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Kundenkarten-Programme: Datenschutz unbefriedigend

Kundenkarten  

Wenn der Wäschekauf zum Striptease wird

20.07.2010, 17:12 Uhr | mash, t-online.de

Kundenkarten-Programme: Datenschutz unbefriedigend. Kundenkarten-Programme im Visier der Tester (Foto: imago)

Kundenkarten-Programme im Visier der Tester (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Kundenkarten-Programme sollen Kunden binden - doch dabei bleibt bei manchen Unternehmen der Datenschutz auf der Strecke. Kunden der Wäschefirma Palmers zum Beispiel bekommen 30 Euro auf ihre Karte, wenn sie bei Antragstellung Fragen nach ihrer Konfektionsgröße beantworten oder ob sie lieber sportliche oder raffiniert-verführerische Unterwäsche tragen. Daten-Striptease: Denn was mit diesen Informationen passiert, bleibt unklar, kritisiert die Zeitschrift "Finanztest" in ihrer aktuellen Ausgabe. Und Palmers ist mit dem laxen Kundendaten-Umgang nicht allein. Nur vier von insgesamt 29 getesteten Kundenkarten halten sich laut "Finanztest" an die gesetzlich vorgegebenen Datenschutzregelungen.

Zu den Anbietern, die sich an die Gesetze halten, gehören die DeutschlandCard, Payback, die Bahn mit ihrem bahn.bonus-Programm und Yves Rocher. Diese Unternehmen informieren laut "Finanztest" ausreichend über die Verwendung der Daten und holen dazu auch eine rechtlich einwandfreie Zustimmung der Kunden ein. Erhebliche Mängel stellten die Tester neben Palmers auch bei Firmen wie dem Elektronikhändler Conrad, der Parfümerie Douglas oder Ikea fest.

Datenabfrage ist gesetzlich geregelt

Es gibt klare gesetzliche Vorgaben, welche Daten Anbieter von Rabatt- und Bonussystemen abfragen dürfen. Dazu gehören Name, Anschrift, Geburtsdatum, Einkaufsdaten wie Umsatz, Ort, Datum und Zeit des Einkaufs und die bezogenen Waren und Dienstleistungen. Für Werbung per E-Mail oder Telefon dürften die Daten der Kunden grundsätzlich nur dann verwendet werden, wenn diese zugestimmt hätten, so "Finanztest". Das stehe seit 1. September 2009 im Bundesdatenschutzgesetz. Doch nur sieben Anbieter erfüllen diese Forderung.

Mut zum Widerspruch

Knapp zwei Drittel der Anbieter setzten die datenschutzrechtlichen Vorgaben mit leichten Mängeln um. "Miles&More" von der Deutschen Lufthansa beispielsweise frage nach Beruf und Firmennamen - dies sei für das Programm nicht notwendig. Bei Angaben wie "Informationen über das Programm" oder "weitere Angebote" sei es zudem nicht klar erkennbar, ob der Kunde Werbung bekomme. Die Formulierung, dass Informationen "bevorzugt per E-Mail" verschickt werden, schließe andere Werbekanäle nicht aus.

"Finanztest" rät deshalb unter anderem, nur die Informationen anzugeben, die man auch preisgeben möchte. Der Kunde solle sich trauen, beim Anbieter seiner Kundenkarte der Nutzung von Daten für Werbung zu widersprechen. Zudem kann der Kunde vom Anbieter eine schriftliche Auskunft zu den über ihn gespeicherten Daten geben. Die Firma muss laut "Finanztest" den Zweck der Speicherung angeben und auch, an wen die Daten weitergeleitet wurden.

Ersparnis bei den meisten Karten eher dürftig

Die Tester hatten noch mehr an den Karten auszusetzen. Die ideale Kundenkarte sollte nämlich auch kostenlos sein, einen regelmäßigen messbaren Rabatt von mindestens drei Prozent bieten und verständliche Bonusbedingungen bieten. Auch diese Kriterien erfüllten die wenigsten Anbieter. Die Ersparnisse ließen ebenfalls oft zu wünschen übrig. Die Kunden von Sinn Leffers zum Beispiel müssen für fünf Prozent Rabatt für mehr als 2000 Euro im Jahr einkaufen. Auch bei der DeutschlandCard oder der Payback Karte sind die Rabatthöhen unklar und meist gering.

Händler machen mehr Umsatz

Für die Händler aber kann sich das Kundenkartenprogramm durchaus lohnen: Payback-Kunden steigerten laut der Gesellschaft für Konsumforschung ihren Umsatz innerhalb von drei Jahren Mitgliedschaft um 25 Prozent. Weitere Details zu den Anbietern und der ausführliche Text "Kundenkarten" finden sich in der August-Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest".

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