Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Unternehmen & Verbraucher > Unternehmen >

Automobilindustrie: Automarkt in USA bricht kräftig ein


Automobilindustrie  

US-Automarkt bricht kräftig ein

11.11.2008, 10:30 Uhr | sky, dpa, t-online.de, dpa-AFX

Mercedes in den USA unter Druck. (Foto: imago)Mercedes in den USA unter Druck. (Foto: imago) Schwarzer Oktober am US-Automarkt: Die Verkäufe sind erneut massiv eingebrochen. Auch die deutschen Autohersteller konnten sich dem Trend nicht entziehen, einzig die Volkswagen-Tochter Audi erzielte ein kleines Plus. Besonders heftige Verluste mussten die amerikanischen Produzenten hinnehmen. Der gesamte Markt in Amerika dürfte im Oktober Branchenschätzungen zufolge um 31 Prozent auf 850.000 Fahrzeuge geschrumpft sein. Experten erwarten, dass im gesamten Jahr weniger als 14 Millionen Fahrzeuge verkauft werden - der weltgrößte Automarkt schrumpft damit rapide auf das Niveau von Anfang der 80er Jahre. Ein US-Manager sprach gar vom schlimmsten Monat seit dem Zweiten Weltkrieg.

Quiz - Kennen Sie dieses Auto-Logo?
VW, BMW & Co. - Wie gut kennen Sie Volkswagen?

Keine Kredite für Autokäufer

Der aktuelle freie Fall ist vor allem eine Folge der Kreditkrise und der Wirtschaftsschwäche. Immer mehr Kunden bekommen entweder keine Kredite oder halten angesichts der unsicheren Lage ihr Geld zusammen. Die deutschen Hersteller leiden ferner unter dem bis vor kurzem hohen Euro-Kurs. Abhilfe schafft nur die Produktion vor Ort, da dann die Kosten in Dollar anfallen.

Nur Audi mit minimalem Plus

Volkswagen of America verkaufte mit 15.889 Fahrzeugen 7,9 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Seit Jahresbeginn liegt das Minus bei 0,6 Prozent. Audi hingegen steigerte den Absatz leicht um 0,3 Prozent auf 7433 Stück. Seit Jahresanfang verzeichnete Audi allerdings ein Absatzminus von 3,5 Prozent auf 73.620 Fahrzeuge.

Porsche mit minus 39 Prozent

Porsche erlitt in Nordamerika einen kräftigen Absatzeinbruch: Die Auslieferungen fielen um 39 Prozent auf 1541 Fahrzeuge. Von der Baureihe Cayenne wurden mit 766 Fahrzeugen 39 Prozent weniger ausgeliefert als ein Jahr zuvor. Bei der Baureihe Boxster betrug der Rückgang 78 Prozent auf 164 Stück, und bei der Elfer-Baureihe sank der Absatz um 40 Prozent auf 611 Fahrzeuge. Porsche kündigte an, auf einen dauerhaften Bestellrückgang mit Produktionssenkungen zu reagieren.

Mini stützt BMW

Bei BMW fiel der Rückgang hingegen deutlich moderater aus. Die 25.475 verkauften Fahrzeuge bedeuteten ein Minus von fünf Prozent. Seit Jahresbeginn sank der Absatz um 4,8 Prozent auf 261.802 Stück. Von der Marke BMW wurden mit 20.203 Fahrzeugen im Oktober 13,9 Prozent weniger verkauft. Die Marke MINI verzeichnete hingegen mit einem Plus von 56,4 Prozent auf 5272 Einheiten einen rasanten Verkaufsanstieg. Dieser Erfolg belegt den Trend zum Spritsparen in Amerika.

smart hilft Daimler

Daimlerverkaufte ein Viertel weniger Fahrzeuge als ein Jahr zuvor. Der Absatz fiel um 24,5 Prozent auf 17.232 Autos. Ohne die Einführung der Marke smart wäre der Rückgang noch stärker ausgefallen, denn die Marke Mercedes-Benz verbuchte ein Absatzminus von 34,3 Prozent auf 14.996 Stück. Der smart wird erst seit Januar in den USA verkauft und kam im Oktober auf 2236 verkaufte Exemplare. Seit Jahresbeginn hat Daimler damit ein Absatzplus von 4,7 Prozent auf 212.686 Autos verbucht. Die Marke Mercedes-Benz kommt hingegen auf einen Rückgang von 5,3 Prozent auf 192.294 Autos. Somit kann auch der smart von der neuen Sparsamkeit in Amerika profitieren.

GM-Absatz fast halbiert

Die großen heimischen Hersteller verzeichneten besonders massive Rückgänge. Beim Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) sackte die Zahl der verkauften Fahrzeuge um 45 Prozent auf 170.585 Stück ab. Die Zahl der abgesetzten Pkw ging um 34 Prozent auf 73.466 Exemplare zurück, die Zahl der Lastwagen um 51 Prozent auf 97.119 Stück. GM-Manager Michael DiGiovanni sprach vom schlimmsten Monat seit dem Zweiten Weltkrieg. Allerdings verkaufte der größte US-Hersteller immer noch mehr als doppelt so viel wie die deutsche Konkurrenz.

Chrysler leidet weiter

Die desolaten Verkaufszahlen dürften den Druck bei den Fusionsgesprächen zwischen GM und Chrysler verstärken. Bei Chrysler fiel der Absatz um 35 Prozent auf rund 94.500 Fahrzeuge. Die beiden Autobauer, die mit Milliardenverlusten kämpfen, verhandeln unter Hochdruck über eine Fusion. Analysten warnen, dass ihnen binnen eines Jahres das Geld ausgehen könnte.

Ford mit 30 Prozent Minus

Ford meldete ein Absatzminus von 30,2 Prozent auf 132.838 Fahrzeuge. Seit Jahresbeginn sanken die Verkäufe um 18,7 Prozent auf 1,726 Millionen. Fast ein Drittel der Verkäufe entfiel auf die großen Pickups der F-Serie - ein Zeichen dafür, dass es in Amerika immer noch einen großen Markt auch für diese Fahrzeugklasse gibt. Die großen geländegängigen Fahrzeuge sind vor allem auf dem Land gefragt. Während sich der Absatz der Marke Volvo mehr als halbierte, lag das Minus bei den Marken Ford, Lincoln und Mercury bei 29,2 Prozent.

Toyota ebenfalls schwach

Der große japanische Hersteller Toyota musste ebenfalls einen deutlichen Absatzrückgang hinnehmen. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge sank um 25,9 Prozent auf 152.101. Von der Marke Toyota wurden mit 135.818 Stück 24,2 Prozent weniger verkauft. Die Marke Lexus verzeichnete ein Minus von 37,6 Prozent auf 16.283 Stück.

Mehr Themen:
Autokrise - Kurzarbeit bei Bosch
Krise ohne Ende - Autoindustrie in Not
Nutzfahrzeuge - Dramatischer Einbruch bei Volvo
Ranking - Was Europas Top-Manager verdienen
Marktbericht - So sieht's aktuell am deutschen Aktienmarkt aus

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Rohstoffe und Währungen

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Unternehmen & Verbraucher > Unternehmen

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: