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Handel vernachlässigt Kunden 60 Plus

Handel vernachlässigt Kunden 60 plus

27.09.2011, 13:53 Uhr | dapd, t-online.de, t-online.de, dapd

Handel vernachlässigt Kunden 60 Plus. Hersteller und Handel werden sich auf ältere Kunden einstellen müssen (Quelle: imago images)

Hersteller und Handel werden sich auf ältere Kunden einstellen müssen (Quelle: imago images)

Viele Unternehmen ignorieren noch immer die demografische Entwicklung: Eine neue Studie belegt, dass Einzelhandel und Konsumgüterhersteller die Bedürfnisse ihrer Kundschaft 60 plus außer Acht lassen. Wir erläutern Ihnen, warum die Firmen zügig umdenken sollten.

Schnell wachsende Konsumentengruppe

Auf ältere Kunden wollen die Unternehmen sich offensichtlich kaum einstellen. Dabei geht aus der Untersuchung der Unternehmensberatung A.T. Kearney hervor, dass die über 60-Jährigen die am schnellsten wachsende Konsumentengruppe weltweit sind - und noch dazu überdurchschnittlich kaufkräftig.

Das wichtigste Ergebnis der Studie: Die Senioren fühlen sich nicht angemessen behandelt. Bislang setzen die meisten Händler im Wettbewerb um die Kunden in erster Linie auf günstige Preise und schnelle Bedienung. Das kommt Berufstätigen und Familien mit Kindern entgegen. An den Bedürfnissen der Senioren geht die Strategie jedoch vorbei.

Netter Plausch statt schneller Abfertigung

Denn für die über 60-Jährigen ist das Einkaufen der Studie zufolge mehr als ein lästiger Punkt auf ihrem Tagesprogramm. Für sie bedeutet Einkaufen auch Freizeitbeschäftigung und Unterhaltung. Deshalb wollen sie nicht schnell abgefertigt werden, sondern halten lieber einen kleinen Plausch mit einem gut gelaunten Kassierer.

Sie möchten eine Sitzecke, in der sich sie ausruhen können, wenn der Einkaufsbummel zu anstrengend wird. Elektrisch angetriebene Einkaufswagen könnten ihnen außerdem das Einkaufen erleichtern. Statt Riesenmärkten auf der grünen Wiese bevorzugen sie kleinere, in der Nähe ihrer Wohnung gelegen Läden, mit einem überschaubaren, aber qualitativ hochwertigen Angebot.

Jährlich steigende Kaufkraft

Die Bedürfnisse der Senioren können dem Handel nicht egal sein. Denn auf die über 60-jährige Kundschaft entfällt ein immer größerer Teil des Konsums. Bis zum Ende des Jahrzehnts wird ihre Kaufkraft laut Studie auf elf Billionen Euro jährlich steigen.

Gab es 1950 weltweit gerade 200 Millionen Menschen, die älter als 60 Jahre waren, so sind es heute schon 800 Millionen. Bis 2050 wird ihre Zahl Schätzungen zufolge auf zwei Milliarden steigen. In Deutschland werden voraussichtlich 2030 rund 36 Prozent aller Bürger älter als 60 sein.

Ältere Kundschaft zahlt für Qualität auch höhere Preise

"Für Unternehmen wird es höchste Zeit, auf diesen tiefgreifenden kulturellen und demografischen Wandel zu reagieren", meint deshalb Handelsexperte Mirko Warschun von A.T. Kearney. Schließlich gibt es einiges, was die Senioren für den Handel attraktiv macht. Denn sie verfügen nicht nur über bis zu 30 Prozent der Kaufkraft. Sie legen Wert auf Qualität und Service und sind bereit, dafür auch höhere Preise zu zahlen.

Werbung muss sich vom Jugendkult verabschieden

Doch nicht nur der Handel wird sich auf die Zielgruppe Senioren einstellen müssen, sondern auch die Hersteller: mit besser lesbaren Schriftgrößen und einfach zu öffnenden Verpackungen. Auch die Werbung muss Abschied nehmen vom Jugendkult der vergangenen Jahrzehnte, so die Untersuchung. Die Werbung sei zu laut, zu sehr dominiert von jungen Leuten und Rockmusik, beklagten die kaufkräftigen Alten in der Studie.

Für die Studie hat das Beratungsunternehmen knapp 3000 Senioren in 23 Ländern befragt, darunter Deutschland, die USA, Frankreich, Großbritannien, China, Russland und Indien.

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