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Experten: China kann die Weltwirtschaft nicht mehr retten

Experten: China kann die Weltwirtschaft nicht mehr retten

10.08.2011, 13:22 Uhr | dpa-AFX, dpa-AFX

Experten: China kann die Weltwirtschaft nicht mehr retten. Mao bleibt das Vorbild: Ständchen zum Geburtstag von Chinas Staatspartei. (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Mao bleibt das Vorbild: Ständchen zum Geburtstag von Chinas Staatspartei. (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Katerstimmung in China: Hohe Inflation, eine Immobilienblase und ein versteckter Schuldenberg sind die Spätfolgen seines Konjunkturprogramms nach der globalen Finanzkrise 2008. Mit Milliardenspritzen und einer massiven Ausweitung der Kreditvergabe hat China seine Wirtschaft damals erfolgreich angekurbelt und damit auch dem Rest der Welt geholfen, besser aus der Krise zu kommen. Experten warnen jetzt aber, dass China im Falle einer neuen globalen Rezession die Hände gebunden wären: Die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt könnte nicht wieder die Rolle des Retters übernehmen.

Steigende Inflation belastet China

"Die Situation ist heute viel schlechter in den Griff zu bekommen als 2008/09", meinte der Wirtschaftsprofessor der University of California, Barry Eichengreen. Damals sei China in der Lage gewesen, alle Register zu ziehen und ein riesiges Stimulus-Programm zu starten. Die Banken hätten freie Bahn gehabt, Kredite zu vergeben.

"Heute haben Chinas Politiker weniger Handlungsspielraum", schrieb der Professor in einer Analyse für das East Asia Forum. Wegen der hartnäckig hohen Inflation müsse jetzt die Kreditvergabe gebremst werden, die auch den Immobilienmarkt aufgebläht hat.

Zentralbank tritt auf die Bremse

Die Zentralbank hat die geldpolitischen Zügel deutlich angezogen. Seit Oktober wurden fünf Mal die Leitzinsen erhöht. Neun Mal wurden die Mindestanforderungen für das Kapital der Banken angehoben. Trotz aller Bemühungen ist die Inflation im Juli mit 6,5 Prozent weiter gestiegen - mittlerweile auf den höchsten Stand seit drei Jahren. Sehr zum Ärger der Chinesen kosten Nahrungsmittel heute 14,8 Prozent mehr als vor einem Jahr - Schweinefleisch sogar 57 Prozent mehr.

Kommunen plagen hohe Schulden

Sorgen machen auch die Schuldenberge, die lokale Regierungen angehäuft haben. Ausländische Experten warnen, dass die Höhe und das Risiko dieser Kredite unterschätzt werden. Es geht um umgerechnet mehr als eine Billion Euro. Die US-Ratingagentur Standard & Poor warnte, ein Drittel dieser Kredite könnte problematisch sein. Moody's schätzte die Höhe der faulen Kredite im chinesischen Bankensystem insgesamt auf acht bis zwölf Prozent.

China "zahlt heute den Preis für den letzten Rettungsplan", kommentierte der staatliche Rundfunk und verwies auf die wachsende Schuldenlast, die Preissteigerungen und den gefährlich aufgeblasenen Immobilienmarkt. Diese Probleme begrenzten jetzt die Möglichkeiten der Regierung, die Wirtschaft im Falle einer Krise neu anzukurbeln.

Rezession würde Chinas Exportwirtschaft hart treffen

Eine neue Rezession in der Welt würde vor allem Chinas Exportwirtschaft hart treffen. Die Zentralbank könnte nicht mehr so viele Milliarden in die Wirtschaft pumpen, um über eine verstärkte heimische Nachfrage die Ausfälle bei den Ausfuhren aufzufangen. Als Folge würde das chinesische Wirtschaftswachstum von zuletzt 9,5 Prozent fallen. Darunter hätten auch Exportländer wie Deutschland schwer zu leiden, die bisher vom Boom in China profitiert haben.

Chinas Regierung habe fast alle ihre Instrumente ausgereizt, sagte der Ökonom Wang Jun vom China Center for International Economic Exchange laut Nachrichtenagentur Xinhua. "Das bedeutet, dass sie es noch schwerer haben wird, mit einer neuen Runde globaler finanzieller Turbulenzen umzugehen."

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