Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Unternehmen & Verbraucher > Unternehmen >

Anlagebetrug mit Kaviar: Unternehmer vor Gericht


Schneeballsystem  

Anlagebetrug mit Kaviar: Unternehmer vor Gericht

01.06.2010, 09:04 Uhr | apn, dapd, t-online.de

Anlagebetrug mit Kaviar: Unternehmer vor Gericht. Kaviar der Marke Caviar Creator (Foto: Caviar Creator)

Kaviar der Marke Caviar Creator (Foto: Caviar Creator)

Gescheiterte Kaviar-Geschäftsidee: Wegen Anlagebetrugs in Millionenhöhe muss sich der frühere Chef eines Unternehmens für Störzuchtanlagen vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Mit falschen Versprechungen über hohe Gewinne durch die Produktion hunderter Tonnen Kaviar in Stör-Farmen weltweit warb seine Firma laut Anklage seit Dezember 2005 rund 18 Millionen Euro von Kleinaktionären ein - obwohl dem 54-Jährigen damals bereits die "sichere Insolvenz" des Unternehmens klar gewesen sein soll.

Schneeballsystem mit Kaviar

Die Firma "Caviar Creator" habe sich nur durch ein Schneeballsystem über Wasser gehalten, sagte Staatsanwältin Stephanie Küpper. Durch das Einwerben frischer Gelder von Anlegern wurden demnach die auflaufenden Verluste der einzigen existierenden Störzuchtanlage im mecklenburgischen Demmin aufgefangen. Geködert worden seien Aktionäre mit der Aussicht auf einen bevorstehenden Börsengang sowie übertriebenen Produktions- und Gewinnprognosen. (Hier finden Sie Hintergründe, Tipps und Fakten zur aktuellen Schuldenkrise)

Angeblich zehn Farmen geplant

So hieß es laut Anklage in einem Firmenprospekt von 2006, "Caviar Creator" plane bis 2011 die Errichtung von zehn Aquafarmen weltweit, unter anderem in den USA, Russland, Armenien und China. Durch die Produktion von über 300 Tonnen Kaviar sollte demnach ein Gewinn von über 200 Millionen Dollar erzielt werden. Tatsächlich sei in nur einer Fischzuchtanlage lediglich eine Tonne produziert worden, sagte Küpper. (Kein Kaviar für die Italiener - Rom muss sparen)

Rund 50 Millionen sind weg

Wie viel Geld der frühere Chef des seit April insolventen Unternehmens, Frank S., für sich abzweigte, ist laut Staatsanwaltschaft noch unklar. "Aber er hat gut gelebt", sagte Küpper. Insgesamt erhielt die Firma seit 2002 demnach knapp 50 Millionen Euro durch den Verkauf von Aktien. Bis auf einen geringen Rest sei alles aufgebraucht.

Die Verteidigung hält an der Idee fest

Die Verteidigung kündigte an, der Angeklagte werde kein Geständnis abgelegen, da er unschuldig sei. "Er hat die Gelder nicht eingeworben, um sich ein schönes Leben zu machen", sagte Anwalt Joachim Albert. Kaviar in Störfarmen zu produzieren sei nach wie vor eine "Erfolgsidee", da die Störbestände weltweit weitgehend abgefischt seien und es kaum noch Wild-Kaviar auf dem Markt gebe. S. habe das ganze Geld über Jahre investiert und nicht rausgeschmissen. Bis Ende September sind 24 Verhandlungstage angesetzt.

(Weder Kaviar noch Sekt - das Menü für drei Euro)

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Wirtschaft
Selbstmord bei Foxconn

Beim iPhone-Hersteller in China haben sich dieses Jahr schon 11 Arbeiter umgebracht. zum Video

Rohstoffe und Währungen

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Unternehmen & Verbraucher > Unternehmen

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: