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Deutsche trinken immer weniger Bier

Deutsche trinken immer weniger Bier

01.02.2011, 14:54 Uhr | dapd, dapd, t-online.de

Das Volk der Biertrinker trinkt immer weniger Bier. Im vergangenen Jahr sank der Bierabsatz in der Bundesrepublik trotz Fußball-WM um weitere 1,7 Prozent auf 98,3 Millionen Hektoliter. Das hat das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bekannt gegeben. Innerhalb von zehn Jahren ging der Bierkonsum demnach um zehn Prozent zurück.

Auch die Zukunftshoffnung der Brauereien - Biermischungen mit Limonade, Cola, Fruchtsäften oder anderen alkoholfreien Zusätzen - war von dem Rückgang betroffen. Die Biermix-Getränke bauten um 2,7 Prozent auf vier Millionen Hektoliter ab. Der Marktanteil belief sich hier noch auf vier Prozent.

Deutsche trinken fast alles selbst

Der größte Teil des in Deutschland gebrauten Bieres - immerhin 85 Prozent - wurde auch hierzulande konsumiert. Am größten war den Statistikern zufolge der Absatz in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Lediglich 14,7 Millionen Hektoliter wurden exportiert - allerdings mit steigender Tendenz. Immerhin rund 20 Millionen Liter Bier gingen als Haustrunk an die Mitarbeiter der Brauereien.

Der erneute Absatzrückgang ist für die Branche keine Überraschung. Bei den deutschen Brauereien herrscht seit Jahren Katerstimmung, und Besserung ist nicht in Sicht. "Der Markt wird weiter schrumpfen", prognostizierte kürzlich der Generalbevollmächtigte der Veltins-Brauerei, Michael Huber. Ohne den Rückenwind der Fußball-WM könne der Konsumrückgang 2011 sogar noch stärker ausfallen als im vergangenen Jahr, befürchtete der Branchenkenner.

Biertrinker sterben langsam aus

Die Bierbranche hat gleich zwei Probleme: Die deutsche Gesellschaft altert, und das Konsumverhalten ändert sich. "Ältere trinken weniger und gehen nicht mehr so oft in die Kneipe. Die junge Generation trinkt mehr alkoholfreie oder Mischgetränke", erklärte der Sprecher des Deutschen Brauerbundes, Marc-Oliver Huhnholz, die Situation. Außerdem habe sich der Umgang mit Bier verändert. Gehörte früher auf dem Bau die Flasche Bier zum guten Ton, so ist heute im Büro die Tasse Kaffee obligatorisch.

Immer mehr kleine und mittlere Brauereien müssen deshalb aufgeben oder werden von großen Brauereiketten übernommen. Die Bierbrauer suchen deshalb schon seit Jahren nach Antworten auf die Krise. Große Hoffnungen setzten sie lange Zeit in Biermix-Getränke, die vor allem bei den unter 30-Jährigen auf Interesse stießen. Doch ausgerechnet im vergangenen Jahr scheint auch dieser Wachstumstraum ausgeträumt.

Preiskrieg und vernachlässigter Export

Einen anderen Ausweg aus der Krise hat die Branche dagegen verpasst: Das Exportgeschäft spielt für die meisten Brauer kaum eine Rolle. "Die Brauereien haben Ende der 80er Jahre den Sprung auf den Exportmarkt verpasst", sagte Brauer-Bund-Sprecher Huhnholz kürzlich. Heute seien die Märkte weitgehend verteilt.

Der Verdrängungswettbewerb auf dem deutschen Markt sorgt inzwischen für einen erbitterten Preiskrieg auf dem Markt. Der Chef der größten privaten deutschen Brauereigruppe Radeberger, Albert Christmann, klagte zum Jahresbeginn: "Bier ist 2010 in Deutschland zu unfassbaren, vor zwei oder drei Jahren undenkbaren Preise regelrecht verramscht worden." Die Biertrinker kann das nur freuen.

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