Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere > Löhne & Gehälter >

Tarifstreit Öffentlicher Dienst: Beschäftigte erhalten mehr Geld

Länder Tarifstreit  

Beschäftige im öffentlichen Dienst erhalten mehr Geld

18.02.2017, 08:21 Uhr | rtr

Tarifstreit Öffentlicher Dienst: Beschäftigte erhalten mehr Geld. Angestellte des öffentlichen Dienstes demonstrieren für höhere Löhne. (Quelle: dpa)

Angestellte des öffentlichen Dienstes demonstrieren für höhere Löhne. (Quelle: dpa)

Die rund 2,2 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder sollen in diesem Jahr 2,0 Prozent mehr Gehalt bekommen. Darauf einigten sich die Tarifparteien in Potsdam. 2018 werde es eine weitere Steigerung um 2,35 Prozent, mindestens aber um 75 Euro geben. Nicht beteiligt an den Verhandlungen war das Bundesland Hessen.

"Deutliche Reallohnsteigerungen"

Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, Frank Bsirske, sprach von einem umfassenden Gesamtpaket aus prozentualen Anhebungen und strukturellen Verbesserungen. "Wir haben ein Ergebnis mit deutlichen Reallohnsteigerungen erzielt", sagte er und hob hervor, dass es gelungen sei, die Bezahlungen im Sozial- und Erziehungsdienst zu verbessern und Akzente zugunsten der Auszubildenden und jüngeren Beschäftigten zu setzen.

Der Verhandlungsführer der Länder, Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider, sagte, mit dem vorliegenden Kompromiss sei ein finanzierbares und vor allem langfristig tragbares Ergebnis für die Länder erreicht worden. Die Einigung werde die Tarifgemeinschaft deutscher Länder 2017 rund 870 Millionen Euro und 2018 rund 1,9 Milliarden Euro kosten.

Neue Stufe in Entgeltgruppe

Im Einzelnen sieht die Einigung eine Anhebung der Gehälter um 2,0 Prozent rückwirkend zum 1. Januar 2017 beziehungsweise um 75 Euro Mindestbetrag vor. Ein weiterer Anhebungsschritt um 2,35 Prozent erfolgt zum 1. Januar 2018. Die Einführung der Stufe 6 für die Entgeltgruppen 9 bis 15 erfolgt in zwei Teilschritten: zum 1. Januar 2018 sowie zum 1. Oktober 2018. "Damit setzen wir Akzente in den oberen Entgeltgruppen, die mit einer sozialen Komponente in den mittleren und unteren Entgeltgruppen ausbalanciert wird", erläuterte Bsirske.

Der Verhandlungsführer des Beamtenbundes dbb, Willi Russ, sagte durch die Erhöhungen in diesem sowie im nächsten Jahr und die Ausweitung der Erfahrungsstufe 6 auf alle Entgeltgruppen seien nachhaltige Verbesserungen erreicht worden "Alle drei Punkte sind enorm wichtig für die Fachkräftegewinnung und die Konkurrenzfähigkeit des Landesdienstes auf dem Arbeitsmarkt." Außerdem bedeute dieser Abschluss ein willkommenes Plus im Portemonnaie der Kolleginnen und Kollegen und eine Kaufkraftstärkung für die Binnenkonjunktur.

Laut Ver.di wurde außerdem eine Vereinbarung über die Aushandlung einer neuen Entgeltordnung verabredet, von der künftig insbesondere die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst und dem Pflegebereich profitieren sollen. Bis zu einer Einigung, die in der Tarifrunde 2019 angestrebt werde, erhielten Sozialarbeiter je nach Eingruppierung 50 bis 100 Euro mehr pro Monat, Erzieherinnen und Kita-Leitungen 80 Euro.

Darüber hinaus erhalten die Auszubildenden laut Bsirske eine in zwei Schritten von jeweils 35 Euro erhöhte Vergütung sowie künftig 29 Tage Urlaub im Jahr.

Zudem wurde laut Ver.di eine Übergangsversorgung für Beschäftigte im Justizvollzug und im feuerwehrtechnischen Dienst vereinbart, die die Nachteile des vorzeitigen Renteneintritts mit einer einmaligen Abfindungszahlung in Höhe von rund 70.000 Euro kompensieren solle.

Die Ver.di-Bundestarifkommission hat das Verhandlungsergebnis einstimmig für die jetzt folgende Mitgliederbefragung zur Annahme empfohlen.

Verdi und der Beamtenbund hatten Lohnsteigerungen im Gesamtvolumen von sechs Prozent gefordert. Für die Auszubildenden hatte Verdi unter anderem eine Erhöhung der Vergütungen um 90 Euro und mehr Urlaub gefordert.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere > Löhne & Gehälter

shopping-portal