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Opel-Betriebsrat: Fiat will Mehrheit an Opel

Opel  

Fiat will Mehrheit an Opel - Betriebsrat empört

23.04.2009, 17:45 Uhr | mfu, dapd, dpa

Fiat will die Mehrheit an Opel übernehmenFiat will die Mehrheit an Opel übernehmen Der angeschlagene Autobauer Opel steht vor einer Übernahme durch Fiat . Das versetzt die Gewerkschaften und den Chef des Opel-Gesamtbetriebsrats Klaus Franz in helle Aufregung. Franz lehnt den Einstieg der Italiener kategorisch ab und erhebt scharfe Vorwürfe gegen Fiat. Andere Arbeitnehmervertreter äußern sich dagegen positiv. Experten sind uneins über die Vor- und Nachteile.

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Opel-Betriebsratschef warnt vor Werkschließungen

"Spiegel Online" berichtete unter Berufung auf Verhandlungskreise, Fiat wolle schon kommenden Dienstag eine Absichtserklärung zur Übernahme der Mehrheit des angeschlagenen deutschen Autoherstellers unterzeichnen. Der Opel-Betriebsratschef bestätigte den Bericht und kündigte zugleich scharfen Widerstand an. Er fürchte einen "dramatischen Abbau von Arbeitsplätzen bei Opel und Werksschließungen in Deutschland", wird Franz von "Spiegel Online" zitiert.

Franz kritisiert hohe Verschuldung von Fiat

Die Produktpaletten von Fiat und Opel würden sich komplett überschneiden. Zudem sei Fiat hoch verschuldet. Franz verwies auch auf schlechte Erfahrungen mit Fiat: "Wir kennen die Braut", sagte er in Anspielung auf eine 2005 beendete Partnerschaft von Fiat und GM. Der Betriebsratsvorsitzende des Opel-Werkes in Eisenach, Harald Lieske, sieht ein Zusammengehen mit Fiat dagegen grundsätzlich positiv. "Die Integrität der Marke Opel darf dabei natürlich nicht beschädigt werden", sagte Lieske.

Verhandlungen mit anderen Investoren

Im Gegensatz zu Betriebsrat Franz hat das Management von Opel die jüngsten Berichte zum Einstieg von Fiat nicht bestätigt. GM-Europe-Sprecher Frank Klaas sagte der Nachrichtenagentur AP: "Wir haben Gespräche mit mehreren Investoren. Das ist bekannt. Wir geben allerdings in der derzeitigen Situation keine Informationen darüber, um welche Investoren es sich handelt und bitten dafür um Verständnis."

Autozulieferer Magna an Opel interessiert

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) bestätigte, dass neben Fiat auch der Autozulieferer Magna an einem Einstieg bei Opel interessiert ist. Nach Angaben von "Spiegel Online" laufen derzeit noch Verhandlungen mit Magna. Offenbar seien das Management des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) in Detroit und das Bundeswirtschaftsministerium aber an einer schnelleren Lösung mit Fiat interessiert. Im Opel-Management und bei den Arbeitnehmervertretern werde dagegen eher ein Einstieg von Magna befürwortet. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat am Donnerstag ebenfalls bestritten, dass es bereits eine Vorentscheidung für Fiat als Opel-Mehrheitseigentümer gibt.

IG Metall dagegen

Die IG Metall kündigte derweil an, sie werde einen Einstieg von Fiat bei Opel nicht unterstützen, da dann binnen Jahresfrist über die Schließung der Opel-Werke in Bochum und Eisenach verhandelt werden dürfte. "Für diesen Deal wird es in der Belegschaft kein Verständnis geben und es wird auch keine Arbeitnehmerbeiträge geben", sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild. Der Generalsekretär des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes, Peter Scherrer, sieht dagegen auch Chancen. Langfristig sei die Zukunft von Opel "mit einem industriellen Partner wie Fiat eher gesichert als mit einem reinen Finanzinvestor", sagte er der "Neuen Ruhr/Neuen Rhein-Zeitung" (NRZ).

Experten uneins

Fiat meldete unterdessen einen Quartalsverlust von 410 Millionen Euro. In den ersten drei Monaten des Vorjahres erzielte der Autobauer noch 405 Millionen Euro Nettogewinn. Experten äußerten sich überwiegend skeptisch über ein Zusammengehen von Fiat und Opel: Der Leiter des CAR-Instituts, Ferdinand Dudenhöffer, meinte in der "Bild"-Zeitung: "Opel und Fiat passen zusammen wie Feuer und Wasser." Beide Unternehmen bauten die gleichen Fahrzeuge für gleiche Märkte. Professor Stefan Bratzel vom Center of Automotive in Bergisch-Gladbach sagte, im Falle eines Zusammengehens "heißt das, dass in erheblichem Umfang Kapazitäten abgebaut werden müssten". Dagegen meinte der Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft, Willi Diez, in der "Bild"-Zeitung, die Allianz sei möglicherweise für Opel der Weg zur Rettung.

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