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Bundesbank entmachtet Sarrazin

Integration  

Bundesbank entmachtet Sarrazin

14.10.2009, 11:01 Uhr | AP, AFP, dpa, dapd, AFP, dpa, t-online.de

Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin unter Druck (Foto: dpa)Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin unter Druck (Foto: dpa) Nach seinen umstrittenen Äußerungen über Ausländer wird Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin entmachtet. Der 64-Jährige verliert seine Zuständigkeiten für den wichtigen Bereich Bargeld. Künftig ist er nur noch für Informationstechnologie und Risiko-Controlling verantwortlich. Das teilte die Deutsche Bundesbank nach einer Vorstandssitzung am Dienstag in Frankfurt mit. Der ehemalige Berliner Finanzsenator und SPD-Politiker war mit provokanten Äußerungen zu Einwanderern in Deutschland in die Kritik geraten. Die Bundesbank hatte daraufhin angekündigt, rechtliche Schritte zu prüfen.

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"Die Türken erobern Deutschland"

Sarrazin, der bereits als Berliner Finanzsenator mit provokanten Äußerungen polarisiert hatte, hatte zuletzt mit Aussagen in einem Interview der Zeitschrift "Lettre International" für Empörung gesorgt. "Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate", wurde er in dem Blatt zitiert. "Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert." Er warf den türkischen und arabischen Einwanderern in Berlin zudem vor, sie hätten "keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel".

Sarrazin entschuldigte sich

Der Ex-Finanzsenator hatte sich nach anhaltender Kritik für seine Äußerungen entschuldigt. "Die Reaktionen, die mein Interview in "Lettre International" verursacht hat, zeigen mir, dass nicht jede Formulierung in diesem Interview gelungen war", schrieb er in einer persönlichen Mitteilung. Es sei sein Anliegen gewesen, die Probleme und Perspektiven der Stadt Berlin anschaulich zu beschreiben, nicht aber einzelne Volksgruppen zu diskreditieren. Die Türkische Gemeinde in Deutschland hatte die Entschuldigung akzeptiert und die Debatte damit als erledigt bezeichnet. Sie erklärte sich darüber hinaus dazu bereit, über die von Sarrazin angesprochenen Probleme zu diskutieren.

Mehrheit stimmt Äußerungen zu

Einer Umfrage zufolge stießen Sarrazins Äußerungen in der Bevölkerung dennoch mehrheitlich auf Zustimmung. In einer repräsentativen Emnid-Umfrage für die "Bild am Sonntag" stimmten 51 Prozent der 501 Befragten Sarrazins Aussage zu, ein Großteil der arabischen und türkischen Einwanderer sei "weder integrationswillig noch integrationsfähig". 39 Prozent der Befragten lehnten diese These ab.

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