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Studie: Schwule verdienen weniger als Heteros

Studie  

Schwule Männer verdienen weniger als Heteros

31.08.2017, 13:37 Uhr | dpa-AFX

Studie: Schwule verdienen weniger als Heteros. Laut einer Studie bekommen Schwule auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Schnitt einen geringeren Stundenlohn als ihre heterosexuellen Kollegen. (Quelle: dpa/Michael Reichel)

Laut einer Studie bekommen Schwule auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Schnitt einen geringeren Stundenlohn als ihre heterosexuellen Kollegen. (Quelle: Michael Reichel/dpa)

Homo- und bisexuelle Erwachsene sind laut einer Studie besser ausgebildet als der Durchschnitt. Trotzdem verdienen Schwule beim realen Brutto-Stundenlohn rund 2,14 Euro weniger als Heterosexuelle, rechnet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIF) vor. Über die Gründe für die Lohnlücke kann bisher nur spekuliert werden. 

Demnach liegt der durchschnittliche Brutto-Stundenlohn eines heterosexuellen Mannes bei rund 18 Euro. Berücksichtigt man Faktoren wie Alter, Bildung und Branche, verdienen Schwule sogar 2,64 Euro weniger. Die Studienautoren nennen diese Lohnlücke, die mit der sexuellen Identität zusammenhängt, "Sexuality Pay Gap" – ähnlich dem sogenannten Gender Pay Gap. Das heißt: Ungleiche Bezahlung für gleiche Leistung betrifft nicht nur heterosexuelle Frauen.

Info: Der Gender Pay Gap ist die Differenz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes (ohne Sonderzahlungen) der Frauen im Verhältnis zum Bruttostundenverdienst der Männer.

Lesben verdienen ebenso weniger

Lesbische Frauen hingegen verdienen dem Bericht zufolge mit rund 16,44 pro Stunde im Schnitt etwa genauso viel wie Schwule und sogar rund zwei Euro mehr als heterosexuelle Frauen. Diese Unterschiede seien aber statistischen Ungenauigkeiten unterworfen und insofern nicht belastbar, sagt Studienautor Martin Kroh.

Schwule machen mehr Überstunden 

Ein statistischer Beweis für Lohndiskriminierung von Homosexuellen am Arbeitsplatz sei mit den Daten nicht erbracht: "Das ist erstmal nur ein Indikator", sagt Kroh. "Vermutlich gibt es eine Reihe von Erklärungen für die Lohnlücke." Laut der Studie leisten homosexuelle Männer mehr Überstunden als heterosexuelle – das drückt den Stundenlohn und könnte ebenfalls eine von vielen Erklärungen sein.

Studie beruht auf Fragebögenauswertung

Für die Studie stützen sich die Autoren auf Daten des sogenannten Sozio-ökonomischen Panels, einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage, die das DIW einmal im Jahr deutschlandweit durchführt. Dabei werden neben dem Einkommen, dem Beruf, der Bildung und der Gesundheit auch die sexuelle Orientierung abgefragt.

Info: Für die Studie wurden ausgefüllte Fragebögen von knapp 460 LGBs (Lesbian, Gays, Bisexuals, z. Dt. Lesben, Schwule, Bisexuelle) sowie mehr als 39.000 Heterosexuellen ausgewertet.

LGBs sind im Schnitt besser ausgebildet

Die Lebenssituation Homo- und Bisexueller unterscheidet sich zum Teil deutlich von der Lage Heterosexueller. Die DIW-Studie zeigt, dass Menschen, die sich offen als schwul, lesbisch oder bisexuell bezeichnen, im Vergleich zu Heterosexuellen im Schnitt besser ausgebildet sind. Sie haben häufiger ein Abitur (auch Fachabitur), sind seltener als Arbeiterinnen und Arbeiter und häufiger als Angestellte beschäftigt.

Sexuelle Orientierung spielt keine Rolle

Nach Schätzungen des DIW bezeichnen sich demnach derzeit knapp zwei Prozent der Erwachsenen in Deutschland als homo- oder bisexuell. Die Studienautoren bemängeln, dass es bislang nur sehr wenige Daten über Schwule, Lesben und Bisexuelle gibt. Sie fordern deswegen, die Sozialberichte der Bundesregierung um das Merkmal der sexuellen Orientierung zu erweitern.

LSVD: Gründe für Lohnlücke sind unklar

Auch der Bundesverband der Schwulen und Lesben in Deutschland (LSVD) kann über die Gründe der Lohnlücke nur spekulieren. "Die Studie differenziert leider auch nicht weiter innerhalb der LGBs", sagt Verbandssprecher Markus Ulrich. "Was ist etwa mit schwarzen Homosexuellen? Man wird auch über Rassismus noch mal reden müssen."

Gerechte Löhne gehören zur Fairness

"Eine faire und gerechte Bezahlung, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder eben auch sexueller Orientierung, ist nicht nur aus ethischen Gründen geboten", sagte die Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Personalführung, Katharina Heuer. "In Zeiten des Fachkräftemangels kann sich kein Arbeitgeber Diskriminierung, in welcher Hinsicht auch immer, leisten."

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