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Euro-Krise: Finanzexperten sehen Europa am Abgrund


Finanzexperten: "Europa steuert auf Katastrophe zu"

25.07.2012, 08:16 Uhr | dpa, dpa-AFX, t-online.de

Euro-Krise: Finanzexperten sehen Europa am Abgrund. Finanzexperten: Europa schlafwandelt auf den Abgrund zu (Quelle: dpa)

Finanzexperten: Europa schlafwandelt auf den Abgrund zu (Quelle: dpa)

Zahlreiche renommierte Wirtschaftsexperten sehen Europa am Abgrund. Sie warnten eindringlich vor einer Eskalation der Eurokrise. "Europa steuert schlafwandelnd auf eine Katastrophe von unabsehbaren Ausmaßen zu", heißt es in einem Gutachten von 17 europäischen Ökonomen, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Die Wissenschaftler, darunter die Wirtschaftsweisen Peter Bofinger und Lars Feld, verlangen von den Regierungen dringend mehr Anstrengungen, um den drohenden Kollaps noch zu vermeiden. Eine langfristige Transferunion lehnen sie dagegen ebenso ab wie Eurobonds.

Unter der Überschrift "Aus der Sackgasse - Ein Weg aus der Krise" verlangen die Experten, die Konstruktionsfehler der Währungsunion zu beseitigen und das System institutionell neu zu gestalten, um das Vertrauen in den Euro zurückzugewinnen. Die Beseitigung der Altlasten - also der Schuldenkrise - müsse noch stärker als bisher von allen Euro-Ländern gemeinsam getragen werden, heißt es in der Studie, die vom US-Institute for New Economic Thinking veröffentlicht wurde. Kurzfristig sei unter anderem die Ausweitung des Garantierahmens für die Schuldenstaaten notwendig, sofern sie die vereinbarten Reformauflagen umsetzten.

Experten für Bankenunion und mehr Kontrolle

Der Weg aus der Krise könne nur gelingen, wenn es ein glaubwürdiges Bekenntnis zum strukturellen Wandel der Eurozone gebe, unterstreichen die Ökonomen. Langfristig seien eine Bankenunion erforderlich, um Staatsfinanzen und Kreditversorgung zu entkoppeln, tiefgreifende Finanzmarktreformen sowie Mechanismen zur Kontrolle der Fiskalpolitik. Unentbehrlich sei aber auch ein geordneter Abwicklungsmechanismus für den Austritt von Staaten, die den Anforderungen des Fiskalvertrages nicht gerecht würden.

Zu den Volkswirten, die das Gutachten vorgelegt haben, gehören auch die ehemalige Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro und Dennis Snower, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel.

"Auch Rettung kann ansteckend sein"

Der Sachverständige Feld nannte den kritischen Ausblick von Moody's für Deutschland berechtigt. Er plädierte dafür, Griechenland in der Eurozone zu halten. Ein drittes Rettungspaket dürfe es aber nicht geben, wenn die Regierung in Athen Auflagen nachweislich nicht erfüllt habe, sagte der Freiburger Ökonom der "Rheinischen Post".

Auch das Münchner Ifo-Institut sieht in der neuen Bewertung Deutschlands eine deutliche Warnung. "Wir sehen uns in unserer Analyse bestätigt, dass auch Rettung ansteckend sein kann", sagte Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Wenn Griechenland zahlungsunfähig werde und aus der Eurozone ausscheide, müsse Deutschland mit bis zu 82 Milliarden Euro Verlust rechnen, ergab eine Analyse des Instituts nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung.

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