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Schuldenkrise: Moody's stuft Griechenland um drei Noten ab

Moody's stuft Griechenland um drei Noten ab

07.03.2011, 12:15 Uhr | dapd, dpa, dpa, dapd, t-online.de

Schuldenkrise: Moody's stuft Griechenland um drei Noten ab. Griechenlands Schuldenprobleme sorgen weiter für Zündstoff (Foto: imago)

Griechenlands Schuldenprobleme sorgen weiter für Zündstoff (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit von Griechenland um gleich drei Noten herabgestuft. Die Bonität sei von Ba1 auf B1 heruntergesetzt worden, teilte die Agentur mit. Die Bonität liegt damit noch unter Ramschniveau. Außerdem ist der Ausblick für das Rating negativ, was auf weitere Herabstufungen hindeutet. In Athen löste der Schritt Empörung aus: Moody's liefere "keine objektive und ausgeglichene Schätzung der Situation", erklärte das griechische Finanzministerium.

Bereits Ende 2010 hatte Moody's angekündigt, die Kreditwürdigkeit Griechenlands abermals prüfen zu wollen. Der jetzige Schritt könnte die Finanzierung Athens über Staatsanleihen erneut verteuern. Moody's befürchtet, dass Griechenland trotz des Euro-Rettungsschirms seine Verbindlichkeiten umschulden muss. Außerdem habe das Land beträchtliche Schwierigkeiten, Einnahmen zu erzielen.

Athen ist erbost

Die Reaktion Athens fiel scharf aus: Zeitpunkt und Ausmaß der Herabstufung seien "merkwürdig", hieß es im Athener Finanzministerium. Moody's habe in seine Analyse offenbar nur Risiken einfließen lassen und jüngste Konsolidierungsfortschritte und Reformen nicht gewürdigt. Die von Moody's genannten Argumente seien nicht neu. Athen verwies zudem auf das griechische Reformpaket, das von der EU, dem IWF und der EZB streng kontrolliert werde. Demnach sei das griechische Programm auf Kurs.

Der ungerechtfertigte Schritt liefere ein weiteres Argument für eine schärfere Regulierung von Ratingagenturen, erklärte die Regierung. Die Wirtschaftskrise 2008 hätten die Agenturen nicht voraussagen können - "jetzt konkurrieren sie miteinander darum, welche die erste sein wird, die Gefahren identifiziert, welche zur nächsten Krise führen könnten".

Griechenland ist größter EU-Schuldensünder

Griechenland hat mit der Eurozone und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ein dreijähriges Hilfsprogramm vereinbart und sich im Gegenzug zu durchgreifenden Reformen verpflichtet. Das Land ist der größte Schuldensünder im Euroraum und musste im Frühjahr 2010 mit Hilfskrediten gerettet werden. Bei allen drei großen Ratingagenturen haben die Staatsschulden Athens inzwischen Ramschstatus. Neben Moody's zählen Standard & Poor's (S&P) und Fitch zu den weltweit größten Agenturen.

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