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Deutscher Bierkonsum sinkt seit mehr als drei Jahrzehnten

Deutscher Bierbrauer hoffen auf Frauen-WM

16.06.2011, 16:20 Uhr | dapd, t-online.de, dapd

Deutscher Bierkonsum sinkt seit mehr als drei Jahrzehnten. Im Land der Biere geht der Bierkonsum stark zurück (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Im Land der Biere geht der Bierkonsum stark zurück (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Viele deutsche Brauereien hoffen in diesen Wochen darauf, dass die Frauen-Fußballweltmeisterschaft den Bierkonsum in Deutschland ankurbelt. Doch selbst wenn sich diese Hoffnung erfüllt: Es wäre wohl nur eine kurze Atempause für die kriselnde Branche. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist in Deutschland der Bierkonsum rückläufig.

Konsum geht pro Jahr bis zu zwei Prozent zurück

Erst vor wenigen Wochen hat das Statistische Bundesamt neue Zahlen veröffentlicht. Danach ging der Bierabsatz im ersten Quartal 2011 gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,4 Prozent zurück. Das ist noch ein vergleichsweise moderater Rückgang, verglichen mit den Zahlen, die die Branche ansonsten gewohnt ist. Durchschnittlich verringert sich der Bierkonsum nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes pro Jahr um ein bis zwei Prozentpunkte.

Allein 2010 sank der Bierabsatz in der Bundesrepublik trotz Fußball-WM 1,7 Prozent auf 98,3 Millionen Hektoliter. Das waren zehn Prozent weniger als noch zehn Jahre zuvor. Dass der Bierkonsum so stark zurück geht hat mit zwei Entwicklungen zu tun. Die deutsche Gesellschaft altert, und das Konsumverhalten ändert sich.

Umgang mit Bier hat sich verändert

"Ältere trinken weniger und gehen nicht mehr so oft in die Kneipe. Die junge Generation trinkt mehr alkoholfreie oder Mischgetränke", heißt es beim Brauer-Bund. Außerdem habe sich der Umgang mit Bier verändert. Gehörte früher auf dem Bau die Flasche Bier quasi zum guten Ton, so ist heute eher die Tasse Kaffee obligatorisch.

Brauereisterben geht weiter

Immer mehr kleine und mittlere Brauereien müssen deshalb aufgeben oder werden von großen Brauereiketten übernommen. Die Bierbrauer suchen seit Jahren nach Antworten auf die Krise. Große Hoffnungen setzten sie lange Zeit in Biermix-Getränke, die vor allem bei den unter 30-Jährigen auf Interesse stießen. Doch ausgerechnet im vergangenen Jahr scheint auch dieser Wachstumstraum ausgeträumt.

Preiskrieg und vernachlässigter Export

Einen anderen Ausweg aus der Krise hat die Branche dagegen verpasst: Das Exportgeschäft spielt für die meisten Brauer kaum eine Rolle. "Die Brauereien haben Ende der 80er Jahre den Sprung auf den Exportmarkt verpasst", sagte Brauer-Bund-Sprecher Huhnholz kürzlich. Heute seien die Märkte weitgehend verteilt.

Krombacher-Sprecher: Trend lässt sich nicht aufhalten

Der Sprecher der Krombacher-Brauerei, Franz Weihrauch, ist überzeugt: "Generell wird sich an dem Abwärtstrend die nächsten Jahre nichts ändern. Fußball-WM oder gutes Wetter sind Sonderkonjunkturen, die aber den generellen Trend nicht aufhalten."

Allerdings relativiert sich das Klagen der Branche bei einem Blick über die Landesgrenzen. Denn gemessen an den europäischen Nachbarn gehören die Deutschen immer noch zu den Spitzenreitern beim Bierkonsum. Nur die Tschechen konsumierten 2009 mehr Bier als die Deutschen in Europa.

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