Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Unternehmen & Verbraucher > Verbraucher >

"Öko-Test": Energiesparlampen oft keine Alternative zu Glühbirnen

Strom sparen  

Energiesparlampen oft keine Alternative zu Glühbirnen

30.09.2008, 10:37 Uhr | lgs, dpa

Sind Energiesparlampen wirklich so viel besser als normale Glühbirnen? (Foto: dpa)Sind Energiesparlampen wirklich so viel besser als normale Glühbirnen? (Foto: dpa)Mit Energiesparlampen lässt sich der Stromverbrauch offenbar deutlich weniger drosseln als bisher von den Herstellern versprochen. Zudem erzeugen die Öko-Leuchten Elektrosmog und eine schlechte Lichtqualität, so die in Frankfurt erscheinende Zeitschrift "Öko-Test". Das Magazin hatte 16 verschiedene warmweiße Energiesparlampen mit zehn bis zwölf Watt untersucht. Sechs schnitten dabei "befriedigend" ab, vier "ausreichend". Zwei Lampen erhielten die Note "mangelhaft", vier wurden als "ungenügend" eingestuft.

Testen Sie Ihr Wissen - Energie-Quiz
Finanztest - Schnelligkeit bei Solardächern zahlt sich aus
Wechsel lohnt sich - Stromrechner
Im Überblick -

Lampen nicht zu oft an- und ausschalten

Bemängelt wurde vor allem der Stromverbrauch: Rund 80 Prozent Ersparnis werden üblicherweise versprochen - laut "Öko-Test" sind es aber nur 50 bis 70 Prozent. Ein untersuchtes Modell verbrauchte sogar mehr Strom als eine Glühbirne. Zudem erreichten die meisten der Test-Exemplare nicht die vom Hersteller angegebene Brenndauer. Besonders häufiges Ein- und Ausschalten vertragen Energiesparlampen gar nicht.



Gesundheitsprobleme durch Energiesparlampen

Ebenfalls kritisiert wurde das "funzelige Licht" vieler Lampen. Nur vier Lampen konnten es nach Angaben der Tester einigermaßen mit der 60-Watt-Birne aufnehmen, die sie ersetzen sollten. Im Laufe der Zeit lässt die Helligkeit außerdem nach. Dazu sei das Licht der Öko- Lampen weit entfernt von natürlichem Tageslicht. Flimmern und erhöhter Elektrosmog könnten zu Kopfschmerzen, Schwindel, Unwohlsein und sogar Hormonproblemen führen.

Keine echte Alternative zu normalen Glühlampen

Energiesparlampen seien damit kein wirklicher Fortschritt und keine echte Alternative zu Glühlampen, so das Fazit der Tester. Wer sie trotzdem einsetzt, sollte zumindest auf einen Abstand von ein- bis eineinhalb Metern zum Körper achten, um sich dem Elektrosmog nicht zu sehr auszusetzen.



Energiesparlampe sollte mindestens 15 Watt haben

Noch am besten geeignet seien Energiesparlampen für Leuchten, die auch seitliches Licht abgeben, zum Beispiel Deckenleuchten mit einer Opalglasabdeckung. Eine einheitliche Vorgabe, was eine Energiesparlame leisten muss, damit sie als gleichwertiger Ersatz für eine normale Glühbirne gilt, gibt es bisher nicht. Um die dauerhafte Helligkeit einer 60-Watt-Glühbirne zu erreichen, sollte aber eine Energiesparlampe mit mindestens 15 Watt verwendet werden, heißt es bei "Öko-Test".

Branche übt Kritik an Testergebnissen

Bei der Branche stößt das aktuelle Testergebnis auf heftige Kritik. Die Untersuchungsmethoden seien teilweise unzureichend gewesen, außerdem sei es verantwortungslos den Bürgern von dem Gebrauch von Energiesparlampen als Ersatz zu normalen Glühbirnen, abzuraten. "Energiesparlampen bleiben nicht hinter den Erwartungen zurück, bedürfen aber sauberen Messungen.", so erklärte Jürgen Waldorf, Geschäftsführer des Zentralverbandes Elektrotechnik und Elektroindustrie (ZVEI) gegenüber pressetext.de.

Ökotest verteidigt Untersuchungsmethoden

Der Experte weist darauf hin, dass es beim Vergleich von Leuchtmitteln normierte Verfahren gebe, um etwa die Lichtstärke zu messen. "'Öko-Test' hat den Lichtstrom auf einer Fläche gemessen", kritisiert Waldorf. Die Geometrie der Energiesparlampe nehme jedoch Einfluss auf den Lichteinfall auf die Fläche, besonders wenn die Leuchte nicht für die Lampe gebaut sei. Die Zeitschrift "Öko-Test" verteidigt dagegen ihre Untersuchungsmethoden: "Wir denken, dass die von uns angewendeten Methoden in keinem Fall unzureichend sind. Diese müssen auch gerichtlich standhalten und werden streng geprüft", sagt Gabriele Achstetter, "Öko-Test"-Redakteurin im Bereich Bauen und Wohnen, gegenüber pressetext.de

Bei der Stiftung Warentest schneiden Öko-Lampen besser ab

Jürgen Waldorf vom ZVEI rät den Kunden beim Kauf der Lampen auf die Qualität zu achten: "Auf dem Markt werden Billiglösungen angeboten, die auch der ZVEI nicht gutheißen kann. Dem Verbraucher ist zu empfehlen, beim Kauf auf etablierte Marken zu setzen und zur Information vorzugsweise die Testergebnisse von Stiftung Warentest heranzuziehen." Im Gegensatz zu den Ergebnissen in "Öko-Test" bewertetet die Stiftung Warentest die Leistung der Energiesparlampen in einem Test aus dem März dieses Jahres überwiegend mit guten und befriedigenden Noten. Allerdings waren darunter keine der von "Öko-Test" untersuchten Lampen. Doch "Öko-Test" verteidigt die unterschiedlichen Ergebnisse: "Wenn Lampen in unserem Gesamtresultat schlechter abschneiden als bei Stiftung Warentest, liegt dies an weiteren Parametern, die zur Untersuchung herangezogen wurden", so Gabriele Achstetter.

Mehr zum Thema:
Kaufkraft -
Ratgeber -
Luxus -
Adidas, Nivea & Co. -
Feinholzkraftwerk - Energie aus Resten
Ökostrom - Ausgleich für Atomstrom
Teures Öl und Gas - Alternative Heizungen rechnen sich

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Diese Banken finanzieren Ihr Eigenheim
Jetzt hier den Zins-Check machen:

AnzeigeZINS-CHECK

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Unternehmen & Verbraucher > Verbraucher

shopping-portal