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Arbeitnehmern bleibt immer weniger Geld


Einkommen  

Arbeitnehmern bleibt immer weniger Geld

12.05.2008, 12:02 Uhr | AFP / T-Online, t-online.de

Die Kaufkraft ging in den letzten Jahren zurück (Foto: Archiv)Die Kaufkraft ging in den letzten Jahren zurück (Foto: Archiv) Den deutschen Arbeitnehmern bleibt von ihren Löhnen und Gehältern einer aktuellen Studie zufolge immer weniger Geld zum Ausgeben oder Sparen übrig. In den vergangenen fünf Jahren sank die Kaufkraft von Angestellten und Arbeitern um fast vier Prozent, wie die Dresdner Bank ermittelt hat. Seit 1991 ging die Kaufkraft sogar um mehr als sechs Prozent zurück. Einzig für das laufende Jahr gibt einen kleinen Lichtblick.

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Preissteigerungen schwächen die Kaufkraft
Hauptursachen für den realen Schwund bei der Kaufkraft ist laut der Studie der Umstand, dass die Verbraucherpreise in den vergangenen Jahren deutlich stärker angestiegen seien als die Löhne und Gehälter, sagte Dresdner-Bank-Volkswirt Gregor Eder. 2008 jedoch könne den Arbeitnehmern aufgrund der hohen Abschlüsse der Gewerkschaften in den Tarifverhandlungen wieder etwas mehr Geld übrig bleiben, sagte Eder.



Alles andere als berauschend
Der Untersuchung zufolge sank die Kaufkraft der Arbeitnehmer in den vergangenen fünf Jahren um 3,7 Prozent. Zwischen 1991 und 2007 seien es insgesamt sogar 6,1 Prozent gewesen. Die Netto-Gehälter seien seit 1991 zwar um 28,5 Prozent gestiegen, allerdings kletterten die Verbraucherpreise im gleichen Zeitraum um 36,8 Prozent in die Höhe. "Die Entwicklung der Kaufkraft ist alles andere als berauschend verlaufen", hält Eder zu den Zahlen fest.

Statistischer Effekt
Jedoch stellten die nackten Zahlen den Trend drastischer dar, als er in Wirklichkeit sei. Rein statistisch wirke sich nämlich der wachsende Anteil von Teilzeitbeschäftigten dämpfend auf die Kaufkraft aus. Teilzeitkräfte werden in der Statistik als volle Arbeitskräfte erfasst, obwohl sie nur Teilzeit arbeiteten, sagte Eder. Deshalb ist die Kaufkraft tatsächlich etwas höher. In diesem Jahr könnte der Studie zufolge den Arbeitnehmern erstmals seit 2004 unter dem Strich wieder etwas mehr übrig bleiben, als durch die Inflation wieder aufgefressen wird. "Durch die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt und die gute Konjunktur war es für die Gewerkschaften leichter, Lohnforderungen in den Tarifverhandlungen durchzusetzen", sagte Eder.



2008 ein kleines Plus
Die Preissteigerungen dürften in diesem Jahr mit 2,4 Prozent zwar weiter relativ hoch bleiben. Jedoch stiegen die Löhne und Gehälter netto - also nach Abzug von Steuern und Abgaben - durchschnittlich um drei Prozent an. Dadurch bleibe den Arbeitnehmern ein leichtes Plus von 0,6 Prozent in ihren Geldbörsen. Zudem werde die Arbeitslosigkeit 2008 voraussichtlich weiter sinken. "Berechnet man diesen Faktor mit ein, könnte die Kaufkraft 2008 durchschnittlich sogar um zwei Prozent steigen", sagte Eder.

Gute Aussichten für 2009
Auch im kommenden Jahr könnten die Arbeitnehmer nach Einschätzung Eders wieder ein leichtes Plus auf ihrem Konto verbuchen. "Ich gehe davon aus, dass auch 2009 das konjunkturelle Umfeld günstig bleibt, so dass die Arbeitnehmer bei den Lohnabschlüssen von der guten wirtschaftlichen Lage profitieren dürften", sagte der Volkswirt. Zusammen einer Inflation von unter zwei Prozent könnte dies der Kaufkraft weiteren Auftrieb verleihen, sagte Eder.

Im Schnitt rund 18.000 Euro
Unter der Kaufkraft versteht man das in Privathaushalten für den Konsum verfügbare Einkommen. Also die Summe an Geld, die nach Abzug aller regelmäßigen Zahlungsverpflichtungen wie Mieten, Raten und Versicherungen übrig bleibt. In Deutschland beträgt diese laut Berechnungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bei rund 1500 monatlich je Einwohner, allerdings handelt es sich hier um eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung bei der nicht zwischen einzelnen Berufs- und Gehaltsgruppen unterschieden wird.

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