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Peugeot meldet herben Verlust


Peugeot rollt tief in die roten Zahlen

25.07.2012, 14:10 Uhr | dpa-AFX, AFP, t-online.de

Peugeot meldet herben Verlust. Demonstration der Peugeot-Belegschaft in Paris. (Quelle: AP/dpa)

Demonstration der Peugeot-Belegschaft in Paris. (Quelle: AP/dpa)

Der Opel-Kooperationspartner Peugeot meldet rote Zahlen: Unter dem Strich stand im ersten Halbjahr ein Verlust von 819 Millionen Euro, wie das Unternehmen in Paris mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch 806 Millionen Euro Gewinn gemacht. Der Umsatz rutschte um 5,1 Prozent auf 29,6 Milliarden Euro ab. Die Wirtschaftskrise in Südeuropa setzt dem vor umfangreichen Stellenstreichungen stehenden französischen Autobauer PSA Peugeot Citroen schwer zu.

Absatz leidet unter Flaute in Südeuropa

Die Aktie des im Cac 40 notierten Konzerns legte zwischenzeitlich dennoch zu. Im bisherigen Jahresverlauf hatte sie bereits mehr als 40 Prozent verloren.

Peugeot fährt dem größten europäischen Rivalen Volkswagen bei Absatz und Geschäftszahlen derzeit hinterher. Die Franzosen sind nicht so breit aufgestellt wie die Wolfsburger und leiden stark unter den wirtschaftlichen Auswirkungen der Eurokrise. Spanien und Italien sind traditionell wichtige Märkte von Peugeot. Insgesamt verkauften die Marken des Konzerns gut 15 Prozent weniger Autos als vor einem Jahr.

8000 Stellen fallen weg

"Der Konzern befindet sich in schwierigen Zeiten", sagte Vorstandschef Philippe Varin. Peugeot hatte bereits angekündigt, zusätzliche 8000 Stellen streichen und das Werk in Aulnay bei Paris in zwei Jahren schließen zu wollen. "Die Dauer und Schärfe der Krise und deren Einfluss auf unser europäisches Geschäft verlangen die Umstrukturierung unserer französischen Produktion sowie strukturelle Kostensenkungen", sagte Varin weiter.

Nun gab das Unternehmen bekannt, bis 2015 jährlich 1,5 Milliarden Euro einsparen zu wollen. Dazu sollen auch Investitionen gekürzt und Synergien in der kürzlich vorgestellten Allianz mit General Motors (GM) genutzt werden.

Operativer Gewinn schmilzt

Auch operativ fiel der Gewinn beim Konzern in sich zusammen: Nach 1,2 Milliarden Euro standen nun noch magere vier Millionen Euro aus dem fortlaufenden Geschäft. In der Autosparte legt Peugeot weiter drauf: Hier betrug das Minus aus dem Kerngeschäft 662 Millionen Euro nach 405 Millionen Euro Gewinn vor einem Jahr.

Peugeot hatte bereits bei der Bekanntgabe der Sparrunde vor zwei Wochen mitgeteilt, dass sich das Ergebnis deutlich verschlechtern werde. Deutsche Bank-Analyst Gaetan Toulemonde hatte damals bereits errechnet, dass der Autobauer bei jedem gebauten Fahrzeug über 500 Euro zuschießen muss.

Überkapazitäten im Automarkt

Die europäische Autoindustrie leidet in der Konjunkturschwäche unter Überkapazitäten, viele Autobauer müssen ihre Autos mit Abschlägen auf den Markt bringen, um die Anlagen auszulasten. Bei Peugeot liefen im ersten Halbjahr trotzdem nur drei Viertel aller Bänder, die Auslastung betrug 76 Prozent.

Das in Europa verkaufte Volumen an Autos dürfte 2012 jedoch zum fünften Mal in Folge zurückgehen. Die Branchenexperten der Credit Suisse gehen in ihren Berechnungen davon aus, dass die europäische Autoindustrie mindestens zehn Prozent ihrer Kapazitäten aufgeben muss, um wieder profitabel zu werden.

Paris zahlt Autoprämien

Unterdessen stützt Frankreich die heimische Autoindustrie massiv mit Prämien: Beim Kauf von Hybrid- und Elektroautos können Kunden künftig auf finanzielle Hilfen rechnen. Für Elektroautos soll die Prämie von 5000 auf 7000 Euro erhöht, für Hybridautos auf 4000 Euro verdoppelt werden.

Premierminister Jean-Marc Ayrault gab die Dringlichkeit der Lage angesichts des geplanten Abbaus tausender Stellen in der Automobilindustrie als Grund für den Hilfsplan an. Daher sei die Regierung "in die Offensive" gegangen, sagte er nach einer Kabinettsitzung in Paris.

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