Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Unternehmen & Verbraucher > Unternehmen >

Brauereien: Bierkonsum bricht deutlich ein

Getränke  

Bierkonsum bricht deutlich ein

27.07.2009, 19:49 Uhr | bv, mmr, dpa, t-online.de

Halb voll oder halb leer? - Bierabsatz in Deutschland rückläufig (Quelle: imago images)Halb voll oder halb leer? - Bierabsatz in Deutschland rückläufig (Quelle: imago images) Die Menschen in Deutschland trinken deutlich weniger Bier. Nach Schätzungen von Branchenexperten ist der Bierkonsum im ersten Halbjahr 2009 um mehr als fünf Prozent zurückgegangen. Vor allem die bekannten Marken leiden. Einen Rückgang in dieser Größenordnung habe die Branche noch nie erlebt, sagt der Vizepräsident des Deutschen Brauer-Bundes, Michael Weiß. Den Bierbrauern steht nach Einschätzung von Veltins-Chef Michael Huber eine längere Durststrecke bevor. Eine Belebung erwartet er erst von 2012 an.

Quiz - Kennen Sie sich aus in der Welt der Biere?
Spektakuläre Pleiten - Von Borgward bis Woolworth
Großes Ranking - Die umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands

Wetter macht Brauer wahnsinnig

Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig. Huber begründet den Rückgang bei den Premium-Brauern unter anderem mit den Auswirkungen des wechselhaften Wetters. Zudem seien beim Fassbier auch die Nachwirkungen des Rauchverbots in der Gastronomie spürbar. Zudem führe die Krisenangst der Verbraucher zu Konsumverzicht. So steuert der Pro-Kopf-Verbrauch stramm auf die 100 Liter-Marke zu - 2008 waren es noch 111,1 Liter.



Abwrackprämie dämpft Konsumlust

Neben der Angst um den Arbeitsplatz dämpften auch die vorgezogenen Neuwagen-Käufe dank der Abwrackprämie die Konsumlust der Verbraucher, erklärt Huber. Da sei auch kein Spielraum für eine Preiserhöhung - 2010 sollen die Preise bei Veltins nicht steigen.

GfK-Konsumklima - Verbraucherstimmung hat sich weiter verbessert

Veltins mit starkem Minus

Veltins meldete jüngst für das erste Halbjahr einen Ausstoß-Rückgang um 6,5 Prozent. Allerdings sei Veltins schon am 1. Januar mit einem Minus von drei Prozent gestartet, weil die Produkte des Brauers nicht mehr beim Discounter Lidl in den Regalen stehen. Auch die Mischgetränke der Marke "V+", mit denen die Sauerländer in den Vorjahren die Verluste beim Pilsausstoß ausgeglichen hatten, entwickelten sich mit einem Minus von 8,8 Prozent erstmals rückläufig.

Nur Becks bei "Fernseh-Bieren" besser als der Markt

Mit dem sinkenden Ausstoß ist Veltins in guter Gesellschaft. Denn die Premium-Konkurrenz Krombacher (minus 5,3 Prozent), Bitburger (minus 4,6 Prozent), Warsteiner (minus 6,5 Prozent), König (minus 6,7 Prozent) und Jever (minus 7 Prozent) ist nach Informationen des Branchenmagazins "Inside" in der gleichen Lage. Von den "Fernseh-Bieren" schnitt lediglich Becks mit einem Inlandsminus von nur 2,5 Prozent besser als der Markt ab.



Billigbier holt gegenüber Premium-Marken auf

Brauer-Bund-Vizechef Weiß kritisierte den Preiskampf der Brauer. Der Billigbier-Brauer Oettinger mache einen guten Job, sagte Weiß: "Schlimmer für das Image des Bieres ist der Preiskampf der TV-Biere." Diese groß beworbenen Marken gingen im Angebot teils für weniger als 10 Euro pro Kasten über den Ladentisch. Weiß geht davon aus, dass der Biermarkt in den kommenden Jahren durchschnittlich um zwei Prozent schrumpft. Da spiegele sich der demografische Wandel, aber auch das sich ändernde Bewusstsein der Verbraucher, unter dem derzeit alle alkoholischen Getränke litten.

Bierkunden sind preissensibel

Die eigentlich überstanden geglaubte "Geiz-ist-geil"-Welle beginnt nach Veltins-Einschätzung wieder zu schwappen. Die beiden kommenden Jahre würden für einige Wettbewerber zur Rosskur, deren Ende wenig kalkulierbar sei, sagt Huber: "Solide geführte Familienunternehmen können damit aber besser umgehen als die ganz Großen."

Zweifel an der Qualität

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) sorgt sich derweil um die Qualität von Lebensmitteln, wenn sie zu preiswert angeboten werden. "Bei 4 Euro für den Kasten Bier habe ich Zweifel, ob man das noch qualitätsorientiert herstellen kann", sagte Aigner im Gespräch mit der "Rheinischen Post". "Wenn es zu Qualitätseinbußen kommt, weil zu den Preisen gar nicht mehr vernünftig produziert werden kann, dann ist das nicht im Sinne des Verbrauchers." Die Politikerin machte sich für einen "Ess-Unterricht" an Schulen stark.

Der Osten hält das Bier noch hoch

Auffallend am Biermarkt in Deutschland sind die deutlichen Unterschiede zwischen Ost und West. Marktforscher hatten bis Mai im Biertrinker-Land Nordrhein-Westfalen mit einem Minus von 5,5 Prozent den größten Einbruch ermittelt. Im Osten Deutschlands hingegen wurde 0,6 Prozent mehr Bier verkauft.

Mehr Themen:
Gastgewerbe - Krise hält an
Studie - Familienunternehmen sind finanziell gut gerüstet
Urteil -
Einzelhandel -

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Diese Banken finanzieren Ihr Eigenheim
Jetzt hier den Zins-Check machen:

AnzeigeZINS-CHECK

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Unternehmen & Verbraucher > Unternehmen

shopping-portal