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Gfk: Verbraucher befeuern den deutschen Aufschwung

Verbraucher befeuern den deutschen Aufschwung

01.02.2011, 14:47 Uhr | dpa,dpa-afx , t-online.de, dpa-AFX, dpa

Die Bürger in Deutschland frönen wieder dem Konsum. So verbesserte sich nach aktuellen Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) die Verbraucherstimmung auch 2011 weiter. Damit wird der Binnenkonsum nach Ansicht der GfK zu einem immer wichtigeren Standbein des deutschen Aufschwungs. "Die Konjunktur in Deutschland erhält neben dem Export ein starkes zweites Standbein und ist damit nicht ausschließlich von Erfolg oder Misserfolg der Ausfuhren abhängig", heißt es aus Nürnberg. Allerdings warnte die GfK auch vor Gefahren für den Aufschwung.

Anschaffungsneigung gesteigert

Die Verbraucherstimmung in Deutschland steigt seit Monaten. Zwar verharrte der entsprechende GfK-Konsumklimaindex im Januar auf 5,5 Punkten. Die Marktforscher prophezeien aber für Februar 5,7 Punkte. Das erwartete Plus beim Konsumklimaindex "liegt in erster Linie daran, dass sich die Anschaffungsneigung noch einmal steigern konnte", erklärte GfK-Experte Rolf Bürkl. Die Konjunkturerwartung blieb auch dank eines brummenden Arbeitsmarktes unverändert hoch.

Die anhaltende Belebung auf dem Arbeitsmarkt und die damit einhergehende schwindende Angst vor einem Verlust der eigenen Stelle stimuliere die Kauflaune der Konsumenten. Zudem herrsche in Deutschland ein ausgeprägter Konjunkturoptimismus. Die Verbraucher erwarteten weiterhin eine positive Entwicklung der deutschen Wirtschaftskraft, wenn auch die Dynamik nicht weiter zunehmen werde.

Kein Optimismus beim Einkommen

Mit Blick auf die Entwicklung ihres persönlichen Einkommens waren die rund 2000 Befragten allerdings nicht mehr ganz so optimistisch, der Wert sank auf hohem Niveau zum zweiten Mal in Folge. Diese Einbußen sind laut GfK vermutlich auf die gestiegenen Preiserwartungen zurückzuführen. Vor allem Lebensmittel und Energie sind zuletzt deutlich teurer geworden.

Neben der steigenden Inflation sieht Bürkl auch die Euro-Schuldenkrise als Gefahr für die Konsumstimmung: Beide könnten als Hemmschuh dafür sorgen, "dass sich der Konsum nicht so erfreulich entwickeln wird wie man es bislang annimmt." Eine Verschärfung der Schuldenkrise "würde vermutlich negativ auch auf die Stimmung bei den Verbrauchern durchschlagen." Die Konjunkturerwartungen gingen dann herunter. Deshalb müssten die Regierungen und die Europäische Zentralbank dieses Problem lösen.

Wahrgenommene Inflation entscheidend für den Konsum

Daneben müsse die Preisentwicklung streng beobachtet werden - ein zu starker Anstieg dämpft laut Bürkl regelmäßig den Konsum. Entscheidend dafür seien nicht nur die harten Fakten. Auch ein psychologischer Effekt komme zum Tragen. "Wir haben derzeit die Situation, dass der wieder etwas stärkere Preisauftrieb vor allem auf die Energiekosten und einige Lebensmittel zurückzuführen ist. Das sind Artikel oder Güter, die relativ häufig gekauft werden, und allein aus dem Grund heraus bekommen dann sehr viele Verbraucher den Eindruck, alles würde teurer", sagte Bürkl. Die Erfahrung lehre, dass übermäßige Preiserwartungen sich negativ auf die Anschaffungsneigung auswirkten.

Dagegen stimmte GfK-Chef Klaus Wübbenhorst mildere Töne an: "Eine rekordniedrige Arbeitslosigkeit, robustes Wirtschaftswachstum und die Aussicht auf Lohnerhöhungen werden die Kauflaune der hiesigen Verbraucher weiter anfeuern", sagte Wübbenhorst am Montagabend anlässlich des Neujahrsempfangs des "Union International Club" in Frankfurt. Angesichts der guten Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen bleibe aber auch der Export als Wachstumsmotor erhalten.

Vom "Konsum-Muffel" zum "Konsum-Optimisten"

"Im europäischen Vergleich hat sich der hiesige Verbraucher geradezu vom Konsum-Muffel zum Konsum-Optimisten gewandelt." Dies sei ein "echter Paradigmenwechsel". Die Konsumneigung sei in Deutschland im europäischen Vergleich mit Abstand am stärksten ausgeprägt. Länder die vorher von einem Immobilienboom profitierten, wie Großbritannien und Spanien, hätten am meisten unter der Krise gelitten.

Der private Konsum wird laut Wübbenhorst im Jahr 2011 deutlich anziehen und mindestens um ein Prozent wachsen, nach rund 0,5 Prozent 2010. Der "starke Fahrtwind" müsse mitgenommen werden, damit nach dem "Konsum-Wintermärchen" ein "Konsum-Frühling" folgt. "Ich bin zuversichtlich, dass der private Konsum, der annähernd 60 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts ausmacht, zur entscheidenden Stütze der Binnenkonjunktur in diesem Jahr wird."

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