 Stunden Ausstand auf erhebliche Beeinträchtigungen ein. Die Bahntochter Schenker Rail setze "alles daran, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten", teilte das Unternehmen mit. In der Europa-Leitstelle in Frankfurt soll ein Krisenteam den Güterverkehr während des Ausstands steuern. Dabei hätten für die Versorgung wichtige Züge Vorrang.

Gleichzeitig forderte die Bahn die Gewerkschaft auf, den Streikaufruf zurückzunehmen. "Diese Streiks sind für niemanden nachzuvollziehen", sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber. "Die GDL hätte ihr gewünschtes Zwischenergebnis in den Verhandlungen in nahezu allen Punkten haben können", fügte er hinzu. Stattdessen schade sie erneut der Bahn und ihren Kunden.

Bahn arbeitet an Ersatz-Fahrplan

Diese müssten nun mit Zugausfällen, Verspätungen und Einschränkungen des Angebots rechnen. "Die Deutsche Bahn bedauert dies ausdrücklich und verweist auf die alleinige Verantwortung der GDL für diese inakzeptablen Unannehmlichkeiten für die Kunden", hieß es in einer Stellungnahme. Die Einführung eines Ersatz-Fahrplans im Fernverkehr werde derzeit vorbereitet. Sobald er feststehe, werde er bekannt gegeben.

Zur Begründung des siebten Ausstandes im laufenden Tarifkonflikt hatte GDL-Chef Weselsky der Bahn eine Hinhaltetaktik vorgeworfen. "Das Management will scheinbar gar kein Ergebnis erzielen", sagte er der "Passauer Neuen Presse". Er kritisierte, auch nach 16 Tarifverhandlungsrunden fehlten noch immer Ergebnisse in zentralen Fragen. Als Beispiel nannte er eine Begrenzung der Überstunden. Die GDL verlangt außerdem fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche.

Ein Streitpunkt ist auch die Rolle der Lokrangierführer. Diese Kollegen machten die gleiche Arbeit wie Lokführer, würden aber deutlich schlechter bezahlt und hätten viel schlechtere Arbeitszeitregelungen, betonte Weselsky.

So will die GDL noch vor dem Inkrafttreten des umstrittenen Tarifeinheitsgesetzes für ihre Mitglieder im Zugpersonal eigene Tarifverträge abschließen. Bislang hatte sie nur für Lokführer Abschlüsse vereinbart. Damit läuft sie Gefahr, in Konkurrenz zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) künftig nur noch für einen Teil der Deutsche-Bahn-Betriebe eigene Tarife aushandeln zu können.

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