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Magazin: Schwere Vorwürfe gegen Pfizer-Manager

Viagra-Hersteller  

Magazin: Schwere Vorwürfe gegen Pfizer-Manager

21.02.2011, 13:30 Uhr | dapd, dapd

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mannheim gegen Manager des Pharmaherstellers Pfizer sind einem Medienbericht zufolge umfangreicher als bislang bekannt. Steuerfahnder werfen dem Viagra-Hersteller vor, die steuerliche Erfassung von Geschäften in Deutschland "bewusst verhindert" und "Umsatzsteuer von weit über 300 Millionen Euro hinterzogen" zu haben. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf einen Vermerk der Fahnder zum Stand der Ermittlungen.

Europa-Geschäft im Fokus der Ermittler

Die Staatsanwaltschaft Mannheim und die Steuerfahndungsstellen Karlsruhe-Durlach und Mannheim-Neckarstadt ermitteln seit 2006 gegen insgesamt sechs Pfizer-Manager. Sie ließen Fabriken, Lagerhallen und Speditionen durchsuchen, ebenso Büros und Privatwohnungen von Managern. Die Staatsanwaltschaft bat zudem in Irland und Belgien um Amtshilfe. In dem Ermittlungsverfahren geht es darum, wie Pfizer sein Europa-Geschäft organisiert und versteuert.

Nach Ansicht der Ermittler ist dem deutschen Staat allerdings kein Schaden in Höhe von weit über 300 Millionen Euro entstanden, schreibt das Magazin weiter. Pfizer hätte diese Summe zwar abführen müssen, doch sich später wiedererstatten lassen können. Weil Pfizer die Summe nicht abführte, seien Deutschland entsprechende Zinseinnahmen entgangen. Es soll sich dabei um einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag handeln.

Pfizer: Vorwürfe unbegründet

Pfizer bezeichnete die Vorwürfe als unbegründet. Alle Lieferungen seien "auf der Grundlage geltender umsatzsteuerrechtlicher Vorgaben erfolgt". Vor allem sei Deutschland "durch das Verhalten von Pfizer nachweisbar kein Schaden entstanden". Deutscher Sitz des weltweit vertretenen Konzerns ist seit 2008 Berlin. Davor lag die Pfizer-Zentrale in Karlsruhe.

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