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IWF fordert drastische Einschnitte von Hellas

IWF fordert drastische Einschnitte von Hellas

01.02.2012, 15:54 Uhr | dpa-AFX, t-online.de, t-online.de, dpa-AFX

IWF fordert drastische Einschnitte von Hellas. Poul Thomsen fordert schnelle Strukturreformen in Hellas (Quelle: dapd)

Poul Thomsen fordert schnelle Strukturreformen in Hellas (Quelle: dapd)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat erneut massive Einschnitte in Griechenland gefordert. Der IWF-Chefkontrolleur für Griechenland, Poul Thomsen, sagte der Athener Zeitung "Kathimerini", die Regierung in Athen müsse staatliche Unternehmen schließen und notfalls Staatsbedienstete entlassen. Außerdem müssten die Löhne drastisch gekürzt werden. Zugleich räumte der Experte aber auch Fehler im Krisenprogramm der "Troika" für Hellas ein.

Schnelle Strukturreformen sollen Hellas' Wirtschaft ankurbeln

Wichtiger als der Abbau des riesigen Haushaltsdefizits der Griechen seien schnelle Strukturreformen, sagte Thomsen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge in einem Gespräch mit der Zeitung. Nur so könne die griechische Wirtschaft wieder konkurrenzfähig werden.

Hohe Mindestlöhne "skandalös"

Der Mindestlohn in Griechenland sei "dramatisch höher" im Vergleich zu anderen europäischen Staaten, erklärte Thomsen. Es sei skandalös, dass wegen der hohen Mindestlöhne rund 40 Prozent der jungen Menschen in Griechenland arbeitslos sind.

Ausgaben reduzieren statt Steuern erhöhen

Thomsen betonte aber zugleich, dass es Fehler in der Politik der "Troika"-Experten der EU, des IWF und der Europäischen Zentralbank (EZB) gegeben habe. Das Reformprogramm habe zu sehr auf neuen Steuern basiert. Die "Troika" hätte der Reduzierung der Ausgaben mehr Gewicht geben sollen.

Zu den laufenden Verhandlungen über einen freiwilligen Schuldenschnitt für Griechenland und die Frage, ob sich neben privaten Gläubigern auch Staaten oder die EZB beteiligen sollten, sagte Thomsen: "Wir brauchen eine kombinierte Reduzierung der Lasten der Schulden des Landes".

Treffen der Eurogruppe angekündigt

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos hatte am 31. Januar ein bislang nicht geplantes Treffen der Finanzminister der Eurogruppe in Brüssel angekündigt. "Am Montag, den 6. Februar, wird es erneut ein Treffen der Eurogruppe geben", sagte Venizelos vor Journalisten in Athen. Dabei gehe es um den angepeilten Schuldenschnitt und das griechische Spar- und Stabilisierungsprogramm, wie es hieß. Eine Bestätigung der Eurogruppe für das Treffen gab es allerdings nicht.

Venizelos: Schuldenschnitt höher als geplant

"Wir müssen unsere Arbeit machen und bis zum Ende dieser Woche die Verhandlungen mit der 'Troika' über das neue Sparprogramm abschließen", erläuterte Venizelos. In Zusammenhang mit dem angestrebten Schuldenschnitt von 100 Millionen Euro stünden Griechenland und die Banken "einen Schritt vor Abschluss der Verhandlung". Venizelos schätzte, dass der Schuldenschnitt höher sein werde als bislang angepeilt. Nach seinen Worten könnten die Verluste der privaten Gläubiger die Marke von 70 Prozent erreichen.

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