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Brauereien: Bierabsatz in Deutschland gesunken

Brauereien  

Den Deutschen vergeht die Lust am Bier

31.07.2009, 08:23 Uhr | cs, AFP, dpa-AFX, dapd, dpa, t-online.de

Die Deutschen trinken immer weniger Bier (Foto: imago)Die Deutschen trinken immer weniger Bier (Foto: imago) Ebbe im Braukessel: Die Deutschen trinken so wenig Bier wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Der Bierabsatz ist in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand in einem ersten Halbjahr seit 1991 gesunken. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Die Brauereien und Bierlager setzten knapp 50 Millionen Hektoliter Gerstensaft ab - das ist ein Minus von 4,5 Prozent. Die Brauer haben auch schon einen Schuldigen für die Misere: die Diskriminierung des Bieres.

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Gesundheitspolitiker sind schuld

So gibt der Brauer-Bund den Gesundheitspolitikern eine Mitschuld am Absacken des Absatzes: "Wir sind stinksauer über die Diskriminierung alkoholhaltiger Getränke. Manche Politiker verunsichern die Konsumenten geradezu", sagte deren Hauptgeschäftsführer Peter Hahn. Mehrfach waren zuletzt Forderungen nach einem Werbeverbot für Alkohol und auch nach höheren Steuern auf Bier und Wein laut geworden.



Bierkonsum: Die Gründe für den Rückgang

Die Statistiker sehen dagegen ganz andere Gründe für den abnehmenden Bierdurst der Deutschen: Das eher schlechte Wetter, Preiserhöhungen und das Rauchverbot in der Gastronomie. Hahn dagegen hadert vor allem mit dem Ersteren: "Der Wettergott ist nun mal der Verkäufer Nummer eins in unserer Branche." Dass zuletzt viele Grillpartys sprichwörtlich ins Wasser gefallen seien, habe die Branche getroffen. Auch das Rauchverbot habe sich ausgewirkt: So sei beim Fassbier-Absatz teilweise ein Rückgang um 25 Prozent zu verkraften gewesen.


Bier muss wieder spannender werden

Für die deutschen Brauereien werde "die Luft immer dünner". Sie seien weniger ausgelastet und hätten zudem höhere Kosten, insbesondere im Energiebereich. Es sei aber falsch, deshalb in Panik zu verfallen. "Stattdessen müssen sie mehr tun, um das Thema Bier wieder spannender zu machen, insbesondere im Marketing-Bereich", so Hahn. Dabei setze die Branche weiter auf Innovationen bei den Mix-Getränken. Doch vor allem der eigentlichen Hoffnungsträger bereitetet der Branche Sorgen. Der Absatz von Radler und anderen hippen Mix-Getränken ging um 7,4 Prozent auf 2,1 Millionen Hektoliter zurück. "Auch hier spüren wir das schlechte Wetter: Zu diesen Produkten greift man nun mal besonders gern, wenn es warm ist", sagte Hahn.



"Fernseh-Biere" besonders betroffen

Vor allem die hochpreisigen "Fernseh-Biere" sind von der Krise im Braukessel betroffen: Veltins etwa meldete jüngst für das erste Halbjahr einen Ausstoß-Rückgang um 6,5 Prozent. Damit ist Veltins in guter Gesellschaft. Denn die Premium-Konkurrenz Krombacher (minus 5,3 Prozent), Bitburger (minus 4,6 Prozent), Warsteiner (minus 6,5 Prozent), König (minus 6,7 Prozent) und Jever (minus 7 Prozent) ist nach Informationen des Branchenmagazins "Inside" in der gleichen Lage.

Brauer exportieren immer weniger Bier

85,5 Prozent des gesamten Bierabsatzes waren für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert (minus 4,1 Prozent). An steuerfreiem Bier, das für den Export vorgesehen ist, wurden 7,2 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt (minus 7,1 Prozent). 5,5 Millionen Hektoliter Bier exportierten sie in EU-Länder, 1,5 Millionen Hektoliter in Drittländer. Nicht in den Zahlen enthalten sind alkoholfreie Biere und Malzgetränke sowie Bier, das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführt wurde.

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